Kyoto

KYOTO

Kyoto ist eine der geschichtlich und kulturell bedeutendsten Städte Japans. Kyōto war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes von Japan und ist heute der Verwaltungssitz der Präfektur Kyōto. Sie liegt etwa 400 km südwestlich von Tokio im mittleren Westen der japanischen Hauptinsel Honshū, etwa zehn Kilometer südwestlich des Biwa-Sees und ca. 40 km von Osaka entfernt.

Die Stadt ist nach der klassischen chinesischen Geomantie schachbrettartig angelegt. Das Zentrum und der Süden sind das wirtschaftliche Herz der Stadt. Die touristischen Sehenswürdigkeiten befinden sich teilweise im Zentrum; ein Großteil der berühmten Tempel liegt jedoch im Nordosten und Nordwesten der Stadt oder auf Berghängen in der Umgebung. 14 Tempel und Shintō-Schreine wurden zusammen mit drei anderen in den benachbarten Städten Uji und Ōtsu 1994 zum UNESCO-Welterbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) erklä

FUSHIMI INARI-TAISHA

Der Fushimi Inari-Taisha im Süden von Kyoto ist einer der ältesten und bedeutendsten Shintō-Schreine Japans. Gegründet im Jahr 711 n. Chr., noch bevor Kyoto überhaupt zur kaiserlichen Hauptstadt wurde, thront die weitläufige Anlage am Fuße und an den Hängen des heiligen Berges Inari-san. Der Schrein ist das spirituelle Zentrum und der Hauptsitz von landesweit über 30.000 Schreinen, die der Gottheit Inari gewidmet sind. Inari gilt im Shintō-Glauben traditionell als Gottheit des Reises, der Landwirtschaft und der Fruchtbarkeit. Im Zuge der Modernisierung Japans hat sich diese Bedeutung jedoch gewandelt, sodass heute vor allem Geschäftsleute und Unternehmen hierherkommen, um für Wohlstand, finanziellen Erfolg und gutes Gelingen bei ihren Geschäften zu beten.

Weltberühmt ist die Anlage für ihre Senbon Torii, die sogenannten tausend Torii-Tore. Tatsächlich stehen entlang der verschlungenen Pfade weit mehr als 10.000 dieser zinnoberroten Holzpfosten, die sich wie dichte, leuchtende Tunnel den Berg hinaufziehen. Jedes einzelne dieser Tore ist eine Opfergabe von Privatpersonen oder Firmen, die sich damit für ihren Erfolg bedanken oder um zukünftiges Glück bitten. Auf der Rückseite der Tore sind die Namen der Spender sowie das Datum der Aufstellung eingraviert.

Ein weiteres prägendes Element des Schreins sind die unzähligen Steinstatuen von Füchsen, den Kitsune. Sie gelten im Shintō nicht als Götter selbst, sondern als die heiligen Boten Inaris. Viele dieser detailreichen Figuren tragen Symbole im Maul, wie etwa einen Schlüssel für die traditionellen Reisspeicher oder ein Juwel, das die Kraft der Gottheit darstellt. Oft tragen sie auch rote Lätzchen, die von Gläubigen als Zeichen des Respekts und der Bitte um Schutz gestiftet wurden.

Wer den gesamten Pilgerweg auf den 233 Meter hohen Gipfel bestreiten möchte, wandert auf einem etwa vier Kilometer langen Pfad aus Steintreppen. Der Auf- und Abstieg dauert zwischen zwei und drei Stunden. Entlang des Weges lichtet sich der Wald immer wieder für kleinere Nebenschreine, steinerne Altäre und traditionelle Teehäuser. Auf halber Höhe bietet der Aussichtspunkt Yotsutsuji einen weiten Blick über das Panorama von Kyoto. Hier und an anderen Ständen können Wanderer auch regionale Spezialitäten probieren, wie etwa Inari-Sushi – in süßlich frittierte Tofutaschen gehüllter Reis, der der Legende nach die Leibspeise der Götterboten ist. Da der Schrein rund um die Uhr geöffnet und der Eintritt frei ist, nutzen viele Besucher auch die Abendstunden für einen Aufstieg, wenn die beleuchteten Laternen den Pfaden eine mystische Atmosphäre verleihen.

