Ninh Binh
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ANDY
veröffentlicht am
27.05.2024
Allgemeine Infos zur Reise
- 17.07.23 - 29.07.23
- 13 Tage
- Weltreise
NINH BINH
Die im Norden Vietnams gelegene Region Ninh Bình, rund um die gleichnamige Provinzhauptstadt, ist weltberühmt für ihre spektakulären Naturlandschaften. Oft als „Trockene Halong-Bucht“ bezeichnet, besticht die Region durch senkrecht aus üppig grünen Reisfeldern aufragende Kalksteinfelsen, die von ruhigen Flussläufen durchzogen werden. Der Landschaftskomplex Tràng An wurde im Jahr 2014 aufgrund seiner einzigartigen Kombination aus Naturdenkmälern und jahrtausendealter Kulturgeschichte zum UNESCO-Welterbe erklärt.
Die Provinz Ninh Bình erstreckt sich über eine Fläche von rund 1.400 Quadratkilometern (km²) und hat eine Gesamtbevölkerung von etwa 1 Million Einwohnern. Die gleichnamige Hauptstadt Ninh Bình bildet das administrative Zentrum, während sich die touristisch bekannteren Orte wie Tam Cốc und Tràng An in unmittelbarer Nachbarschaft befinden. Geografisch liegt die Region am südlichen Rand des Deltas des Roten Flusses, etwa 90 Kilometer südlich von Hanoi, an der Schnittstelle zwischen den nordvietnamesischen Bergen und der Küstenebene.
Das Klima in Ninh Bình entspricht dem subtropischen Monsunklima Nordvietnams und teilt das Jahr in markante Phasen:
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Die heiße und feuchte Sommerzeit (Mai bis September):
In diesen Monaten steigen die Temperaturen oft auf 30 bis 35 Grad Celsius. Es kommt zu häufigen Regenfällen, die die Reisfelder in ein intensives Grün tauchen. -
Die kühlere Trockenzeit (Oktober bis April):
Die Temperaturen sinken auf mildere 15 bis 22 Grad Celsius. Im tiefen Winter (Januar und Februar) kann es durch dichte Nebelfelder feuchtkalt werden. Die beste Zeit, um die goldgelbe Reisernte zu sehen, liegt meist Ende Mai bis Anfang Juni.
Geschichte und Entwicklung: Die Wiege des unabhängigen Vietnams
Ninh Bình besitzt eine immense historische Bedeutung für die Entstehung des vietnamesischen Staates. Im 10. Jahrhundert (genauer von 968 bis 1010) war das in der Region liegende Hoa Lư die erste offizielle Hauptstadt des unabhängigen Vietnams unter den Dynastien der Đinh und der Frühen Lê. Die von steilen Karstfelsen umgebene Lage bot den Herrschern einen perfekten natürlichen Schutz vor chinesischen Invasoren.
Erst im Jahr 1010 beschloss Kaiser Lý Thái Tổ, die Hauptstadt in das strategisch und wirtschaftlich günstiger gelegene Thăng Long (das heutige Hanoi) zu verlegen. Hoa Lư verlor daraufhin seine politische Vormachtstellung, blieb jedoch als spiritueller Ort von hoher Bedeutung. Die Region versank für Jahrhunderte in ein ruhiges, landwirtschaftliches Dasein, bis sie im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert durch Filmproduktionen (wie „Kong: Skull Island“) und die Ernennung des Tràng-An-Landschaftskomplexes zum kombinierten UNESCO-Weltnatur- und -kulturbeurteil im Jahr 2014 internationale Bekanntheit erlangte.
Wirtschaft: Landwirtschaft, Industrie und Tourismus-Boom
Die wirtschaftliche Struktur von Ninh Bình hat sich in den letzten Jahrzehnten stark diversifiziert und stützt sich heute im Wesentlichen auf drei Säulen:
Tourismus:
Der rasant wachsende Sektor des Öko- und Kulturtourismus ist heute die wichtigste Triebfeder der lokalen Wirtschaft. Die Bootsausflüge in Tam Cốc und Tràng An sowie der Besuch historischer Tempelanlagen sichern Tausenden von Einheimischen ein Einkommen im Gastgewerbe.Zement- und Leichtindustrie:
Aufgrund der riesigen Kalksteinvorkommen ist Ninh Bình ein bedeutendes Zentrum für die vietnamesische Baustoff- und Zementindustrie. Zudem haben sich Textil- und Automobilzulieferbetriebe in der Region angesiedelt.Landwirtschaft und Handwerk:
In den fruchtbaren Ebenen wird intensiv Nassreis angebaut. Zudem ist die Region für das traditionelle Kunsthandwerk der Steinmetze (im Dorf Ninh Vân) und der Seegras- und Flechtwarenherstellung (im Bezirk Kim Sơn) bekannt.
Kultur: Antike Tempel, riesige Pagoden und Höhlen-Bootstouren
Kulturell ist Ninh Bình ein einzigartiges Freiluftmuseum, in dem Natur und Religion verschmelzen. Das historische Erbe wird besonders in der alten Hauptstadt Hoa Lư sichtbar, wo bis heute die Tempel zu Ehren der Kaiser Đinh Tiên Hoàng und Lê Đại Hành inmitten der schützenden Felslandschaft stehen.
