Hochthron
Deutschland - Bayern
Tanja
veröffentlicht am
20. April 2021
Allgemeine Infos zum Ausflug
- 15.06.2017
- Tagesausflug
Hochthron Klettersteig
(Berchtesgadener Alpen)
Schwierigkeit
C/D
Zustieg
2:30 h
Dauer
2:00 h
abstieg
3:00 h
Höhenmeter
1495 Meter
AUSGANGSORT UND ZUSTIEG
Der Berchtesgadener Hochthron-Klettersteig führt direkt durch die beeindruckende, rund 400 Meter hohe Ostwand des Berchtesgadener Hochthrons (1.972 m). Er gehört zu den anspruchsvollsten und längsten Sportklettersteigen in Deutschland. Die Route besticht durch perfekten, extrem kompakten Kalkfels, anhaltend steile Wandpassagen und einen gewaltigen Tiefblick auf das Berchtesgadener Becken und Salzburg.
Das Wichtigste auf einen Blick:
Schwierigkeit:
Hauptsächlich C und C/D (anhaltend fordernd, kaum Gehgelände im Steig). Es gibt einige sehr ausgesetzte Pfeiler und steile Verschneidungen, die konstante Armkraft und eine saubere Tritttechnik verlangen.Charakter:
Ein moderner, sehr sportlicher und alpiner Klettersteig. Die Absicherung mit schwerem Stahlseil ist hervorragend, aber aufgrund der Wandhöhe und der Ausgesetztheit ist der Steig absolut kein Anfängerweg.Dauer:
Für den reinen Klettersteig benötigt man ca. 2,5 bis 3 Stunden (ca. 350 Höhenmeter Kletterei). Die Gesamttour als Tagesausflug schlägt mit 5 bis 6 Stunden zu Buche.Ausgangspunkt:
Der Wanderparkplatz am Hinterrossboden (ca. 1.140 m) in Maria Gern (Berchtesgaden). Alternativ kann man auch vom Parkplatz Aschauerweiher starten (verlängert den Zustieg um ca. 30 Minuten).Zustieg (ca. 1,5 bis 2 Stunden):
Vom Parkplatz Hinterrossboden folgt man dem gut ausgebauten Forst- und Wanderweg (Weg Nr. 466) in Serpentinen steil bergauf in Richtung Stöhrhaus. Nach gut 1 bis 1,5 Stunden Gehzeit, kurz vor dem Erreichen des Plateaus (beim sogenannten Mitterkaser), zweigt der beschilderte Klettersteig-Zustieg nach rechts ab. Über ein Schuttkar quert man unter den steilen Felswänden entlang, bis man nach weiteren 20 bis 30 Minuten den gut sichtbaren Einstieg am Fuß der Ostwand erreicht.
Unsere Erfahrung:
In der Früh um 4:30 Uhr klingelte der Wecker – 240km und 2:15 Stunden Fahrt bis zu unserem Ziel in Berchtesgaden. Wir schafften es immerhin bis 8:00 Uhr zum Wanderparkplatz Hinterettenberg in Marktschellenberg, unserem Ausgangspunkt für den Klettersteig auf den Hochthron.
Der Weg bis zum Einstieg in den Klettersteig ist mit 2:30 Stunden angegeben. Da es zuerst eine steile Forststraße hinaufgeht, danach ein eigentlich sehr schöner aber auch recht steiler Waldweg und bis zur „Scheibenkaser“-Hütte noch ein genauso steiler Weg über freies Gelände folgt, waren wir bei der Ankunft an der Hütte schon ziemlich im Eimer. Von der Hütte aus geht es dann noch über ein Schotterfeld ein gutes Stück nach oben, sodass wir um 10.40 Uhr endlich am Einstieg des Klettersteigs ankamen. Vielleicht lag es an unserer Tagesform, aber wir hatten den Zustieg zum Klettersteig wirklich als sehr herausfordernd empfunden.


DER KLETTERSTEIG AN SICH
Nachdem wir unsere Ausrüstung angelegt hatten, begannen wir mit der nun folgenden zweistündigen Kletterei weitere 400 Höhenmeter den Berg hinauf. Der Klettersteig wird mit einer Schwierigkeitsstufe von C/D ausgewiesen und führt auf 1972 m zum Gipfel des Hochthrons. Der Klettersteig ist super mit Tritten und Stahlseilen gesichert und macht richtig Spaß. Auf ungefähr halber Strecke gibt es eine super Gelegenheit für spektakuläre Bilder.
Da wir uns für das ein oder andere Foto Zeit gelassen haben und um die schöne Aussicht auf dem Weg zu genießen, kamen wir nach zweieinhalb Stunden auf dem Gipfel des Hochthrons an. Die Topo des Steigs ist auf Bergsteigen.com zu finden.




Der lange Zustieg und auch der wunderschöne Klettersteig hatten sich wieder einmal gelohnt. Uns erwartete bei strahlendem Sonnenschein ein wunderschöner Ausblick auf die umliegenden Berge. Auf dem Weg vom Parkplatz bis zum Gipfel mussten wir ungefähr 1500 Höhenmeter über eine Strecke von ca. 5,5km überwinden. Der schöne aber nicht unanstrengende Klettersteig und die Aussicht waren aber jeden Meter wert.






DER ABSTIEG UND WEG ZURÜCK
Nachdem wir einige Zeit die Aussicht genossen und währenddessen unsere Brotzeit verspeist hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Da man nicht über den Klettersteig absteigen kann, ging es auf einem anderen Weg einmal um den Berg herum wieder hinunter zur Scheibenkaserhütte.
Von dort aus führt der Weg über einen Waldweg und eine Forststraße bis nach unten zum Parkplatz, den wir um 17.30 Uhr erreichten. Vom langen steilen Zustieg waren wir ja vor dem Klettersteig schon fertig und auch der Klettersteig war nicht ohne. Trotzdem waren wir glücklich und stolz diese Tour geschafft zu haben und einen so schönen Tag erleben zu dürfen.
UNSER FAZIT
Wir möchten den Klettersteig selbst auf jeden Fall empfehlen. Der Schwierigkeitsgrad ist, zumindest unserer Meinung nach, genau richtig – nicht zu anspruchsvoll aber dennoch eine Herausforderung. Und auch landschaftlich hat der Hochthron viel zu bieten. Das Einzige, das uns bisher von einer zweiten Begehung abgehalten hat, ist der relativ lange und steile Zustieg. Vielleicht wagen wir es aber doch noch einmal, denn der Klettersteig selbst und die Landschaft sind es sicherlich wert.