HIGASHI HONGANJI

Der Higashi Hongan-ji im Herzen von Kyoto ist einer der beiden Hauptsitze der Jōdo-Shinshū-Sekte (der Wahren Schule des Reinen Landes), einer der einflussreichsten und meistpraktizierten Richtungen des Buddhismus in Japan. Zusammen mit seinem Schwestertempel, dem Nishi Hongan-ji, bildet er ein spirituelles Zentrum in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs von Kyoto. Die Geschichte des Tempels spiegelt die politischen Machtkämpfe des frühen 17. Jahrhunderts wider: Im Jahr 1602 spaltete der Shogun Tokugawa Ieyasu die damals mächtige Hongan-ji-Institution bewusst in zwei Zweige auf, um deren politischen Einfluss zu schwächen. So entstand der Higashi Hongan-ji (Östlicher Hongan-ji) als Gegenstück zum bereits bestehenden westlichen Tempel.

Das architektonische Prunkstück der weitläufigen Anlage ist die Goei-dō (Halle des Gründers). Mit einer Länge von 76 Metern und einer Höhe von 38 Metern gilt sie als eines der größten hölzernen Gebäude der Welt. In ihrem Inneren wird ein Bildnis von Shinran Shonin verehrt, dem Gründer der Glaubensrichtung. Die Halle beeindruckt durch ihre gewaltige Dachkonstruktion und die schiere Masse an massivem Holz. Direkt daneben steht die etwas kleinere, aber nicht minder prachtvolle Amida-dō (Amida-Halle), die dem Amida-Buddha gewidmet ist, der zentralen Buddha-Gestalt dieser Denomination. Beide Hallen wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach durch verheerende Brände zerstört; die heutigen Gebäude stammen aus einer großen Wiederaufbauphase am Ende des 19. Jahrhunderts.

Im Gegensatz zu vielen anderen berühmten Tempeln in Kyoto, die oft für ihre landschaftlichen Gärten bekannt sind, besticht der Higashi Hongan-ji durch seine weitläufigen, mit feinem Kies ausgelegten Innenhöfe, die eine Atmosphäre von monumentaler Ruhe und Weite mitten in der Großstadt schaffen. Zum Tempelkomplex gehört außerdem der nahegelegene Shosei-en-Garten, eine traditionelle Wandelgarten-Anlage mit einem großen Teich, die einen grünen Rückzugsort bietet. Da der Eintritt zum Hauptgelände frei ist und die Hallen aktiv für Gebete und Zeremonien genutzt werden, bietet der Tempel Besuchern einen authentischen Einblick in die lebendige buddhistische Praxis Japans, abseits der reinen Touristenströme.

OTANI HONBYO

Das Otani Honbyo (auch bekannt als Otani Mausoleum) liegt am Fuße der Hügel von Higashiyama im Osten von Kyoto und ist die offizielle Ruhestätte von Shinran Shonin, dem Gründer der buddhistischen Jōdo-Shinshū-Sekte. Es ist eng mit dem nahegelegenen Tempel Higashi Hongan-ji verbunden und dient als zentraler Ort der Ahnenverehrung für Millionen von Gläubigen in ganz Japan.

Die Anlage ist geprägt von einer tiefen, spirituellen Ruhe. Besucher betreten das Gelände über die markante Meganebashi (Brillenbrücke), eine kunstvolle Steinbrücke, die über einen mit Lotusblumen bewachsenen Teich führt. Das Herzstück des Mausoleums ist die Grabanlage von Shinran, um die herum im Laufe der Jahrhunderte auch die Asche unzähliger treuer Anhänger beigesetzt wurde, die ihrem spirituellen Lehrer im Jenseits nahe sein wollten.

Im Gegensatz zu den touristischen Hotspots Kyotos ist das Otani Honbyo ein Ort des stillen Gedenkens und der aktiven religiösen Praxis. Gläubige kommen hierher, um Räucherstäbchen zu entzünden, Sutren zu rezitieren und der Verstorbenen zu gedenken. Der Eintritt ist frei, und die schattige, von alten Bäumen umgebene Anlage bietet eine besonders friedvolle Atmosphäre abseits der typischen Besucherströme.

