PARIS

STÄDTEREISE NACH PARIS

Frankreichs Herz schlägt in Paris – und im Jahr 2018 durften auch Tanja und ich endlich in das unverwechselbare Flair dieser Weltstadt eintauchen. Als Hauptstadt der Französischen Republik und Mittelpunkt der geschäftigen Region Île-de-France zieht die Metropole seit Jahrhunderten Menschen magisch an. Geografisch wird das Stadtbild maßgeblich von der Seine geprägt, die sich in einer eleganten Schleife durch die Viertel zieht und Paris von West nach Ost in eine nördliche (Rive Droite) und eine südliche Hälfte (Rive Gauche) teilt. Werfen wir im Jahr 2026 einen Blick auf die Struktur der Stadt, fällt sofort eine faszinierende Besonderheit auf: Das historische Kerngebiet (Paris Intra-Muros) ist auf eine Fläche von gerade einmal 105 Quadratkilometern begrenzt. Hier drängen sich rund 2,15 Millionen Einwohner, was Paris mit circa 21.000 Menschen pro Quadratkilometer zur am dichtesten besiedelten Großstadt Europas macht. Erst wer den Blick auf die riesige Metropolregion weitet, erfasst die wahren Ausmaße dieser Megacity, in der mittlerweile über 13 Millionen Menschen leben.

Vom gallischen Stamm zur Wiege der Moderne
Die historische Tiefe der Stadt ist an jeder Straßenecke greifbar. Alles begann um 250 v. Chr., als der keltische Stamm der Parisier die strategisch sichere Île de la Cité besiedelte. Die Römer bauten den Ort später unter dem Namen Lutetia aus, bevor die Stadt im Mittelalter unter den Kapetingern zum glanzvollen Machtzentrum aufstieg. Paris war jeher ein Ort, an dem Weltgeschichte geschrieben wurde – unvergessen durch die Französische Revolution von 1789, die das politische Gefüge ganz Europas ins Wanken brachte. Ihr heutiges, elegantes Gesicht verdankt die Stadt vor allem dem Stadtplaner Baron Haussmann: Er ließ im 19. Jahrhundert die engen, von Krankheiten geplagten mittelalterlichen Gassen radikal durchbrechen und schuf jene monumentalen, breiten Boulevards und harmonischen Sandsteinfassaden, die uns heute beim Schlendern durch die 20 Stadtbezirke (Arrondissements) so begeistern.

Das unumstrittene Machtzentrum des Landes
Im traditionell zentralistisch organisierten Frankreich ist Paris der unumstrittene Dreh- und Angelpunkt für Wirtschaft, Politik und Infrastruktur. Die Wirtschaftskraft der Region ist gigantisch und erwirtschaftet fast ein Drittel des gesamten französischen Bruttoinlandsprodukts. Während das Zentrum von Kultur, Gastronomie und Luxuslabels dominiert wird, ragen im Westen vor den Toren der Stadt die Wolkenkratzer von La Défense in den Himmel – Europas größte Bürostadt und Sitz globaler Banken und Konzerne. Auch global genießt die Stadt höchstes politisches Ansehen und fungiert als Hauptsitz bedeutender internationaler Organisationen wie der UNESCO, der OECD und der Internationalen Handelskammer (ICC). Um diese enormen Ströme an Geschäftsreisenden und Pendlern zu bewegen, hat sich Paris zum mächtigsten Verkehrsknotenpunkt des Landes entwickelt, der über drei internationale Flughäfen und sechs große Kopfbahnhöfe verfügt.

Ein Gesamtkunstwerk als Touristenmagnet
Diese Mischung aus Geschichte und Moderne macht Paris zu einem der begehrtesten Reiseziele der Erde. Die Uferpromenaden der Seine, gesäumt von jahrhundertealten Brücken und Palästen, wurden von der UNESCO völlig zurecht zum Weltkulturerbe erklärt. Kunstliebhaber finden im Louvre oder dem Musée d’Orsay Sammlungen von unschätzbarem Wert, während die Stadt gleichzeitig als Welthauptstadt der Mode und der Haute Cuisine gilt. Mit rund 16 Millionen ausländischen Touristen pro Jahr liefert sich Paris seit jeher ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit London und Bangkok um den Titel der meistbesuchten Stadt der Welt. Ein Trend, der durch die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele vor zwei Jahren noch einmal einen zusätzlichen, spürbaren Schub erhalten hat.

