Atacama

Andy 2025

ANDY

veröffentlicht am
04. August 2022

Allgemeine Infos zur Reise

ATACAMA WÜSTE

Die Atacama-Wüste ist ein geografisches Extrem und gilt als die trockenste Wüste der Erde außerhalb der Polargebiete. Gelegen in Südamerika, erstreckt sie sich über ein gewaltiges Plateau zwischen dem Pazifischen Ozean im Westen und der beeindruckenden Kulisse der Anden im Osten. Ihre Ausdehnung reicht über rund 1.200 Kilometer, beginnend im Süden Perus bei Tacna bis weit in den Norden Chiles hinein, wo sie etwa auf der Höhe von Copiapó endet. Dabei nimmt sie eine Fläche von etwa 105.000 Quadratkilometern ein.

Die klimatischen Bedingungen in der Atacama sind einzigartig: Durch ihre Lage im Regenschatten der Anden und den Einfluss des kalten Humboldtstroms an der Küste entstehen stabile Hochdruckgebiete, die Niederschläge fast vollständig verhindern. Während in manchen Gebieten die durchschnittliche Niederschlagsmenge lediglich 0,5 mm pro Jahr beträgt, gibt es Wetterstationen – etwa in Calama –, die über Jahrzehnte hinweg keinen einzigen Tropfen Regen verzeichnet haben. Diese extreme Aridität führt dazu, dass weite Teile der Wüste vollkommen vegetationslos sind und eine rötliche, zerklüftete Geologie aufweisen. Diese Ähnlichkeit mit der Oberfläche des Roten Planeten ist so frappierend, dass die NASA die Region regelmäßig nutzt, um Mars-Rover und Instrumente für Weltraummissionen zu testen.

Ein zentraler Anlaufpunkt für Reisende, die diese faszinierende „Marslandschaft“ aus nächster Nähe erleben wollen, ist die Oasenstadt San Pedro de Atacama. Auf rund 2.400 Metern Höhe gelegen, dient das Dorf als Basislager für Expeditionen zu den geologischen Highlights der Umgebung. Von hier aus lassen sich die dampfenden Geysire von El Tatio, die bizarren Felsformationen im Valle de la Luna (Mondtal) und die glitzernden Salzpfannen des Salar de Atacama erkunden. Dank der extrem trockenen Luft und der minimalen Lichtverschmutzung bietet die Region zudem einen der klarsten Sternenhimmel der Welt, weshalb dort auch einige der leistungsstärksten Observatorien der Erde, wie das ALMA-Teleskop, angesiedelt sind.

San Pedro de Atacama

San Pedro de Atacama ist das touristische Zentrum im Norden Chiles und das Tor zu einer der faszinierendsten Landschaften unseres Planeten. Die Gemeinde liegt in der Provinz El Loa auf einer Höhe von etwa 2.400 Metern und bildet das administrative sowie kulturelle Herz einer Region, die neben dem Hauptort San Pedro auch die traditionellen Dörfer Toconao, Socaire und Río Grande sowie weitere kleinere Atacameño-Siedlungen umfasst.

Der Ort San Pedro selbst hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte von einem verschlafenen Bauerndorf zu einer lebhaften Drehscheibe für Reisende aus aller Welt entwickelt. Das Stadtbild ist heute eine bunte und staubige Ansammlung aus zahlreichen Restaurants, spezialisierten Tour-Anbietern und kleinen Supermärkten, die die notwendige Infrastruktur für Expeditionen in die Umgebung bereitstellen.

Dass hier fast alles auf den Tourismus ausgerichtet ist, lässt sich kaum übersehen: Die Preise sind im Vergleich zum restlichen Chile deutlich höher und das Angebot an Freizeitaktivitäten ist lückenlos. Doch dieser Fokus auf Besucher kommt nicht von ungefähr. Angesichts der extremen Bedingungen der Atacama – der trockensten Wüste der Welt – ist eine gut organisierte Logistik für die Erkundung der hiesigen Naturwunder unerlässlich. Trotz der touristischen Kommerzialisierung hat sich San Pedro einen gewissen Charme bewahrt.

Die staubigen Straßen ohne Asphalt, die flachen Lehmhäuser und die entspannte Atmosphäre unter der unerbittlichen Wüstensonne schaffen ein Flair, das man so an kaum einem anderen Ort findet. Es ist ein Ort der Kontraste, an dem modernste astronomische Forschung und internationaler Abenteuertourismus auf jahrtausendealte indigene Traditionen treffen.