KIYOMIZU-DERA

Der Kiyomizu-dera im Osten von Kyoto ist einer der berühmtesten und geschichtlich bedeutendsten Tempel Japans. Gegründet im Jahr 778 n. Chr., blickt die Anlage auf eine über 1200-jährige Tradition zurück und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Name „Kiyomizu“ bedeutet übersetzt „Reines Wasser“ und geht auf den kristallklaren Otowa-Wasserfall zurück, der unterhalb des Tempels entspringt.

Das absolute Wahrzeichen des Tempels ist die monumentale Haupthalle (Hondo), die auf einer riesigen Holzterrasse spektakulär über dem Abgrund der Higashiyama-Hügel thront. Das Besondere an dieser Konstruktion: Sie wurde komplett ohne einen einzigen Nagel erbaut, nur durch das präzise Ineinandergreifen von riesigen Holzbalken. Von der Terrasse aus bietet sich ein weiter Panoramablick über Kyoto. Im Japanischen gibt es sogar die Redewendung „von der Terrasse des Kiyomizu springen“, was so viel bedeutet wie „einen mutigen, entschlossenen Schritt wagen“.

Unterhalb der Haupthalle befindet sich der Otowa-Wasserfall, dessen Wasser sich in drei separate Kanäle aufteilt. Besucher nutzen lange Schöpfkellen, um aus den Strömen zu trinken, da jedem Strom eine andere glücksbringende Wirkung nachgesagt wird: Gesundheit und langes Leben, Erfolg in der Schule oder im Beruf sowie Glück in der Liebe.

Gleich hinter der Haupthalle liegt zudem der Jushshu-Schrein, ein Shintō-Schrein, der dem Gott der Liebe gewidmet ist. Der Weg zum Tempel führt durch die historischen, kopfsteingepflasterten Straßen Ninenzaka und Sannenzaka, die von traditionellen Holzhäusern, Teehäusern und Souvenirläden gesäumt sind und das klassische, alte Kyoto lebendig machen.

MATCHA

Matcha ist in Japan mehr als nur ein grüner Tee – er ist ein jahrhundertealtes Kulturgut, ein Symbol für Achtsamkeit und das kulinarische Aushängeschild der Region Kyoto. Das Geheimnis von hochwertigem Matcha liegt im aufwendigen Anbau und der Verarbeitung. Etwa drei bis vier Wochen vor der Ernte werden die Teesträucher mit großen Netzen oder Strohmatten beschattet. Durch den Entzug von Sonnenlicht produzieren die Pflanzen extrem viel Chlorophyll und Aminosäuren (insbesondere L-Theanin). Das verleiht dem Tee seine charakteristische, leuchtend smaragdgrüne Farbe und den einzigartigen, süßlich-herben Geschmack, der im Japanischen als Umami bezeichnet wird. Nach der Ernte werden die Blätter gedämpft, getrocknet, von Stängeln und Blattadern befreit und traditionell in Granitmühlen extrem langsam zu staubfeinem Pulver gemahlen.

In Japan ist Matcha untrennbar mit dem Chado (dem Teeweg) oder Chanoyu verbunden – der traditionellen japanischen Teezeremonie. Im 12. Jahrhundert brachten buddhistische Mönche den Tee aus China nach Japan. Sie schätzten die Kombination aus Koffein und Aminosäuren, da sie bei stundenlangen Meditationen wachhielt, aber gleichzeitig beruhigte. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich daraus eine hochgradig ritualisierte Kunstform, die auf den vier Prinzipien Harmonie, Respekt, Reinheit und Ruhe basiert. Bei einer Zeremonie wird der Matcha mit heißem Wasser übergossen und mit einem Bambusbesen (Chasen) schaumig geschlagen. Es geht dabei nicht nur um das Trinken, sondern um die Wertschätzung des Augenblicks und die Gastfreundschaft. 

Wenn es um die absolute Spitzenqualität von Matcha geht, fällt sofort ein Name: Uji. Diese kleine Stadt liegt in der Präfektur Kyoto (nur wenige Kilometer südlich der Stadt Kyoto) und gilt als die Wiege des japanischen Grüntees. Das dortige Klima, die nebeligen Flusslandschaften und die nährstoffreichen Böden bieten die weltweit besten Bedingungen für den Teeanbau.