Unsere persönlichen Eindrücke
Für unser verlängertes Wochenende im Jahr 2018 hatten wir uns vorgenommen, genau diesen Spagat aus weltberühmten Monumenten und versteckten Ecken zu erkunden. Wie es mittlerweile Tradition bei unseren Städtetrips ist, steuerten wir ein preiswertes, aber strategisch gut gelegenes Hotel mit direkter U-Bahn-Anbindung an. Die legendäre Pariser Metro wurde so zu unserem wichtigsten Werkzeug, um schnell von einem Highlight zum nächsten zu gelangen. Dennoch haben wir – typisch für uns – unglaublich viele Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Denn das ist unser wichtigster Tipp für jeden Paris-Urlauber: Den echten Zauber der Stadt, das geschäftige Treiben auf den Märkten, den Duft frischer Croissants und das studentische Flair im Quartier Latin, erlebt man erst, wenn man die ausgetretenen Touristenpfade verlässt und sich einfach treiben lässt.

Im Folgenden haben wir für euch die Highlights zusammengefasst, die uns besonders intensiv in Erinnerung geblieben sind und die ihr bei eurem Trip auf keinen Fall verpassen solltet:

EIFFELTURM & CHAMP DE MARS

Der Eiffelturm (Tour Eiffel) auf dem Champ de Mars ist das unumstrittene Wahrzeichen von Paris und eines der bekanntesten Architekturikonen der Welt. Der 330 Meter hohe Eisenfachwerkturm wurde von 1887 bis 1889 unter der Leitung von Gustave Eiffel als monumentales Eingangstor für die Weltausstellung zur Hundertjahrfeier der Französischen Revolution errichtet. Zur Entstehungszeit von der Pariser Künstlerelite als „hässlicher Eisenkoloss“ scharf kritisiert, sollte das Bauwerk ursprünglich nach 20 Jahren wieder abgerissen werden. Seine Rettung verdankte der Turm seiner neuen Funktion als strategisch wichtiger Radiotelegrafensender im frühen 20. Jahrhundert.

Heute zieht das Bauwerk jährlich Millionen Besucher an, die über Treppen oder Aufzüge die drei öffentlich zugänglichen Etagen mit ihren Aussichtsplattformen und Restaurants erreichen. Der Turm steht am oberen Ende des Champ de Mars (Marsfeld), einer weitläufigen, barocken Parkanlage, die einst als Exerzierplatz für die benachbarte Militärschule (École Militaire) diente. Die tiefgrünen Rasenflächen des Parks bieten im den perfekten, frei zugänglichen Aussichtspunkt für das klassische Erinnerungsfoto und verwandeln sich insbesondere in den warmen Abendstunden, wenn der Eiffelturm zu jeder vollen Stunde für fünf Minuten glitzernd illuminiert wird, in einen lebendigen Treffpunkt für Einheimische und Reisende.

Île de la Cité & Notre-Dame de Paris

Die Île de la Cité ist eine kleine Seine-Insel und bildet das historische und geografische Fundament von Paris. Hier ließen sich im 3. Jahrhundert v. Chr. die ersten keltischen Siedler nieder, weshalb die Insel als die eigentliche Wiege der Metropole gilt. Verbunden durch die älteste Brücke der Stadt, den paradoxerweise so genannten Pont Neuf, beherbergt die Insel neben monumentalen Regierungs- und Justizpalästen die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame de Paris.

Das zwischen 1163 und 1345 errichtete Meisterwerk der Gotik ist mit seinen monumentalen Westtürmen, den filigranen Strebepfeilern und den kunstvollen Rosettenfenstern tief im kulturellen Gedächtnis Frankreichs verankert. Berühmt wurde sie auch als Schauplatz historischer Ereignisse wie der Selbstkrönung Napoleons zum Kaiser im Jahr 1804 sowie als Kulisse für Victor Hugos weltberühmten Roman Der Glöckner von Notre-Dame.

Nachdem ein verheerender Großbrand im April 2019 das historische Eichenholzdach und den Vierungsturm zerstört hatte, stand die Kirche im Zentrum eines beispiellosen, jahrelangen Wiederaufbaus. Nach der feierlichen Wiedereröffnung im Dezember 2024 präsentiert sich das Innere der Kathedrale im Jahr 2026 nun wieder in seiner vollen, hellen Pracht und zieht – mit angepassten, modernen Zugangssystemen zur Regulierung der enormen Besucherströme – wieder Gläubige und Touristen aus aller Welt an.

