NIAGARAFÄLLE
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ANDY
veröffentlicht am
19. Juli 2022
Allgemeine Infos zur Reise
- 14.07.2022
- 1 Tag
- Tagesausflug
NIAGARAFÄLLE
Die Niagarafälle sind eine Gruppe von gewaltigen Wasserfällen des Niagara-Flusses an der Grenze zwischen den USA (Bundesstaat New York) und Kanada (Provinz Ontario). Sie bestehen aus drei Teilen: den hufeisenförmigen Horseshoe Falls (dem größten Teil auf kanadischer Seite), den American Falls und den kleineren Bridal Veil Falls.
Geografie & Entstehung
Alter: Rund 12.000 Jahre – sie entstanden gegen Ende der letzten Eiszeit durch schmelzende Gletscher, die auch die Großen Seen formten.
Wanderung: Durch ständige Erosion (Abtragung des Gesteins) haben sich die Fälle in den letzten Jahrtausenden um etwa 11 Kilometer stromaufwärts verlagert.
Die drei Teile:
Horseshoe Falls (Kanada):
Die hufeisenförmigen Fälle sind mit einer Kantenlänge von rund 670 Metern und einer Fallhöhe von ca. 52 bis 57 Metern der größte und eindrucksvollste Teil. Etwa 90 % des gesamten Wasserflusses strömen hier herab.American Falls (USA):
Etwa 260 Meter breit, mit einer ununterbrochenen Fallhöhe von rund 21 Metern (bis zu einem Felsenblock am Fuße).Bridal Veil Falls (USA):
Ein kleinerer, benachbarter Wasserfall, getrennt durch die kleine Insel Luna Island
Wassermassen & Kraft
Im touristischen Sommer fließen während der Hauptverkehrszeiten über 2.800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde (entspricht rund 3.160 Tonnen Wasser) über die Kanten. Ein Großteil des Flusses wird vor dem Sturz durch unterirdische Tunnel für riesige Wasserkraftwerke (auf amerikanischer und kanadischer Seite) umgeleitet, um Strom für Millionen von Haushalten zu erzeugen. Nachts und in der Nebensaison wird die Wassermenge über den Fällen künstlich reduziert.
Tourismus & Geschichte
Besucherzahlen:
Die Niagarafälle ziehen jährlich etwa 12 bis 14 Millionen Touristen an und gehören damit zu den meistbesuchten Naturwundern der Welt.Die berühmte Bootstour:
Seit dem Jahr 1846 bringt das Ausflugsschiff Maid of the Mist (auf US-Seite) bzw. Hornblower Niagara Cruises (auf kanadischer Seite) Besucher ganz nah an den tosenden Fuß der Horseshoe Falls heran.Grenzverlauf:
Die Grenze verläuft genau durch die Mitte der Horseshoe Falls. Trotzdem gab es historische Grenzstreitigkeiten darüber, da sich die Fälle durch die Erosion stetig verändern.
Anreise von Toronto
Die Anreise von Toronto zu den Niagarafällen ist unkompliziert und auf verschiedene Arten möglich, entweder als geführte Tour oder auf eigene Faust. Die Strecke beträgt rund 130 Kilometer in südlicher Richtung. Hier ein kurzer Überblick über die Optionen um dorthin zu kommen:
1. Mit dem Bus
Anbieter: Unternehmen wie FlixBus oder Megabus bieten regelmäßige Direktverbindungen ab dem Union Station Bus Terminal in Torontos Innenstadt an.
Fahrtzeit: ca. 1,5 bis 2 Stunden.
Vorteil: Günstige Preise und viele tägliche Abfahrten.
2. Mit dem Zug
Anbieter: GO Transit (regionaler Anbieter) bietet direkte Züge (Lakeshore West Linie) vom Union Station an, insbesondere an Wochenenden und feiertags, sowie ausgewählte Direktverbindungen unter der Woche. Alternativ betreibt auch VIA Rail Verbindungen.
Fahrtzeit: ca. 2 bis 2,5 Stunden.
Tipp: Es gibt spezielle Kombi-Tickets von GO Transit, bei denen die Nutzung der lokalen Touristenbusse (WEGO) vor Ort direkt enthalten ist.
3. Mit dem Auto / Mietwagen
Route: Über den Queen Elizabeth Way (QEW) Richtung Süden um den Ontariosee herum, vorbei an Hamilton.
Fahrtzeit: Je nach Verkehr und Stau (besonders zu Stoßzeiten) ca. 1,5 bis 2 Stunden.
Vorteil: Maximale Flexibilität vor Ort, um auch die Umgebung (wie den malerischen Ort Niagara-on-the-lake) zu erkunden.
