London
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ANDY
veröffentlicht am
25. März 2021
Allgemeine Infos zur Reise
- 22.03.14 - 25.03.14
- 4 Tage
- Städtereise
STÄDTEREISE NACH LONDON
Unsere erste Reise nach England führte uns nach London, in die pulsierende Hauptstadt des Vereinigten Königreichs. Die Metropole liegt auf der Insel Großbritannien im Süden Englands direkt an der Themse – einem Fluss, der seit jeher die Lebensader der Stadt bildet und maßgeblich zu ihrem Aufstieg beigetragen hat. London ist eine Stadt der Superlativen: Auf einer Fläche von rund 1.572 Quadratkilometern erstreckt sich ein gigantischer Ballungsraum. Im Jahr 2019 lebten hier etwa 8,96 Millionen Menschen, wovon allein 3,3 Millionen auf die 13 inneren Stadtbezirke von Inner London entfielen. Diese enorme Bevölkerungsdichte spiegelt sich in einer unvergleichlichen kulturellen und Dynamik wider, die Besucher aus aller Welt in ihren Bann zieht.
Ein Blick in die Geschichte
Die Geschichte Londons reicht fast zweitausend Jahre zurück und ist an fast jeder Straßenecke spürbar. Gegründet wurde die Stadt um das Jahr 43 n. Chr. von den Römern unter dem Namen Londinium. Schon damals war die strategische Lage an der Themse entscheidend für den Handel. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches und wechselvollen Jahrhunderten unter angelsächsischer Herrschaft etablierte sich London nach der normannischen Eroberung 1066 endgültig als Machtzentrum Englands. Im Laufe der Jahrhunderte trotzte die Stadt verheerenden Katastrophen wie der Großen Pest und dem Großen Brand von London im Jahr 1666, aus dessen Asche sie prächtiger denn je wiederauferstand. Mit dem Aufstieg des British Empire im 19. Jahrhundert wurde London zum administrativen und wirtschaftlichen Herzstück des größten Weltreichs der Geschichte. Diese koloniale Vergangenheit prägt das Stadtbild und die multikulturelle Identität der Bevölkerung bis heute.
Motor der Weltwirtschaft und globaler Finanzplatz
Heute ist London weit mehr als ein historisches Denkmal – die Stadt ist ein unübersehbarer Riese der globalen Wirtschaft. Neben New York, Singapur und Hongkong zählt London konstant zu den größten und einflussreichsten Finanzplätzen der Erde. In der City of London, dem historischen Kern und heutigen Bankenviertel, schlägt das finanzielle Herz Europas. Hier haben globale Großbanken, Versicherungen und die traditionsreiche Londoner Börse ihren Sitz. Doch die Wirtschaft der Stadt ist im Wandel: Neben dem klassischen Finanzsektor haben sich in den letzten Jahren die Digitalwirtschaft, Medienunternehmen, die Kreativindustrie sowie der Bereich der Informationstechnologie zu echten Wachstumsmotoren entwickelt. Als globales Entscheidungszentrum zieht London internationale Investitionen und Talente an, was der Stadt eine enorme politische und wirtschaftliche Gestaltungskraft verleiht.
Kulturelles Epizentrum und Touristenmagnet
Diese wirtschaftliche Stärke bildet das Fundament für ein florierendes gesellschaftliches Leben. London gilt völlig zurecht als eines der bedeutendsten Kulturzentren der Welt. Die Stadt beherbergt renommierte Universitäten, weltberühmte Theatergruppen – allen voran im glitzernden West End – und Museen von Weltrang wie das British Museum oder die Tate Modern, die oft sogar kostenlos zugänglich sind. Architekturbegeisterte kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn viele historische Gebäude und Ensembles zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe, darunter der Tower von London, Westminster Abbey und die historische Sternwarte in Greenwich.
Es gibt dort also Einiges zu sehen, und so verwundert es nicht, dass London regelmäßig Spitzenplätze auf den Listen der weltweit beliebtesten Reiseziele belegt. Mit über 19 Millionen Touristen aus dem Ausland im Jahr 2016 war London nach Bangkok die am zweithäufigsten besuchte Stadt der Erde.