CONCIERGERIE

Die Conciergerie liegt am westlichen Ufer der Île de la Cité und ist der älteste verbliebene Teil des mittelalterlichen Palais de la Cité, der einstigen Residenz der französischen Könige. Das imposante Bauwerk mit seinen charakteristischen Rundtürmen an der Seine-Promenade wurde im 14. Jahrhundert unter Philipp dem Schönen im gotischen Stil prachtvoll ausgebaut. Der Name leitet sich vom Concierge ab, einem hohen königlichen Beamten, der für die Verwaltung des Palastes und die Gerichtsbarkeit zuständig war.

Als die Könige gegen Ende des 14. Jahrhunderts ihren Wohnsitz in den Louvre verlegten, wandelte sich die Nutzung der Conciergerie radikal: Sie wurde zum zentralen Staatsgefängnis und Sitz des berüchtigten Revolutionstribunals. Während der Französischen Revolution erlangte der Komplex traurige Berühmtheit als „Vorzimmer zur Guillotine“. Tausende Gefangene wurden in den feuchten Zellen bis zu ihrer Hinrichtung eingepfercht, darunter prominente Persönlichkeiten wie Danton, Robespierre und die abgesetzte Königin Marie-Antoinette.

Heute ist die Conciergerie ein historisches Monument und Museum. Besucher können unter den mächtigen Kreuzrippengewölben der Salle des Gens d’Armes (der größten mittelalterlichen Profanhalle Europas) wandeln, die rekonstruierten Zellen besichtigen und in der ehemaligen Kapelle der Gedenkstätte für Marie-Antoinette einen tiefen Einblick in die dunkelsten Kapitel der französischen Geschichte gewinnen.

Champs-Élysées

Die Avenue des Champs-Élysées – oft einfach als Les Champs bezeichnet – ist die weltweit berühmte Prachtstraße von Paris und liegt im eleganten 8. Arrondissement. Die knapp zwei Kilometer lange und 70 Meter breite Promenade verbindet die Place de la Concorde im Osten mit der Place Charles-de-Gaulle im Westen, in deren Zentrum der monumentale Triumphbogen thront. Der Name leitet sich aus der griechischen Mythologie ab und bedeutet übersetzt „Elysische Felder“, die Ruhestätte gesegneter Helden.

Ursprünglich im 17. Jahrhundert von André Le Nôtre als barocke Verlängerung der Tuilerien-Gärten angelegt, wandelte sich die Allee im 19. Jahrhundert zur Flaniermeile der feinen Gesellschaft. Heute ist die Avenue in zwei Abschnitte unterteilt: Der untere Teil nahe der Concorde ist von einer weitläufigen Parkanlage gesäumt, in der sich auch der Elysée-Palast (der Amtssitz des französischen Präsidenten) befindet. Der obere Teil hingegen ist das pulsierende Zentrum des Luxuskommerzes, geprägt von Flagship-Stores globaler Modemarken, exklusiven Autosalons, Kinos, Spitzenrestaurants und traditionsreichen Cafés wie dem Le Fouquet’s.

Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ist die Prachtstraße das logistische Herzstück nationaler Feierlichkeiten. Hier findet alljährlich am 14. Juli die traditionelle Militärparade zum Nationalfeiertag statt und hier feiert Paris seine größten Erfolge oder den Jahreswechsel. Zudem bildet der historische Pflasterasphalt der Champs-Élysées traditionell die legendäre Schlussetappe und die Zielgerade der Tour de France.

Sacré-Cœur de Montmartre

Die Basilika Sacré-Cœur de Montmartre ist eine römisch-katholische Wallfahrtskirche und thront als eines der markantesten Wahrzeichen auf dem Gipfel des Montmartre-Hügels, der höchsten natürlichen Erhebung der Stadt im 18. Arrondissement. Der Bau der Kirche wurde im Jahr 1875 beschlossen – zum einen als Reaktion auf die Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg, zum anderen als konservativ-religiöses Sühneprojekt nach den blutigen Unruhen der Pariser Kommune, die genau hier auf dem Hügel ihren Anfang genommen hatten. Die Fertigstellung zog sich bis 1914 hin, geweiht wurde die Basilika jedoch erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1919.