In den historischen Straßen von Kyoto ist Matcha allgegenwärtig. Neben den traditionellen Teehäusern, in denen der Tee pur serviert wird, hat sich eine riesige moderne Kulinarikszene entwickelt. Kyoto ist berühmt für seine Matcha-Kreationen: von intensivem Matcha-Softeis und kunstvollen Parfaits über Matcha-Dango (Reisklößchen) bis hin zu herzhaften Gerichten wie Matcha-Soba-Nudeln. Deswegen war es gar nicht so einfach wie zunächst gedacht, einen „guten“ Matcha zu finden, da es oft Matcha Latte mit massig Zucker oder andere Produkte gibt. Für das „pure“ Matcha Erlebnis sind wir schließlich im Tsujiri Tea House gelandet – zwar nicht ganz billig, aber der Iced Matcha war unglaublich gut!

YASAKA

Der Yasaka-Schrein (oft auch als Gion-Schrein bezeichnet) ist einer der lebendigsten und kulturell wichtigsten Shintō-Schreine in Kyoto. Er liegt prominent im Osten der Stadt, genau am Übergang zwischen dem beleuchteten Vergnügungsviertel Gion und den bewaldeten Hügeln von Higashiyama. Seine Gründung reicht bis ins Jahr 656 n. Chr. zurück, womit er noch älter ist als die Stadt Kyoto selbst. Der Schrein ist Susanoo-no-Mikoto gewidmet, dem Gott des Meeres und der Stürme aus der japanischen Mythologie.

Im Zentrum der Anlage befindet sich eine große Lichttanzbühne, die mit Hunderten von traditionellen Papierlaternen geschmückt ist. Jede dieser Laternen trägt den Namen eines lokalen Unternehmens, das dem Schrein eine Spende zukommen ließ. Besonders nach Einbruch der Dunkelheit, wenn alle Laternen sanft erleuchtet werden, verzaubert der Schrein Besucher mit einer fast magischen Kulisse.

Im Gegensatz zu vielen anderen Schreinen, die abends schließen, ist das Gelände des Yasaka-Schreins rund um die Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt. Das macht ihn zu einem beliebten Treffpunkt für Abendspaziergänge. Da der Schrein direkt an den Maruyama-Park grenzt – Kyotos bekanntesten Ort für das Kirschblütenfest im Frühling –, verbindet sich hier spirituelle Tradition perfekt mit der lebendigen Alltagskultur der Menschen vor Ort.

MARUYAMA PARK

Der Maruyama-Park ist der älteste öffentliche Park in Kyoto und liegt direkt hinter dem Yasaka-Schrein am Fuße der Higashiyama-Berge. Er wurde 1886 eröffnet und ist als klassischer Wandelgarten mit Teichen, kleinen Brücken, Brunnen und traditionellen Teehäusern angelegt.

Weltberühmt ist der Park als Kyotos absoluter Hotspot für das Kirschblütenfest (Hanami) im Frühjahr. Das unbestrittene Herzstück der Anlage ist eine riesige, prachtvolle Trauerkirsche (Shidarezakura), die nachts kunstvoll beleuchtet wird.

Während der Kirschernte zieht der Park Scharen von Menschen an, die unter den Blüten picknicken, während er im Rest des Jahres eine herrlich ruhige, grüne Oase zum Entspannen mitten in der Stadt bietet. Der Eintritt ist frei und der Park ist rund um die Uhr zugänglich.

NISHIKI-MARKT

Der Nishiki-Markt, auch liebevoll „Kyotos Küche“ (Kyoto no Daidokoro) genannt, ist eine schmale, fünf Blocks lange Einkaufsstraße im Herzen der Stadt. Mit einer über 400-jährigen Geschichte spiegelt dieser traditionelle Markt die kulinarische Seele Kyotos wider wie kaum ein anderer Ort. Was einst im Jahr 1311 als einfacher Fischgroßmarkt begann, hat sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer lebendigen, bunten Meile mit über hundert engen Marktständen und winzigen Geschäften entwickelt.