Valle de La Luna

Das Valle de la Luna (Mondtal) in der chilenischen Region Antofagasta ist eine der bekanntesten Landschaften der Atacama-Wüste. Es liegt in der Cordillera de la Sal, einem Gebirgszug aus Salz- und Tongestein, nur etwa 13 bis 17 Kilometer westlich von San Pedro de Atacama. Die Umgebung wird maßgeblich durch den nahegelegenen Salar de Atacama und den markanten Vulkan Licancabur geprägt, der mit seinen 5.920 Metern die gesamte Region überragt.

Seinen Namen verdankt das Tal der fast völligen Abwesenheit von Vegetation und den bizarren Felsformationen, die tatsächlich an eine Mondlandschaft erinnern. Ein markantes Merkmal sind die weißen Salzkrusten, die an vielen Stellen den rötlichen Boden überziehen. Zu den wichtigsten Anlaufpunkten im Tal gehören die Duna Mayor, eine große Sanddüne mit weitem Ausblick, sowie die Salzformation Las Tres Marías am Ende des befahrbaren Bereichs.

Wir haben uns dazu entschieden, das Tal mit dem Fahrrad zu erkunden, anstatt eine der geführten Bustouren zu nutzen. Für uns war das die ideale Variante, da man die Landschaft so viel direkter wahrnimmt und das Tempo selbst bestimmen kann.

Insgesamt kamen wir auf eine Fahrtstrecke von knapp 35 Kilometern (Hin- und Rückweg ab San Pedro inklusive der Wege im Park). Da wir im chilenischen Winter dort waren, hatten wir für die Tour sehr angenehme Bedingungen: Der Himmel war strahlend blau und die Temperaturen lagen tagsüber bei etwa 21 °C. Während es in der Sonne warm war, wehte oft ein kühler Wind, was das Radfahren recht angenehm machte.

Auch wenn die Strecke gegen Ende – vor allem aufgrund der trockenen Luft und der leichten Steigungen auf dem Rückweg – ein wenig anstrengend wurde, hat sich der Aufwand gelohnt. Man erlebt die Stille der Wüste ohne Motorengeräusche und kann an den verschiedenen Aussichtspunkten ganz in Ruhe anhalten.

Lagunas (escondidas) de Baltinache

Die Lagunas Escondidas de Baltinache sind ein echtes verstecktes Juwel in der Atacama-Wüste. Dieser Komplex besteht aus sieben kleinen, türkisfarbenen Lagunen, die inmitten einer strahlend weißen Salzlandschaft liegen. Die Geologie der Region ist faszinierend: Der Ursprung dieser Salzwüste reicht bis in die Kreidezeit zurück. Als sich die Andenkette auffaltete, wurden Meeresarme eingeschlossen. Durch die extrem geringen Niederschläge und die starke Verdunstung trockneten diese über Jahrmillionen aus und hinterließen die massiven Salzablagerungen, die wir heute sehen.

Die Lagunen selbst sind eher klein – im Schnitt haben sie einen Durchmesser von etwa fünf Metern – und ihre exakte Ausdehnung variiert je nach den seltenen Regenfällen. Das Besondere an Baltinache ist die extreme Salzkonzentration im Wasser, die sogar noch höher ist als im Toten Meer. Da die Lagunas Escondidas etwa 60 Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt liegen und die Strecke über teils holprige Schotterpisten führt, haben wir uns für eine geführte Tour entschieden.

Aus unserer Sicht hat sich der Ausflug absolut gelohnt. Das Farbspektrum des Wassers im Kontrast zum weißen Salz ist beeindruckend. Ein Highlight vor Ort ist, dass man in der ersten und der letzten Lagune des Komplexes baden darf. Wir haben es ausprobiert, auch wenn es während unserer Reisezeit im Juli (dem chilenischen Winter) eine ziemlich kühle Angelegenheit war.

Der Effekt ist jedoch einmalig: Durch den enormen Salzgehalt hat man einen so starken Auftrieb, dass man völlig mühelos an der Oberfläche treibt, ohne unterzugehen. Es ist ein sehr skurriles, aber tolles Gefühl.