Das architektonische Erscheinungsbild der Kirche bricht radikal mit dem klassischen gotischen Stil von Paris. Der Architekt Paul Abadie entwarf das Gebäude im romano-byzantinischen Stil, inspiriert von antiken Vorbildern wie der Hagia Sophia in Istanbul. Ihre charakteristische, strahlend weiße Fassade verdankt die Basilika dem verwendeten Château-Landon-Stein (einem frostsicheren Kalkstein aus der Region Seine-et-Marne): Dieser sondert bei Regen Kalziumkarbonat ab, was wie ein natürliches Bleichmittel wirkt und die Kirche dauerhaft weiß leuchten lässt. Im Inneren beherbergt sie unter der gewaltigen Kuppel eines der weltweit größten Mosaike, das Christus in Herrlichkeit darstellt.

Der Platz vor der monumentalen Freitreppe ist ein magischer Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische gleichermaßen, an dem Straßenmusiker und Künstler für eine lebendige Atmosphäre sorgen. Da die Basilika keinen Eintritt kostet, ist sie fast rund um die Uhr gut besucht. Von den Stufen aus (oder nach dem Aufstieg in die große Außenkuppel) genießt man einen der spektakulärsten und am weitesten reichenden Panoramablicke über die Dächer der gesamten französischen Metropole.

Arc de Triomphe de l’Étoile

Der Arc de Triomphe de l’Étoile (Triumphbogen) ist neben dem Eiffelturm das wohl monumentalste Wahrzeichen von Paris und steht im Zentrum der Place Charles-de-Gaulle (historisch Place de l’Étoile) am westlichen Ende der Avenue des Champs-Élysées. Das rund 50 Meter hohe und 45 Meter breite Bauwerk wurde 1806 von Kaiser Napoleon Bonaparte nach seinem Sieg in der Schlacht von Austerlitz in Auftrag gegeben, um die Siege seiner Armeen zu glorifizieren. Aufgrund des Sturzes Napoleons und politischer Umbrüche wurde das monumentale Projekt im klassizistischen Stil jedoch erst 1836 unter König Louis-Philippe fertiggestellt.

Die Fassade des Bogens ist ein Meisterwerk der Bildhauerkunst und mit gewaltigen Reliefs verziert, die bedeutende historische Szenen darstellen – darunter das berühmte Relief Auszug der Freiwilligen von 1792 (auch bekannt als Die Marseillaise). Auf den Innenwänden des Bogens sind die Namen von 660 Generälen und über 150 siegreichen Schlachten der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege eingraviert. Am Fuß des Monuments befindet sich seit 1921 das Grabmal des unbekannten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Eine hier brennende Ewige Flamme (Flamme de la Nation) gedenkt täglich in einer feierlichen Zeremonie um 18:30 Uhr aller namenlosen Gefallenen der Weltkriege.

Für Besucher ist der Triumphbogen über eine Fußgängerunterführung zugänglich, da der ihn umgebende, riesige Kreisverkehr mit seinen zwölf sternförmig zulaufenden Prachtstraßen als einer der verkehrstechnisch chaotischsten und spektakulärsten Plätze Europas gilt. Wer die gut 280 Stufen zur Aussichtsplattform auf dem Dach erklimmt, wird mit einem fantastischen, geometrisch perfekten Blick belohnt: Von hier aus überblickt man die sternförmigen Achsen der Boulevards, die Champs-Élysées hinunter bis zum Louvre und in der Gegenachse direkt bis zu den modernen Wolkenkratzern von La Défense.

LOUVRE

Das Musée du Louvre im Herzen von Paris ist das mit Abstand größte, bedeutendste und meistbesuchte Kunstmuseum der Welt. Untergebracht ist die gigantische Sammlung im historischen Palais du Louvre, einer ehemaligen Residenz der französischen Könige, deren Ursprünge auf eine mittelalterliche Festung aus dem späten 12. Jahrhundert zurückgehen. Nachdem Ludwig XIV. seinen Hofstaat nach Versailles verlegte, wurde der Palast im Jahr 1793 während der Französischen Revolution offiziell als öffentliches Museum eröffnet.

Das Museum erstreckt sich über einen monumentalen Gebäudekomplex mit einer Ausstellungsfläche von über 72.000 Quadratmetern. Die Bestände umfassen mehr als 380.000 Objekte und zeigen rund 35.000 Exponate aus der Zeit von der Antike bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, aufgeteilt in Abteilungen wie die ägyptische, griechische und römische Antike, Skulpturen und Gemälde. Das unumstrittene Prunkstück der Sammlung ist Leonardo da Vincis Mona Lisa, die hinter Panzerglas im Salle des États täglich Tausende Besucher anzieht. Ebenso weltberühmt sind die antiken Statuen der Venus von Milo und der Nike von Samothrake.