Das unverkennbare Markenzeichen des Nishiki-Marktes ist sein langes, brennend buntes Glasdach in den Farben Rot, Gelb und Grün. Es schützt Händler und Besucher vor dem Wetter und taucht die Passage in ein ganz besonderes Licht. Entlang der knapp 400 Meter langen, engen Gasse reiht sich ein Stand an den nächsten. Hier findet man alles, was die traditionelle Küche Kyotos ausmacht: fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte, kunstvoll eingelegtes Gemüse (Tsukemono), getrockneten Seetang, frischen Tofu, erstklassigen Matcha und handgemachte japanische Messer.

Besonders faszinierend ist der Markt, weil er die Brücke zwischen jahrhundertealter Tradition und moderner Streetfood-Kultur schlägt. Viele Stände haben sich darauf spezialisiert, mundgerechte Portionen direkt auf die Hand zu verkaufen. Zu den berühmtesten Spezialitäten gehören Tako Tamago (kleine, rot gekochte Tintenfische, die mit einem Wachtelei gefüllt sind), frisch gegrillte Wagyu-Rindfleisch-Spieße, Tamagoyaki (süßliches japanisches Omelett am Spieß) und knusprige Tempura-Snacks. Auch Naschkatzen kommen bei Matcha-Softeis oder frisch gebackenen Dango-Reisbällchen voll auf ihre Kosten.

Für die Einwohner Kyotos ist der Markt nach wie vor eine wichtige Anlaufstelle für hochwertige, saisonale Zutaten – insbesondere für die gehobene traditionelle Küche (Kaiseki). Für Reisende bietet der Nishiki-Markt wiederum ein intensives Erlebnis für alle Sinne: Das Durcheinander der Stimmen, die exotischen Düfte, das Zischen der Grills und die kunstvoll arrangierten Waren machen den Spaziergang zu einer kulinarischen Entdeckungstour. Am östlichen Ende der Passage mündet der Markt passenderweise in den kleinen Nishiki-Tenmangu-Schrein, wo Händler und Besucher traditionell für geschäftlichen Erfolg und Wohlstand beten.

Philosoper's Path

Der Philosopher’s Path (Tetsugaku-no-michi) ist ein malerischer, etwa zwei Kilometer langer Spazierweg im Osten von Kyoto. Er verläuft entlang eines von Bäumen gesäumten Kanals am Fuße der Higashiyama-Berge und verbindet den berühmten Silbernen Pavillon (Ginkaku-ji) mit der Umgebung des Nanzen-ji-Tempels. Seinen Namen verdankt der Pfad dem bekannten japanischen Philosophen Nishida Kitaro, der hier im 20. Jahrhundert täglich auf dem Weg zur Universität Kyoto spazieren ging und meditierte. Der Weg ist weltberühmt für seine spektakuläre Kulisse im Frühling: Hunderte von Kirschbäumen säumen das Ufer und verwandeln den Pfad während der Blütezeit in einen rosa Tunnel. Aber auch im Herbst bietet das bunte Laub (Momiji) eine herrlich ruhige und meditative Atmosphäre abseits des Großstadttrubels.

Kyoto GYOEN NATIONALGARTEN

Der Kyoto Gyoen Nationalgarten ist die grüne Lunge im geografischen Zentrum von Kyoto und eine der geschichtlich bedeutsamsten Parkanlagen Japans. Die riesige, rund 65 Hektar große Anlage umschließt den historischen Kaiserpalast (Kyoto Gosho) sowie den Sento-Kaiserpalast. Bevor die Hauptstadt im Jahr 1869 nach Tokio verlegt wurde, war dieses Areal das exklusive Wohnviertel des kaiserlichen Hofstaates, in dem die Residenzen der Adligen und höchsten Regierungsbeamten standen. Nach dem Umzug des Hofes wurden diese abgerissen und das Gelände in einen weitläufigen, für die Öffentlichkeit zugänglichen Nationalgarten umgewandelt.

Das markanteste Merkmal des Parks ist seine weite, offene Struktur. Breite, mit feinem Kies aufgeschüttete Alleen durchziehen das Gelände und bieten Spaziergängern und Radfahrern viel Raum. Der Garten ist von einer historischen Steinmauer umgeben und bricht radikal mit dem dichten, engen Stadtbild, das ihn außerhalb der Mauern umgibt. Das Herzstück des Parks, der eigentliche Kaiserpalast mit seinen eleganten Holzgebäuden und klassischen japanischen Gärten, liegt wie eine Festung inmitten dieser riesigen Grünfläche.