Unser persönliches London-Abenteuer
2014 hatten wir uns für ein verlängertes Wochenende die klassischen und versteckten Sehenswürdigkeiten Londons vorgenommen. Wie so oft bei unseren Städtetrips hatten wir uns im Vorfeld ein vergleichsweise günstiges Hotel mit einer guten U-Bahn-Anbindung gesucht – in einer Metropole wie London die beste Ausgangslage, um flexibel zu sein. Von dort aus konnten wir uns jeden Tag problemlos auf den Weg machen. Neben der ausgiebigen Nutzung der legendären öffentlichen Verkehrsmittel – wie den roten Doppeldeckerbussen und der Tube – hatten wir natürlich auch mal wieder so einige Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Denn das ist unserer Meinung nach das Geheimnis von London: Die wahre Atmosphäre der verschiedenen Viertel spürt man erst, wenn man durch die Straßen schlendert.
Im Folgenden wollen wir einige der Highlights vorstellen, die uns von London am intensivsten in Erinnerung geblieben und unserer Meinung nach absolut sehenswert sind:
BUCKINGHAM PALACE
Der Buckingham Palace im Londoner Stadtbezirk City of Westminster ist der offizielle Amtssitz des britischen Monarchen in London und dient als Kulisse für staatliche Anlässe und königliche Empfänge. Das im Jahr 1703 ursprünglich als Buckingham House für den Herzog von Buckingham erbaute Gebäude wurde im 19. Jahrhundert von den Architekten John Nash und Edward Blore zur königlichen Residenz erweitert; Königin Victoria machte es 1837 zu ihrem offiziellen Hauptwohnsitz. Neben seiner Funktion als Arbeitsplatz für das Staatsoberhaupt ist der Palast mit seinen 775 Räumen und dem größten privaten Garten Londons ein weltweiter Touristenmagnet. Besonders die traditionelle Wachablösung (Changing of the Guard) vor dem Haupttor zieht fast täglich Tausende Besucher an. Wenn der Monarch anwesend ist, weht auf dem Dach die königliche Standarte (Royal Standard), andernfalls der Union Jack.
Palace of Westminster & Big Ben
Direkt am Nordufer der Themse erhebt sich der monumentale Palace of Westminster, der Sitz des britischen Parlaments (Houses of Parliament), bestehend aus dem House of Commons (Unterhaus) und dem House of Lords (Oberhaus). Der neugotische Prachtbau, der zusammen mit der Westminster Abbey zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, steht auf geschichtsträchtigem Boden: Jahrhundertelang befand sich hier die königliche Residenz, bis ein verheerendes Feuer 1834 den alten Palast fast vollständig zerstörte.
Das weltweite Erkennungsmerkmal des Komplexes ist jedoch der 96 Meter hohe Uhrturm an der Nordseite. Offiziell heißt dieser seit dem Thronjubiläum von Königin Elisabeth II. im Jahr 2012 Elizabeth Tower – im Volksmund wird er jedoch von fast jedem schlicht Big Ben genannt. Korrekterweise bezeichnet dieser Name aber weder den Turm noch das Ziffernblatt, sondern die schwerste der fünf Glocken im Inneren: Die 13,5 Tonnen schwere Glocke sorgt mit ihrem berühmten Westminster-Schlag weltweit für Gänsehautmomente. Wer den perfekten Blick auf das gesamte Ensemble werfen möchte, schlendert am besten – so wie wir – über die Westminster Bridge oder positioniert sich am gegenüberliegenden Flussufer.
WESTMINSTER ABBEY
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Palace of Westminster befindet sich die Westminster Abbey. Die geschichtsträchtige Krönungskirche der britischen Monarchen zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten weltweit und gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seit der Krönung von Wilhelm dem Eroberer im Jahr 1066 ist die im gotischen Stil errichtete Kirche der traditionelle Schauplatz für die Thronbesteigungen des britischen Königshauses – zuletzt bei der Krönung von König Charles III. im Mai 2023. Darüber hinaus ist die Abtei für geschichtsträchtige königliche Hochzeiten sowie als finale Ruhestätte historischer Persönlichkeiten bekannt. Neben zahlreichen Monarchen wurden hier im sogenannten Poets’ Corner weltberühmte Denker, Wissenschaftler und Literaten wie Isaac Newton, Charles Darwin und Stephen Hawking beigesetzt. Für eine Innenbesichtigung ist aufgrund der hohen Besucherzahlen eine frühzeitige Online-Ticketbuchung ratsam, doch auch die architektonische Westfassade ist von außen ein fester Bestandteil jedes Rundgangs durch den Stadtbezirk Westminster.