Ein moderner Geniestreich gelang dem Architekten I. M. Pei, der im Innenhof (Cour Napoléon) die markante Glaspyramide errichtete. Bei ihrer Eröffnung im Jahr 1989 als moderner Fremdkörper heftig kritisiert, ist sie heute das weltbekannte, futuristische Gesicht des Louvre und dient als zentraler Haupteingang. Sie bricht das Licht elegant inmitten der historischen Barock- und Renaissancefassaden und verbindet das historische Erbe perfekt mit der Moderne. Wer den Louvre besucht, merkt schnell: Um jedes einzelne Kunstwerk auch nur für wenige Sekunden zu betrachten, bräuchte man mehrere Wochen – weshalb sich die meisten Besucher bei ihrem ersten Trip gezielt auf die berühmtesten Meisterwerke konzentrieren.

SCHLOSS VERSAILLES

Das Schloss Versailles (Château de Versailles) liegt rund 20 Kilometer südwestlich des Pariser Stadtzentrums und ist eine der größten und prachtvollsten Palasanlagen Europas. Ursprünglich von König Ludwig XIII. als kleines Jagdschloss aus Backstein und Sandstein errichtet, ließ es sein Sohn Ludwig XIV. – der berühmte „Sonnenkönig“ – ab 1661 zu einer monumentalen Residenz ausbauen. Von 1682 bis zur Französischen Revolution von 1789 war Versailles das politische und kulturelle Machtzentrum des absolutistisch regierten Frankreichs und bot Platz für Tausende Höflinge, Beamte und Bedienstete.

Architektonisch setzte Versailles weltweit neue Maßstäbe für den Barock und den Klassizismus. Das unumstrittene Herzstück des Schlosses ist der spektakuläre Spiegelsaal (Galerie des Glaces). Auf einer Länge von 73 Metern blicken die Besucher durch 17 monumentale Rundbogenfenster direkt in den Garten, während an der gegenüberliegenden Wand 357 Spiegel das einfallende Licht brechen – zur Entstehungszeit ein unbezahlbarer Luxus und eine bewusste Machtdemonstration französischer Manufakturkunst. Der Saal ging auch in die deutsch-französische Geschichte ein: Hier wurde 1871 das Deutsche Kaiserreich proklamiert und 1919 mit dem Vertrag von Versailles der Erste Weltkrieg offiziell beendet.

Ein ebenso großes Meisterwerk sind die von André Le Nôtre gestalteten Gärten von Versailles. Die barocke Parkanlage erstreckt sich über Hunderte Hektar und besticht durch ihre mathematisch perfekte Symmetrie, kunstvolle Orangerien, ein kilometerlanges Kanalsystem (Grand Canal) und spektakuläre Brunnenanlagen. Die Wasserspiele (Grandes Eaux Musicales), bei denen die historischen barocken Fontänen zu klassischer Musik tanzen, ziehen heute ebenso viele Besucher an wie das Schloss selbst.

Wer den massiven Touristenströmen für einen Moment entkommen will, flaniert tiefer in den Park zu den Lustschlössern Grand Trianon und Petit Trianon sowie dem idyllischen Hameau de la Reine (dem künstlichen Bauerndorf von Marie-Antoinette). Versailles gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe und lässt sich von Paris aus am besten im Rahmen eines Tagesausflugs mit der Vorortbahn RER C erkunden.

JARDIN DU LUXEMBOURG

Der Jardin du Luxembourg im 6. Arrondissement ist die wohl charmanteste und bei den Parisern beliebteste Parkanlage der Stadt. Der rund 26 Hektar große Schlossgarten wurde ab 1612 im Auftrag der Königswitwe Maria von Medici angelegt, die sich nach dem Tod von Heinrich IV. eine Residenz im Stil des florentinischen Palazzo Pitti ihrer Heimat ersehnte. Das dazugehörige Palais du Luxembourg bildet den prachtvollen nördlichen Abschluss des Parks und dient heute als Sitz des französischen Senats, der zweiten Kammer des Parlaments.