Botanisch und saisonal hat der Kyoto Gyoen einen außergewöhnlichen Stellenwert. Da der Park über 50.000 Bäume beherbergt, wandelt sich sein Gesicht mit den Jahreszeiten. Besonders berühmt ist der Hain der Trauerkirschbäume (Shidarezakura) im Nordwesten des Parks, die meist schon Mitte März – und damit etwas früher als die übrigen Kirschbäume der Stadt – ihre volle Pracht entfalten. Im Spätherbst zieht der Park Besucher mit seinen riesigen, leuchtend gelben Ginkgobaumen und tiefroten Ahornhainen an. Selbst im Winter, wenn im Februar die Pflaumenblüten (Ume) erblühen und ihren intensiven Duft verströmen, bleibt der Park ein Naturerlebnis.

Für die Menschen in Kyoto ist der Nationalgarten heute weit mehr als eine historische Sehenswürdigkeit; er ist ein lebendiger Treffpunkt im Alltag. Historische Überreste wie das Hamaguri-gomon-Tor, an dem 1864 ein berühmter politischer Aufstand stattfand, oder kleine, versteckte Schreine und Teiche mit Karpfen machen den Park zu einem faszinierenden Ort, an dem sich Japans große Geschichte und die entspannte Freizeitkultur der Gegenwart perfekt miteinander verbinden. Der Zugang zum Garten ist kostenlos und rund um die Uhr möglich.

KYOTO STATION & SKYWALK

Die Kyoto Station ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt – sie ist ein futuristisches architektonisches Meisterwerk und eine eigene Sehenswürdigkeit mitten im historischen Herzen Japans. Das heutige, vierte Bahnhofsgebäude wurde 1997 zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadtgründung eröffnet und vom renommierten Architekten Hiroshi Hara entworfen. Mit seiner gewaltigen Fassade aus Glas und Stahl setzt der Bahnhof einen bewussten, modernen Kontrast zu den alten Tempeln und Schreinen der Stadt.

Das beeindruckendste Merkmal des Bahnhofs ist die riesige, 15 Stockwerke hohe Eingangshalle, die von einem gigantischen Glasdach überspannt wird. Die offene Konstruktion wirkt wie eine futuristische Schlucht. An einer Seite der Halle führt die sogenannte Daikaidan (die große Treppe) hinauf – eine riesige Rolltreppen- und Stufenkonstruktion. Im Bahnhofsgebäude selbst befinden sich neben den Shinkansen-Schnellzügen und lokalen Bahnlinien auch ein riesiges Kaufhaus, ein Hotel, ein Theater und eine schier endlose Auswahl an Restaurants (darunter die berühmte „Ramen Koji“-Straße im 10. Stock).

Das versteckte Highlight ist der Skywalk. Dabei handelt es sich um einen verglasten Fußgängertunnel, der 45 Meter über der Haupthalle, direkt unter dem gewaltigen Glasdach des Bahnhofs verläuft. Wenn man den Tunnel durchschreitet, schaut man auf der einen Seite tief hinab in das geschäftige Treiben der Bahnhofshalle. Auf der anderen Seite bieten sich durch die Glasfronten spektakuläre Ausblicke auf die Stadt, insbesondere auf den direkt gegenüberliegenden Kyoto Tower und die Hügel im Norden.

Der Skyway ist komplett kostenlos zugänglich. Man erreicht ihn am einfachsten über die 11. Etage des Kaufhauses (Portal Cafe) oder über die Rolltreppen der großen Treppe auf der Westseite.

VLOGS

Ihr wollt noch mehr von dieser Tour sehen? Auf unserem YouTube-Kanal findet ihr den dazugehörigen Vlog mit vielen weiteren Eindrücken und persönlichen Momenten unserer Reise. Wir freuen uns, wenn ihr uns auch dort begleitet!

Weltreise Vlog #117

Kyoto - Fushimi Inari & Kiyomizu-Dera

Weltreise Vlog #118

Kyoto - Nishiki Markt & Philosophers Path

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