ST.-PAUL'S CATHEDRAL
Die St. Paul’s Cathedral liegt in der City of London und ist die Hauptkirche der Diözese London der Church of England. Das barocke Meisterwerk wurde zwischen 1675 und 1710 unter der Leitung des Architekten Sir Christopher Wren erbaut, nachdem der gotische Vorgängerbau beim Großen Brand von London im Jahr 1666 vollständig zerstört worden war. Das prägende Merkmal der Kathedrale ist ihre monumentale, 111 Meter hohe Kuppel, die zu den größten der Welt gehört und das Stadtbild der Londoner City maßgeblich dominiert. In ihrer Geschichte war die Kirche Schauplatz bedeutender staatlicher Ereignisse, darunter das Thronjubiläum von Königin Victoria, die Trauergottesdienste für Lord Nelson, Arthur Wellesley und Winston Churchill sowie die Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana Spencer im Jahr 1981.
In der Krypta, einer der größten Europas, befinden sich die Gräber zahlreicher britischer Persönlichkeiten. Für Besucher ist zudem der Aufstieg in die Kuppel von Bedeutung: Nach der Whispering Gallery (Flüstergalerie), die für ihre besondere Akustik bekannt ist, führen Stufen weiter hinauf zur Stone Gallery und Golden Gallery, von denen aus sich ein weiter Blick über das Finanzviertel und die Themse bietet.
TOWER BRIDGE
Die Tower Bridge ist eine der weltweit bekanntesten kombinierten Hänge- und Klappbrücken und verbindet die Stadtbezirke Tower Hamlets auf der Nordseite mit Southwark auf der Südseite der Themse. Das im neugotischen Stil errichtete Bauwerk wurde im Jahr 1894 nach achtjähriger Bauzeit offiziell eröffnet, um den zunehmenden Verkehr im Londoner Osten zu bewältigen, ohne den Schiffsverkehr zum damaligen Londoner Hafen zu blockieren.
Die Brücke hat eine Gesamtlänge von 244 Metern, wobei die beiden markanten, 65 Meter hohen Türme auf mächtigen Pfeilern in der Themse stehen. Die dazwischen liegenden Baskülen (Brückenklappen) können im Winkel von bis zu 86 Grad hochgeklappt werden – ein Vorgang, der auch heute noch regelmäßig für größere Schiffe stattfindet und online im Voraus eingesehen werden kann. Ursprünglich wurden die Klappen hydraulisch durch Dampfmaschinen bewegt; 1976 wurde das System auf Ölhydraulik und Elektroantrieb umgestellt.
Für Fußgänger existieren in 42 Metern Höhe zwei starre Fußgängerbrücken zwischen den Türmen, die ursprünglich dazu gedacht waren, die Brücke auch im hochgeklappten Zustand überqueren zu können. Heute sind diese Fußgängerstege Teil der Tower Bridge Exhibition, die neben den historischen Maschinenräumen im Süden auch Abschnitte mit Glasböden umfasst, durch die Besucher direkt auf die Fahrbahn und den Fluss blicken können.
TOWER OF LONDON
Der Tower of London – offiziell Her Majesty’s Royal Palace and Fortress of the Tower of London – ist eine historische Festungsanlage am Nordufer der Themse im östlichen Teil der Innenstadt. Die Anlage wurde ab 1078 unter Wilhelm dem Eroberer als hölzerne, später steinerne Festung (White Tower) errichtet, um die Stadt zu sichern und die Macht der normannischen Eroberer zu demonstrieren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Komplex kontinuierlich erweitert und durch zwei äußere Festungsmauern sowie einen Graben geschützt.
Die Nutzung der Anlage war über die Jahrhunderte hinweg äußerst vielseitig: Der Tower diente als königliche Residenz, Waffenkammer (Armouries), Staatsarchiv, Münzprägestätte (Royal Mint) sowie bis ins 19. Jahrhundert hinein als königliche Menagerie (Zoo). Besondere historische Bekanntheit erlangte die Festung jedoch als Staatsgefängnis und Hinrichtungsstätte für hochrangige Gefangene wie Anne Boleyn, Catherine Howard oder Guy Fawkes.