Da wir wie so oft auf der Suche nach einer vergleichsweise günstigen Lösung waren, sind wir schließlich mit dem Anbieter MegaBus von Toronto nach Niagara Falls gefahren. Die Fahrt ging von der Toronto Union Station / Bus Terminal aus los:
Die Anreise zu den Fällen hat pro Strecke etwa zwei Stunden gedauert, und preislich lagen wir bei rund 35 Euro pro Person – ein echt fairer Deal für den Ausflug. Wir sind ganz entspannt morgens gestartet, sodass wir pünktlich zur Mittagszeit vor Ort angekommen sind.
Vor Ort hatten wir dann knapp fünf Stunden Zeit, um die Fälle ausgiebig zu erkunden und die Aussicht zu genießen. Für uns war dieses Zeitfenster absolut perfekt und genau richtig, um alles in Ruhe zu sehen, ohne in Stress zu geraten.
Den Skylon Tower haben wir übrigens bewusst ausgelassen – vor allem wegen der Kosten, die sich dafür meiner Meinung nach nicht ganz gelohnt hätten. Stattdessen haben wir ihn uns einfach aus der Ferne zu Gemüte geführt, was vollkommen gereicht hat 😉
Die Rückfahrt ging dann pünktlich um 16:30 Uhr los, womit der Tag ein rundum gelungener Ausflug war.
American und Bridal Veil Falls
Die American Falls und die direkt daneben liegende, kleinere Bridal Veil Falls befinden sich beide vollständig auf der US-amerikanischen Seite der Niagarafälle im Bundesstaat New York. Sie werden durch die Inseln Goat Island und Luna Island von den großen kanadischen Horseshoe Falls getrennt.
Die American Falls sind rund 300 Meter breit und stürzen über eine massive Ansammlung von Felsbrocken an ihrem Fuß in die Tiefe, was ihnen ein sehr wildes und zerklüftetes Aussehen verleiht. Direkt daneben liegt durch eine winzige Landzunge abgetrennt die Bridal Veil Falls – die kleinste der drei Niagarafälle. Sie verdankt ihren Namen ihrem feinen, schleierartigen Aussehen, das durch den feinen Sprühwassernebel entsteht. Zusammen machen diese beiden Wasserfälle etwa zehn Prozent des gesamten Wasserflusses der Niagarafälle aus und bieten Besuchern vor allem von der US-Seite aus (wie zum Beispiel über die Aussichtsplattformen der Cave of the Winds) einen spektakulären und hautnahen Anblick.
Horseshoe Falls
Die Horseshoe Falls (oft auch als Canadian Falls bezeichnet) sind der größte und eindrucksvollste Teil der Niagarafälle. Sie liegen zum weitaus größten Teil auf kanadischer Seite, und ihre charakteristische, rund 670 Meter breite Halbmond- oder Hufeisenform hat ihnen ihren Namen gegeben.
Hier sind die wichtigsten Details dazu:
Gigantische Wassermassen:
Etwa 90 Prozent des gesamten Wasserflusses des Niagara River stürzen hier in die Tiefe – das sind während der Hauptsaison rund 168.000 Kubikmeter Wasser pro Minute.Die Tiefe:
Das Wasser stürzt etwa 57 Meter tief in einen riesigen, rund 35 Meter tiefen Pool.Blick von der kanadischen Seite:
Von Punkten wie dem Table Rock Centre aus steht man direkt an der Bruchkante und bekommt die rohe Kraft und das laute Donnern der Wassermassen hautnah zu spüren. Auch der dichte Sprühnebel, der dort fast immer in der Luft liegt, macht diesen Anblick unvergesslich.




Welche Seite: USA oder Kanada?
Die Horseshoe Falls sind von beiden Seiten aus hervorragend zu bestaunen, doch wenn es um den perfekten Blick auf die American Falls und die Bridal Veil Falls geht, hat die kanadische Seite klar die Nase vorn: Von hier aus schaut man direkt frontal auf das tosende Wasser der US-Fälle. Unser klarer Tipp lautet daher, die Niagarafälle von der kanadischen Seite aus zu besuchen – auch wenn natürlich beide Seiten ihren ganz eigenen, atemberaubenden Reiz haben.
Tipp für zwischendurch:
Es lohnt sich absolut, auch dem direkt angrenzenden Örtchen Niagara Falls einen kurzen Besuch abzustatten. Wir haben uns dort vor Ort etwas zu Mittag besorgt. Ganz billig ist es zwar nicht, aber das Essen war wirklich gut und die Atmosphäre charmant. Das Städtchen ist insgesamt sehr schön angelegt und ein netter Zwischenstopp, um die Eindrücke kurz sacken zu lassen.
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