Alpspitze
Deutschland - Bayern
Tanja
veröffentlicht am
13. April 2021
Allgemeine Infos zum Ausflug
- 13.08.2015 & 22.09.2019
- Tagesausflug
ALPSPITZ-KLETTERSTEIG
(Wetterstein Gebirge)
Schwierigkeit
B
Zustieg
0:20 h
Dauer
2:30 h
abstieg
2:00 h
Höhenmeter
570 Meter
AUSGANGSORT UND ZUSTIEG
Die Alpspitze ist mit ihrer markanten Pyramidenform das unverkennbare Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen. Ein besonderes Highlight ist die Alpspitz-Ferrata, ein Klettersteig, der direkt durch die imposante Nordwand zum Gipfel auf 2.628 Metern führt. Ausgangspunkt ist die Bergstation der Alpspitzbahn am Osterfelderkopf. Die Talstation befindet sich am Kreuzeckbahnhof 12 in 82467 Garmisch-Partenkirchen.
Wir haben uns dazu entschieden, den Aufstieg mit der Seilbahn abzukürzen – eine gute Entscheidung, da die Tour inklusive Klettersteig als Tagestour sonst extrem fordernd wäre. Wie bei fast allen großen Bergtouren gilt auch hier: Je früher man startet, desto besser. Es ist absolut ratsam, eine der ersten Gondeln des Tages zu nehmen, um den Zustrom an Wanderern zu entgehen und das stabilere Wetter am Vormittag zu nutzen. Während wir bei unserer ersten Begehung vorbildlich die allererste Bahn nahmen, starteten wir beim zweiten Mal erst gegen 9:00 Uhr – ein Unterschied, den man bei den Temperaturen und dem Betrieb am Berg schnell bemerkt.
Sobald man die Gondel auf 2.050 Metern verlässt, wird man mit einem spektakulären Blick auf die umliegenden Gipfel und die tief unter einem liegenden Täler belohnt. Die frische Bergluft und das Panorama sorgen sofort für das richtige Alpin-Feeling. Von der Bergstation aus führt ein gut markierter Weg in etwa 20 Minuten zum eigentlichen Einstieg des Klettersteigs.
DER KLETTERSTEIG AN SICH
Sobald man den Einstieg erreicht hat, beginnt der eigentliche Genuss – oder, je nach Wochentag, das kollektive Bergsteigen. Auf den nächsten 500 Höhenmetern führt die Ferrata in etwa zweieinhalb Stunden stetig bergan. Da der Steig zu den populärsten Touren der bayerischen Alpen gehört, ist man hier selten allein. Oft gleicht der Aufstieg einer regelrechten „Ameisenstraße“, in der man sich gemächlich und in Etappen dem Gipfel nähert. Doch die gelegentlichen Wartezeiten haben einen entscheidenden Vorteil: Man hat mehr Zeit, den Blick schweifen zu lassen.
Technisch gesehen ist der Alpspitz-Klettersteig ein moderates Abenteuer. Der Schwierigkeitsgrad wird offiziell mit B angegeben, wobei weite Passagen eher im Bereich A oder A/B verlaufen. Genau diese Mischung macht ihn so beliebt: Er ist alpin genug, um echtes Gipfelfieber zu wecken, aber technisch einfach genug, um auch für Anfänger mit entsprechender Ausrüstung ein sicheres Erlebnis zu bieten. Wer die Tour genau planen möchte, findet eine detaillierte Topo des Verlaufs auf Bergsteigen.com.
Es ist nicht nur der sportliche Reiz, der die Massen anzieht, sondern vor allem die spektakuläre Kulisse. Da der Steig technisch nicht übermäßig fordert, kann man bereits während des Aufstiegs die Tiefblicke ins Höllental und auf die umliegenden Gipfel voll auskosten. Das Auge klettert hier quasi mit.
Bei beiden Begehungen erreichten wir gegen 12:00 Uhr das Gipfelkreuz der Alpspitze. Wir hatten unglaubliches Glück: Strahlender Sonnenschein und eine Fernsicht, die sprachlos macht. Besonders beeindruckend ist der freie Blick auf die nahegelegene Zugspitze, die sich von hier aus in ihrer ganzen Pracht zeigt. Nachdem wir das Panorama und unsere Gipfelbrotzeit ausgiebig genossen hatten, machten wir uns schließlich an den Abstieg zurück zur Bergstation.
DER ABSTIEG UND WEG ZURÜCK
So glanzvoll der Aufstieg war, so mühsam gestaltete sich der Abstieg. Gleich zu Beginn fordert der Berg volle Konzentration: Der Weg führt in engen Serpentinen über ein ausgedehntes Schotterfeld nach unten. Hier ist Vorsicht geboten, denn der lose Untergrund gleicht oft einer Rutschpartie. Während Andy und viele andere Bergsteiger zügig vorankamen, war ich fast ununterbrochen mit „Bremsen“ beschäftigt, um nicht den Halt zu verlieren. Doch trotz des langsameren Tempos ist der Zeitplan realistisch – nach etwa zwei Stunden erreichten wir wieder die Bergstation.
An der Bergstation angekommen, steht man vor der Entscheidung: Nimmt man die knieschonende Seilbahn oder wagt man den weiteren Abstieg über satte 1.000 Höhenmeter bis ins Tal? Unsere Erfahrung dazu:
2015 – Der Selbstversuch:
Bei unserer ersten Tour waren wir noch voller Tatendrang und dachten, den Weg zum Parkplatz „locker“ zu Fuß meistern zu können. Das Ergebnis? Wir brauchten fast drei Stunden, die Beine brannten und wir kamen völlig erschöpft am Auto an.
2019 – Die Genießer-Variante:
Vier Jahre später waren wir schlauer. Wir sparten uns den mühsamen Marsch ins Tal und investierten die gewonnene Zeit lieber in Lebensqualität. Statt drei Stunden bergab zu stolpern, gönnten wir uns eine ausgiebige Brotzeit an der Bergstation, genossen ein Sonnenbad in den Almwiesen und schwebten schließlich in nur 15 Minuten entspannt mit der Alpspitzbahn nach unten.
UNSER FAZIT
Abschließend können wir die Alpspitz-Ferrata jedem Bergbegeisterten nur wärmstens ans Herz legen. Da der Steig keine extrem schwierigen Passagen aufweist, ist er in unseren Augen der ideale Einstieg für alle, die das Klettersteiggehen zum ersten Mal ausprobieren möchten oder einfach eine genussvolle Tour suchen.
Was diesen Weg jedoch wirklich besonders macht, ist das spektakuläre Panorama: Die gesamte Route bietet kontinuierlich wunderschöne Ausblicke, die oben angekommen in einer phänomenalen Rundumsicht gipfeln. Es ist genau diese Kombination aus moderatem sportlichem Anspruch und atemberaubender Naturkulisse, die die Alpspitze für uns einmalig macht. Wer die bayerischen Alpen von ihrer schönsten Seite erleben will, sollte diese Tour definitiv auf seine Bucket List setzen!