Heute gehört der Tower, der seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Großbritanniens. Zu den Hauptattraktionen im Inneren gehören das im Jewel House aufbewahrte britische Kronjuwelen-Ensemble – darunter die Imperial State Crown –, die Rüstungssammlungen im White Tower sowie die traditionsreichen Palastwachen, die Yeoman Warders (bekannt als „Beefeater“). Eine weitere Besonderheit sind die historisch gehegten Tower-Raben; einer Legende nach stürzt das Königreich, sollten die Raben jemals die Festung verlassen.
THE GHERKIN & THE SHARD
Das markante Bürogebäude The Gherkin (offiziell 30 St Mary Axe) liegt im Finanzviertel der City of London. Der 180 Meter hohe Wolkenkratzer wurde vom weltberühmten Architekten Norman Foster entworfen und im Jahr 2004 offiziell eröffnet. Seinen populären Spitznamen „Die Essiggurke“ verdankt das Gebäude seiner außergewöhnlichen, aerodynamischen Form, die sich nach oben hin verjüngt. Diese Bauweise ist jedoch keineswegs reines Design: Die geschwungene Glasfassade leitet den Wind um das Gebäude herum, verringert Luftverwirbelungen und spart durch ein ausgeklügeltes Belüftungssystem bis zu 50 Prozent der Energie im Vergleich zu klassischen Bürotürmen. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit im Regelfall nicht frei zugänglich; Ausnahmen bilden lediglich das Restaurant und die Bar in der obersten Glaskuppel.
Auf der südlichen Seite der Themse, im Stadtbezirk Southwark, erhebt sich The Shard (auch Shard of Glass). Mit einer Höhe von 309,6 Metern ist der im Jahr 2013 fertiggestellte Turm eines der höchsten Gebäude Europas und dominiert die Skyline südlich des Flusses. Entworfen wurde die pyramidenförmige Glassplitter-Konstruktion vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano. Der Wolkenkratzer ist als „vertikale Stadt“ konzipiert und beherbergt auf 72 nutzbaren Etagen eine Mischung aus Premium-Büroräumen, exklusiven Apartments, mehreren Restaurants, einem Luxushotel sowie Einzelhandelsflächen. Für Touristen ist vor allem die Aussichtsplattform The View from The Shard in den Stockwerken 68 bis 72 von Bedeutung: Sie bietet einen der höchsten und spektakulärsten 360-Grad-Panoramablicke über die gesamte britische Metropole.
LONDON EYE
Das London Eye (zeitweise auch als Millennium Wheel bekannt) ist ein weithin sichtbares Riesenrad am Südufer der Themse im zentralen Stadtbezirk Lambeth. Das Bauwerk wurde nach Entwürfen der Architekten David Marks und Julia Barfield zur Feier der Jahrtausendwende errichtet und im März 2000 offiziell für den Publikumsverkehr geöffnet. Ursprünglich nur für eine Betriebsdauer von fünf Jahren vorgesehen, wurde die Konstruktion aufgrund des anhaltenden wirtschaftlichen Erfolgs permanent beibehalten. Mit einer Höhe von 135 Metern ist das London Eye das höchste Riesenrad Europas. Aus technischer Sicht handelt es sich um das weltweit höchste freitragende Beobachtungsrad (cantilevered observation wheel), da die gesamte Stahlkonstruktion im Gegensatz zu klassischen Riesenrädern nur von einem einseitigen, schräg über die Themse ragenden A-Rahmen gestützt wird.
Das Rad verfügt über 32 voll klimatisierte Glaskapseln, die symbolisch für die 32 Londoner Stadtbezirke (Boroughs) stehen – aus Gründen der Abergläubigkeit wird dabei die Nummer 13 ausgelassen, sodass die Nummerierung bis 33 reicht. Jede der zehn Tonnen schweren Kapseln bietet Platz für bis zu 25 Personen. Da sich das Rad mit einer konstanten Geschwindigkeit von nur etwa 26 Zentimetern pro Sekunde bewegt, stoppt es für den Ein- und Ausstieg der Passagiere in der Regel nicht. Eine vollständige Umdrehung dauert rund 30 Minuten und bietet Besuchern einen barrierefreien 360-Grad-Panoramablick, der bei klaren Sichtverhältnissen eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern ermöglicht.