MIRADOR CRUZ PAPAL

Der Aussichtspunkt Cruz Papal ist ein ideales Ziel für alle, die eine unkomplizierte und kostengünstige Möglichkeit suchen, die nähere Umgebung von San Pedro de Atacama zu erkunden. Er liegt nur etwa 45 Minuten Fußweg vom Ortszentrum entfernt und ist somit einer der am leichtesten erreichbaren Aussichtspunkte der Region. Namensgeber für diesen Ort ist das große weiße Kreuz, das dort zur Erinnerung an den Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1987 errichtet wurde.

Vom Cruz Papal aus bietet sich eine beeindruckende Panorama-Aussicht auf die Cordillera de la Sal. Besonders die bizarren Formationen und die rötlich schimmernden Hügelketten kommen von hier aus gut zur Geltung. Die Gegend lädt dazu ein, ganz entspannt ein wenig zu wandern und die Weite der Wüste auf sich wirken zu lassen, ohne dass man eine lange Anreise oder eine geführte Tour planen muss.

Wir haben den Weg zum Cruz Papal als perfekte Abwechslung zu den größeren Touren genutzt. Da der Ausgangspunkt fast direkt am Ortsrand von San Pedro liegt, kann man den Besuch spontan in den Tag integrieren. Die etwa 45 Minuten Fußmarsch sind auch in der trockenen Wüstenluft gut zu bewältigen, da der Weg kaum technische Schwierigkeiten bietet.

Für uns war das Besondere an diesem Ort die entspannte Atmosphäre. Man kann dort oben wunderbar die Stille genießen und die Gegend auf eigene Faust erkunden. Ein großer Pluspunkt für das Reisebudget ist natürlich, dass für den Zugang zum Cruz Papal – im Gegensatz zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten in der Atacama – keinerlei Eintrittsgebühren anfallen. Es ist ein herrlicher Ort, um einfach mal durchzuatmen und den Blick über die Cordillera schweifen zu lassen.

ASTRONOMIE

Die Atacama-Wüste gilt weltweit als einer der besten Orte für die Astronomie. Wer dort einmal nachts nach oben blickt, versteht sofort, warum Chile zum Zentrum der globalen Weltraumforschung geworden ist. Die Bedingungen sind dort so ideal, dass man die Milchstraße oft nicht nur als schwachen Schimmer, sondern als plastisches, leuchtendes Band wahrnimmt.

Dass der Himmel hier so klar ist, liegt an einer Kombination aus drei Faktoren:

  1. Extremer Trockenheit: Es gibt kaum Luftfeuchtigkeit, die das Licht brechen oder trüben könnte.
  2. Großer Höhe: Die Atmosphäre über dem Hochplateau ist dünner, was die Verzerrungen (das „Flimmern“ der Sterne) minimiert.
  3. Geringer Lichtverschmutzung: Da die Region extrem dünn besiedelt ist, gibt es kaum künstliches Licht, das den Nachthimmel überstrahlt.

Wegen dieser Bedingungen stehen in der Atacama einige der leistungsstärksten Observatorien der Erde. In der Nähe von San Pedro befindet sich auf über 5.000 Metern das ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array), ein riesiger Komplex aus 66 Präzisionsantennen. Etwas weiter südlich, auf dem Cerro Paranal, steht das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO). Diese Einrichtungen können Galaxien beobachten, die Milliarden von Lichtjahren entfernt sind.

Da man die großen Forschungs-Observatorien meist nur tagsüber (und nur mit langer Voranmeldung) besichtigen kann, haben wir eine der speziellen Astronomie-Touren für Touristen gebucht. Diese starten meist am späten Abend in San Pedro und führen ein Stück hinaus in die dunkle Wüste. Wir waren echt beeindruckt, wie viel man bereits mit bloßem Auge erkennen kann. Und was die Teleskope alles hergegeben haben. Wir haben den Saturn mit seinen Ringen, weit entfernte Sternhaufen und sogar die bunten Gase von Nebeln gesehen.

VLOG

Ihr wollt noch mehr von dieser Tour sehen? Auf unserem YouTube-Kanal findet ihr den dazugehörigen Vlog mit vielen weiteren Eindrücken und persönlichen Momenten unserer Reise. Wir freuen uns, wenn ihr uns auch dort begleitet!

Weltreise Vlog #003

VALLE DE LA LUNA - ATACAMA

Weltreise Vlog #004

LAGUNAS DE BALTINACHE & SAN PEDRO

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