In kulinarischer Hinsicht ist Ninh Bình in ganz Vietnam für zwei Spezialitäten berühmt: Cơm Cháy (knusprig frittierter Reis mit einer herzhaften Fleisch- oder Gemüsebrühe) und Gerichte vom Ziegenfleisch (Dê núi), da die Ziegen halbwild auf den steilen Kalksteinfelsen der Region grasen, was ihrem Fleisch ein besonders feines Aroma verleiht.
Tam Coc
Tam Coc, was übersetzt so viel wie „drei Höhlen“ bedeutet, ist ein landschaftliches Juwel im Norden Vietnams, nahe der Stadt Ninh Binh, und wird aufgrund seiner spektakulären Naturkulisse oft ehrfürchtig als „Trockene Halong-Bucht“ bezeichnet. Statt aus dem Meer ragen die monumentalen, üppig grünen Kalksteinfelsen hier direkt aus weiten, flachen Reisfeldern empor, durch die sich der gemächlich fließende Ngo-Dong-Fluss schlängelt.
Das unbestrittene Highlight eines Besuchs ist eine traditionelle Fahrt auf einem der hölzernen Sampan-Boote, die meist auf einzigartige Weise von den lokalen Ruderern mit den Füßen gesteuert werden. Während dieser rund zweistündigen Tour gleitet man fast lautlos an den majestätischen Karstfelsen vorbei und durchquert nacheinander die drei natürlichen Flusshöhlen Hang Ca, Hang Hai und Hang Ba, die über Jahrtausende vom Wasser in den Stein gewaschen wurden. Besonders magisch zeigt sich die Landschaft in den Monaten Mai und Juni, wenn die Reisfelder in einem leuchtenden Goldgelb erstrahlen und die lokale Bevölkerung auf den Booten die Ernte einholt.
Abseits des Flusses lässt sich die idyllische, ländliche Region hervorragend mit dem Fahrrad erkunden, um auf schmalen Wegen zwischen Wasserbüffeln und Bergen zu fahren, oder man erklimmt die nahegelegenen Stufen des Mua-Cave-Aussichtspunkts, der einen atemberaubenden Panoramablick über das gesamte Tal bietet.
HANG MUA VIEWPOINT
Der Hang Mua Aussichtspunkt (oft auch als Mua Cave Viewpoint bekannt und manchmal fälschlicherweise Huang Ma geschrieben) ist der unbestrittene König unter den Fotomotiven in der Region Ninh Binh. Direkt am Fuße des Berges liegt zwar eine kleine, namensgebende Höhle, doch der wahre Schatz offenbart sich all jenen, die bereit sind, den schweißtreibenden Aufstieg auf den Berggipfel zu wagen.
Der Weg nach oben führt über eine imposante, fast 500 Stufen lange Steintreppe, die im Stil der Chinesischen Mauer in den schroffen Fels geschlagen wurde. Auf halber Höhe gabelt sich der Pfad: Der rechte Weg führt zu einer fotogenen, etwas ruhigeren Pagode auf einem schmalen Felsvorsprung, während der linke, steilere Pfad zum höchsten Gipfel leitet. Dort oben thront eine riesige, steinerne Drachenstatue – der schlafende Drache –, die majestätisch über das gesamte Tal wacht und dem Berg seinen Beinamen Lying Dragon Mountain verdankt.
Oben angekommen, wird die körperliche Anstrengung mit einem atemberaubenden 360-Grad-Panoramablick belohnt. Unterhalb des Aussichtspunkts schlängelt sich der Ngo-Dong-Fluss durch die leuchtenden Reisfelder von Tam Coc, auf dem die kleinen Boote wie Spielzeuge wirken, während am Horizont die endlosen Reihen der steilen Karstfelsen aufragen. Besonders spektakulär ist der Aufstieg in den frühen Morgenstunden zum Sonnenaufgang oder am späten Nachmittag, wenn das goldene Licht die Landschaft in eine magische Atmosphäre taucht.
TRANG AN
Das Trang An Ökosystem (oder auch Trang An Naturparadies / Trang An Landschaftsschutzgebiet), das unweit von Tam Coc in der Provinz Ninh Binh liegt, ist das absolute Kronjuwel der Region und wurde von der UNESCO als erste und einzige „gemischte“ Welterbestätte Vietnams ausgezeichnet – also sowohl für seine herausragende Naturschönheit als auch für seine enorme kulturhistorische Bedeutung.
Die monumentale Kulisse besticht durch dramatisch aufragende, dschungelbedeckte Karstfelsen, die aus einem Labyrinth von smaragdgrünen Flüssen und tiefen Tälern emporwachsen. Auf einer der angebotenen, mehrstündigen Bootstouren gleitet man in traditionellen Ruderbooten durch kilometerlange, teils extrem flache Flusshöhlen, die über Jahrtausende vom Wasser in den Stein gewaschen wurden und den Weg in versteckte, komplett von Bergen umschlossene Talkessel freigeben.
Neben der spektakulären Geologie ist Trang An ein Ort von tiefer historischer Bedeutung: Archäologische Funde belegen eine menschliche Besiedlung, die über 30.000 Jahre zurückreicht, während die Region im 10. und 11. Jahrhundert als natürlicher Schutzwall für die nahegelegene einstige kaiserliche Hauptstadt Hoa Lu diente. Entlang der Wasserwege stößt man immer wieder auf einsame, malerisch am Ufer gelegene Tempel und Pagoden, die sich perfekt in die unberührte Natur einfügen und Trang An zu einem fast schon meditativen Ort voller Ruhe und zeitloser Schönheit machen.
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