Grünstein
Deutschland - Bayern
Tanja
veröffentlicht am
30. März 2021
Allgemeine Infos zum Ausflug
- 11.08.2019
- Tagesausflug
Grünstein Klettersteig
(Berchtesgadener Alpen)
Schwierigkeit
D/E
Zustieg
0:45 h
Dauer
3:00 h
abstieg
1:15 h
Höhenmeter
700 Meter
AUSGANGSORT UND ZUSTIEG
Der Grünstein-Klettersteig in den Berchtesgadener Alpen ist eine der populärsten Anlagen der Region. Er zieht sich durch die steile Südwand des Grünsteins und bietet beim Klettern einen grandiosen Tiefblick auf den Königssee und die mächtige Watzmann-Ostwand. Das Besondere an diesem Steig sind die verschiedenen Varianten, die sich im Schwierigkeitsgrad deutlich unterscheiden.
Das Wichtigste auf einen Blick:
Varianten & Schwierigkeit:
Isidor-Variante (Standard):
Hauptsächlich B/C (einige Stellen C). Perfekt für Genusskletterer und sportliche Einsteiger.Hotelroute:
Hauptsächlich D (deutlich steiler, athletischer und kraftraubender).Räuberleiter:
Eine extrem schwere D/E-Variante, die nur für absolute Profis mit viel Armkraft geeignet ist.Hängebrücke:
Im oberen Drittel führt eine spektakuläre, 40 Meter lange Dreiseilbrücke über eine Schlucht (kann umgangen werden).
Dauer: Für den reinen Klettersteig benötigt man je nach Variante ca. 1,5 bis 2,5 Stunden (Gesamttour ca. 4 bis 5 Stunden).
Ausgangspunkt:
Der große, kostenpflichtige Parkplatz Königssee (Seestraße 3, 83471 Schönau am Königssee). Alternativ der Parkplatz am Einstieg der Bob- und Rodelbahn.Zustieg (ca. 45 bis 60 Minuten):
Vom Parkplatz Königssee folgt man der Beschilderung in Richtung der Kunsteisbahn (Königssee-Rennrodelbahn). Man wandert links an der Bahn vorbei und folgt dem steilen, bewaldeten Wanderweg (Grünsteinweg) in Kehren bergauf. Auf einer Höhe von rund 1.000 Metern zweigt der beschilderte Zustiegsweg links ab und führt in wenigen Minuten direkt zu den Einstiegstafeln unterhalb der Felswand.
Um kurz nach 8:00 Uhr sind wir am Ausgangspunkt des Klettersteigs angekommen . Der Weg zum Einstieg führt vom Parkplatz aus über eine Holzbrücke an einer Bobbahn vorbei auf einem breiten Schotterweg nach oben, bevor er dann kurz vor dem Einstieg in einen kleinen Waldweg übergeht. Glücklicherweise ist der Zustieg mit einer Dreiviertelstunde angegeben, sodass auch wir nach ca. einer Stunde am Einstiegspunkt angekommen sind.

Noch auf dem Schotterweg hieß es Gurt, Helm und Klettersteigset anlegen. Da wir uns die Variante Räuberleiter herausgesucht hatten, mussten wir vom Einstieg der einfacheren Isidor Variante noch ein Stück weiter in den Wald hinein. Auch am Einstieg der Hotelroute mussten wir vorbei gehen, um kurz darauf zum Start der Räuberleiter zu gelangen. Die Topo des Klettersteigs mit den unterschiedlichen Routen ist auf Bergsteigen.com zu finden.
DER KLETTERSTEIG AN SICH
Die Variante Räuberleiter beginnt mit einer senkrechten Leiter, die den Fels hinauf führt – der perfekte Anfang eines Klettersteigs!
Es folgen zwei Stellen im Schwierigkeitsgrad D und D/E, die für uns jedoch gut zu klettern waren. Nach einer etwas einfacheren Passage seitlich an der Felswand entlang, kommt man auf die Hotelroute. Auch hier gibt es immer wieder Stellen in D. Als letzten Kraftakt der Hotelroute mussten wir die Schlüsselstelle, einen überhängenden Fels der Schwierigkeit E, überwinden. Nach gut einer Stunde erreichten wir schließlich die Hängebrücke, die den Übergang zur Isidor Variante bildet. Die Brücke war für uns natürlich ein willkommenes Fotomotiv und ein Highlight des Klettersteigs.



Nach der Überquerung der Hängebrücke waren wir in einer Ameisenstraße aus Menschen gefangen, die sich langsam den Berg hinauf schlängelte. Da wir uns nun im einfachsten Abschnitt des Klettersteigs befanden, der auch am meisten und zum Teil auch von Familien mit Kindern begangen wird, mussten wir öfter warten, bevor wir uns an die nächste Wand schwingen konnten. Die schöne Landschaft entschädigte zumindest ein bisschen für die Menschenmassen.




Trotzdem erreichten wir um 12:00 Uhr den Gipfel des Grünsteins auf 1304 m. Wie so oft hatten wir wieder Glück mit dem Wetter und deshalb einen weiten Blick über die Berchtesgadener Region. Wir haben uns übrigens dagegen entschieden ein Stück vor dem Gipfel zur sehr schweren Gipfelwand Variante des Klettersteigs zu wechseln. Diese ist überwiegend mit Schwierigkeitsgrad E ausgeschildert. Dafür waren wir dann doch schon zu erschöpft.
DER ABSTIEG UND WEG ZURÜCK
Als wir die Aussicht lange genug genossen hatten, machten wir uns auf den Weg nach unten. Auf dem Abstieg vom Gipfel kommt man an der Grünsteinhütte vorbei, an der wir uns ein kühles Getränk gegönnt und nochmal eine halbe Stunde gerastet haben. Auf dem weiteren Weg zum Parkplatz folgt man zuerst einem Waldweg und kommt danach wieder auf den Zustiegsweg zurück. Für den Abstieg vom Gipfel haben wir uns Zeit gelassen und inklusiver der Pause an der Hütte (und Stopps für Fotos) ca. drei Stunden gebraucht.

UNSER FAZIT
Abschließend können wir den Klettersteig auf jeden Fall empfehlen. Da man sich den Schwierigkeitsgrad zu Beginn aussuchen kann, ist auch für jeden der passende Einstieg vorhanden.
Wir fanden den Start mit der Räuberleiter sehr schön und lohnend. Falls man also eine Herausforderung möchte bzw. schon ein wenig Klettersteig-Erfahrung mitbringt, sollte man unbedingt einen der schwereren Einstiege wählen. Am schönsten ist es natürlich, wenn wenig los wäre und man nahezu alleine klettern könnte. Dies ist am Grünstein – wenn überhaupt – wahrscheinlich nur unter der Woche und abseits der Ferienzeiten möglich.
Auch landschaftlich hat der Klettersteig einiges zu bieten. Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, noch einmal auf den Grünstein zu klettern – vielleicht sogar mal mit der Gipfelwand als Endspurt.