Der Garten ist ein meisterhafter Hybrid aus zwei Welten: Während der zentrale Bereich rund um das große, achteckige Wasserbecken (Grand Bassin) in der strengen Symmetrie eines klassischen französischen Barockgartens erstrahlt, gehen die äußeren Bereiche in einen freieren, englischen Landschaftsgarten mit dichten Baumalleen und verschlungenen Pfaden über. Berühmt ist der Park für seine grüne Bestuhlung – die legendären, beweglichen Metallstühle (Chaises du Luxembourg), die seit den 1920er Jahren kostenlos zur Verfügung stehen. Die Pariser nutzen sie flexibel, um sie in die Sonne oder den Schatten der Kastanienbäume zu rücken, ein Buch zu lesen oder einfach das Treiben zu beobachten.

Ein absolutes Juwel im Nordosten des Parks ist die Fontaine de Médicis (Medici-Brunnen). Das romantische, von Efeu umrankte Wasserbecken aus dem Jahr 1630 gilt als einer der beschaulichsten Orte in ganz Paris. Abseits der historischen Pracht ist der Park unglaublich lebendig: Kinder lassen traditionell mit Holzstöcken kleine, bunte Segelboote auf dem Grand Bassin treiben, auf den Sandplätzen treffen sich die älteren Generationen zum Boule-Spielen, und die schattigen Alleen sind ein Hotspot für Jogger.

MOULIN ROUGE

Das Moulin Rouge (französisch für „Rote Mühle“) am Fuß des Montmartre-Hügels im Vergnügungsviertel Pigalle ist das berühmteste Varieté-Theater der Welt. Gegründet wurde das Etablissement im Oktober 1889 von Joseph Oller und Charles Zidler – genau in jenem Jahr, in dem auch der Eiffelturm fertiggestellt wurde und Paris im Glanz der Belle Époque erstrahlte. Mit der markanten, rot erleuchteten Windmühle auf dem Dach war das Theater von Anfang an als unübersehbarer Palast für Tanz, Musik und freizügige Unterhaltung konzipiert.

Weltberühmt wurde das Moulin Rouge vor allem durch den French Cancan. Der energiegeladene, damals als skandalös und hocherotisch geltende Tanz, bei dem die Tänzerinnen im Rhythmus der Musik von Jacques Offenbach ihre Röcke hochwarfen und die Beine in die Luft streckten, zog das Pariser Bürgertum, Bohemiens und internationale Aristokraten gleichermaßen an. Der Maler Henri de Toulouse-Lautrec verewigte die damaligen Stars der Bühne und die nächtliche Atmosphäre des Varietés in seinen weltbekannten Plakaten und Gemälden, die bis heute das nostalgische Paris-Bild prägen.

Auch im modernen Paris hat der Mythos nichts von seiner Faszination verloren. Nach schweren Zeiten, darunter einem verheerenden Brand im Jahr 1915 und mehreren Umbauten, präsentiert sich das Theater heute als weltbekannte Institution. Die aktuellen Revue-Shows wie die langjährige Produktion „Féerie“ bieten ein spektakuläres Zusammenspiel aus aufwendigen Kostümen mit Federn und Pailletten, internationaler Akrobatik und opulenten Bühnenbildern. Wer heute eine der begehrten Abendshows inklusive Champagner oder einem exklusiven Abendessen erleben möchte, muss die Tickets meist Monate im Voraus buchen. Doch selbst wer keine Show besucht, zieht abends an dem leuchtenden Gebäude im 18. Arrondissement vorbei, um das klassische, rot glühende Erinnerungsfoto zu schießen.

Panthéon

Das monumentale Panthéon thront unübersehbar auf dem Hügel der heiligen Genoveva im Herzen des studentischen Quartier Latin. König Ludwig XV. gab das imposante Bauwerk ursprünglich als prachtvolle Abteikirche in Auftrag. Der Architekt Jacques-Germain Soufflot schuf hierbei ein Meisterwerk des frühen Klassizismus, das die Ästhetik der griechischen Antike mit der Leichtigkeit gotischer Architektur verbinden sollte. Nach fast drei Jahrzehnten Bauzeit wurde das Gebäude 1790 fertiggestellt – mitten in den Wirren der Französischen Revolution, weshalb die neuen Machthaber die Kirche kurzerhand zur weltlichen Ruhmeshalle für die großen Persönlichkeiten des Landes umfunktionierten.

Unter der monumentalen Vorhalle mit ihren korinthischen Säulen prangt die berühmte Inschrift: Aux grands hommes la patrie reconnaissante („Den großen Männern das dankbare Vaterland“). In der feierlichen Krypta ruhen die Ikonen der französischen Geistesgeschichte und Politik – darunter die Philosophen Voltaire und Rousseau, die Schriftsteller Victor Hugo und Émile Zola sowie die Physikerin Marie Curie, die als erste Frau aufgrund eigener wissenschaftlicher Verdienste hier beigesetzt wurde.

In der gewaltigen Hauptschiff-Halle erwartet Besucher zudem ein faszinierendes Schauspiel: das Foucaultsche Pendel. Mit diesem über 60 Meter langen Seil und einer schweren Messingkugel bewies der Physiker Léon Foucault hier im Jahr 1851 für jedermann sichtbar die Erdrotation. Wer den Besuch perfekt abrunden möchte, steigt hinauf zur Außengalerie der Kuppel: Von dort oben bietet sich ein grandioser Rundumblick über das linke Seine-Ufer, den nahegelegenen Jardin du Luxembourg und die restliche Metropole.

KATAKOMBEN VON PARIS

Unter den lebendigen Straßen von Paris verbirgt sich in rund 20 Metern Tiefe eine der düstersten und faszinierendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: die Katakomben (Les Catacombes de Paris). Dieses gigantische, rund 300 Kilometer lange Labyrinth aus unterirdischen Gängen entstand ursprünglich durch den Abbau von Kalkstein, der über Jahrhunderte hinweg für den Bau der Pariser Paläste und Kirchen benötigt wurde.

Ihre heutige, makabre Funktion erhielten die Stollen im späten 18. Jahrhundert. Da die Pariser Friedhöfe – allen voran der zentrale Cemetery of the Innocents – wegen Überfüllung und daraus resultierender Seuchengefahr im Jahr 1785 polizeilich geschlossen wurden, beschloss man die Evakuierung der Gebeine. Über Jahrzehnte wurden die sterblichen Überreste von schätzungsweise sechs Millionen Isländern und Parisern im Schutz der Dunkelheit in die ehemaligen Steinbrüche überführt. Darunter befinden sich vermutlich auch die Gebeine berühmter Persönlichkeiten wie Robespierre, Danton oder des Märchenerzählers Charles Perrault.

Ein etwa zwei Kilometer langer Abschnitt dieser ehemaligen Knochengruben ist heute als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach dem Abstieg über eine enge Wendeltreppe betritt man eine völlig andere Welt. Am Eingang warnt die steinerne Inschrift: Arrête! C’est ici l’empire de la mort („Halt! Hier ist das Reich des Todes“). Dahinter reihen sich Oberschenkelknochen und Totenköpfe, die von den damaligen Totengräbern erstaunlich ordentlich, fast schon kunstvoll zu meterhohen Mauern und Säulen gestapelt wurden.

Der Rundgang durch die kühlen, feuchten Gänge im 14. Arrondissement (nahe der Metrostation Denfert-Rochereau) ist ein eindringliches und unvergessliches Erlebnis, das einen scharfen Kontrast zum glamourösen Paris an der Oberfläche bildet. Da die Besucherzahlen streng limitiert sind, empfiehlt es sich auch hier, die Tickets weit im Voraus online zu sichern.

TOUR MONTPARNASSE

Der Tour Montparnasse im 15. Arrondissement ist mit seinen 210 Metern Höhe das einzige echte Hochhaus im zentralen Stadtgebiet von Paris. Bei seiner Fertigstellung im Jahr 1973 als düsterer Betonkoloss heftig kritisiert, was letztlich sogar zu einem jahrzehntelangen Verbot von weiteren Wolkenkratzern in der Innenstadt führte, bietet der Turm heute unbestreitbar einen der spektakulärsten Vorzüge der Metropole: die beste Aussicht der Stadt. Böse Zungen behaupten bis heute, der Blick von dort oben sei deshalb der schönste, weil es der einzige Ort ist, von dem aus man den Turm selbst nicht sehen muss.

Das absolute Highlight wartet im 56. und 59. Stockwerk. Einer der schnellsten Aufzüge Europas katapultiert Besucher in nur 38 Sekunden auf die verglaste Aussichtsetage. Von dort führt eine Treppe vollends hinauf zur offenen Dachterrasse (Rooftop Open Terrace), die einen atemberaubenden 360-Grad-Panoramablick über ganz Paris bietet.

Im Gegensatz zur Aussicht vom Eiffelturm hat man vom Tour Montparnasse das unumstrittene Wahrzeichen der Stadt perfekt im Blickfeld. Der Eiffelturm thront von hier aus gesehen majestätisch über dem Champ de Mars und der Seine. Besonders in den Abendstunden, wenn die Sonne hinter dem Eiffelturm untergeht und die Stadt der Liebe langsam ihr Lichtermeer entfaltet, ist die Terrasse ein magischer Ort. Wenn dann zu jeder vollen Stunde das Glitzern des Eiffelturms einsetzt, genießt man von diesem Logenplatz aus eine unvergessliche Perspektive auf die funkelnde Metropole.

Père Lachaise

Der Cimetière du Père-Lachaise im 20. Arrondissement ist der größte Friedhof von Paris und gilt als der meistbesuchte Friedhof der Welt. Im Jahr 1804 unter Napoleon Bonaparte im Stil eines englischen Landschaftsgartens eröffnet, stieß das Areal anfangs auf wenig Begeisterung bei den Parisern, da es damals weit außerhalb der Stadtgrenzen lag. Um den Friedhof attraktiver zu machen, wurden die Gebeine berühmter Persönlichkeiten wie Molière hierher umgebettet – ein genialer Marketing-Schachzug, der den Père-Lachaise schnell zur begehrtesten Ruhestätte der feinen Gesellschaft machte.

Heute gleicht das weitläufige, hügelige Areal einer friedlichen, von alten Bäumen gesäumten Parklandschaft, die von Kopfsteinpflasterwegen und monumentalen Familiengrüften durchzogen wird. Der Friedhof ist ein Freilichtmuseum der Sepulkralkultur und die letzte Heimat unzähliger Weltstars, Denker und Künstler.

Zu den am häufigsten besuchten Gräbern gehört die Ruhestätte von Jim Morrison, dem legendären Frontmann der Doors, die bis heute ein Pilgerort für Musikfans weltweit ist. Ebenso ziehen die Gräber von Rock-Ikone Édith Piaf, dem Schriftsteller Oscar Wilde (dessen imposantes Grabmal lange Zeit von unzähligen Kussmündern der Fans verziert war) und dem Komponisten Frédéric Chopin täglich Besucher an. Ein Spaziergang durch diesen Ort des Gedenkens bietet eine einzigartige, melancholisch-schöne Atmosphäre abseits des Pariser Großstadttrubels. Der Eintritt ist kostenlos, doch aufgrund der labyrinthartigen Wege empfiehlt es sich, am Eingang einen Plan mitzunehmen, um die berühmten Ruhestätten im dichten Grün der Anlage zu finden.

PONT ALEXANDRE III

Die Pont Alexandre III gilt als die eleganteste, kunstvollste und prachtvollste Brücke der Stadt und verbindet das Viertel um die Champs-Élysées am rechten Seine-Ufer mit dem Invalidendom am linken Ufer. Errichtet wurde das Meisterwerk der Ingenieurskunst anlässlich der Weltausstellung im Jahr 1900. Die Brücke sollte nicht nur ein logistisches Kernstück der Ausstellung sein, sondern auch die damals frisch geschlossene französisch-russische Allianz besiegeln. Benannt wurde sie daher nach dem russischen Zaren Alexander III., dessen Sohn Nikolaus II. im Jahr 1896 den Grundstein für das Bauwerk legte.

Architektonisch ist die einbogige Stahlbrücke ein Paradebeispiel für den opulenten Stil der Belle Époque. Um den Blick auf den Invalidendom und die Champs-Élysées nicht zu versperren, wurde sie extrem flach konstruiert – eine enorme technische Meisterleistung für die damalige Zeit. An den vier Enden der Brücke ragen 17 Meter hohe, monumentale Pfeiler empor, auf denen vergoldete Pegasus-Statuen aus Bronze thronen. Sie symbolisieren die Kunst, die Wissenschaft, den Handel und die Industrie Frankreichs. Entlang des Geländers wird die Brücke zudem von kunstvollen Seemonstern, Nymphen und wunderschönen, gusseisernen Kandelabern geschmückt, die abends ein warmes, romantisches Licht werfen.

Die Brücke ist nicht nur ein Denkmal, sondern auch eine der gefragtesten Fotokulissen der Welt. Von hier aus genießt man einen ungestörten Postkartenblick auf den Eiffelturm, der sich majestätisch flussabwärts erhebt. Ob für professionelle Hochzeitsfotos, Filmszenen oder einfach für ein unvergessliches Urlaubserinnerungsfoto – ein Spaziergang über diesen prunkvollen Übergang fängt die magische und glamouröse Atmosphäre von Paris wie kaum ein anderer Ort ein.

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