PICCADILLY CIRCUS
Der Piccadilly Circus ist einer der bekanntesten öffentlichen Plätze und ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im Londoner West End, gelegen im Stadtbezirk City of Westminster. Der Platz wurde im Jahr 1819 unter der Leitung des Architekten John Nash fertiggestellt, um die Haupteinkaufsstraße Regent Street mit der historischen Verkehrsachse Piccadilly zu verbinden. Das lateinische Wort Circus beschreibt dabei die ursprünglich kreisrunde Form des Platzes, die allerdings 1886 durch den Bau der Shaftesbury Avenue verloren ging.
Weltweites Markenzeichen des Piccadilly Circus ist die monumentale, geschwungene LED-Werbewand an der Fassade des Eckgebäudes zur Regent Street, die umgangssprachlich oft als Piccadilly Lights bezeichnet wird. Bereits seit 1908 wird an dieser Stelle Leuchtwerbung betrieben – damals noch mit herkömmlichen Glühbirnen, später mit Neonröhren, bis das System 2017 durch eine zusammenhängende, ultrahochaufgelöste Smart-LED-Fläche ersetzt wurde. Die Lichter werden traditionell nur zu extrem seltenen Anlässen, wie etwa den Trauerfeierlichkeiten für Mitglieder des Königshauses oder weltweiten Stromspar-Aktionen (Earth Hour), komplett abgeschaltet.
Im Zentrum des Platzes befindet sich der 1893 errichtete Shaftesbury Memorial Fountain. Die von Alfred Gilbert entworfene Brunnenstatue stellt den griechischen Gott Anteros (den Gott der erwiderten Liebe) dar, wird im Volksmund jedoch fast ausschließlich fälschlicherweise als dessen Bruder Eros bezeichnet. Die Aluminium-Skulptur ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Durch seine unmittelbare Nähe zu den großen Theatermeilen, dem Vergnügungsviertel Soho, der Einkaufsmeile Oxford Street und dem Gebäudekomplex London Pavilion gilt der Piccadilly Circus als das pulsierende, urbane Herz des Londoner Nachtlebens.
TRAFALGAR SQUARE
Der Trafalgar Square ist der größte öffentliche Platz Londons und gilt als das geografische und kulturelle Zentrum der britischen Metropole. Gelegen im Stadtbezirk City of Westminster, wurde der Platz in den 1830er und 1840er Jahren nach Entwürfen des Architekten John Nash an der Stelle der ehemaligen königlichen Ställe angelegt. Seinen Namen verdankt er der historischen Seeschlacht von Trafalgar im Jahr 1805, in der die britische Royal Navy unter Vizeadmiral Horatio Nelson die kombinierte französisch-spanische Flotte besiegte.
Das unübersehbare Zentrum des Platzes bildet die Nelson Column (Nelsonsäule). Das 1843 errichtete Monument besteht aus einer 5,5 Meter hohen Proteinstatue des Admirals, die auf einer gut 46 Meter hohen Granitsäule thront und in Richtung der Themse blickt. Der Sockel der Säule wird von vier monumentalen, aus Bronze gegossenen Löwenstatuen des Künstlers Edwin Landseer bewacht, die zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt gehören. Flankiert wird das Monument von zwei großen Brunnenanlagen, die in den 1930er Jahren installiert wurden.
An den Ecken des Platzes befinden sich zudem vier große Sockel (Plinths). Während drei von ihnen dauerhafte Statuen historischer Persönlichkeiten tragen, blieb der nordwestliche Sockel, der Fourth Plinth, ursprünglich aus Geldmangel leer. Seit 1999 dient er als weltweit beachtete Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunstwerke, die in regelmäßigem Turnus wechseln.
An der Nordseite wird der Trafalgar Square von der klassizistischen Fassade der National Gallery begrenzt, einem der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Aufgrund seiner zentralen Lage und seiner enormen Ausmaße dient der Platz nicht nur als touristischer Knotenpunkt, sondern ist seit jeher das traditionelle Forum für politische Demonstrationen, gesellschaftliche Großveranstaltungen und die alljährlichen Feierlichkeiten zum Jahreswechsel.
BAHNHOF KING'S CROSS
Der Bahnhof King’s Cross ist einer der wichtigsten Fernbahnhöfe Londons und liegt im zentrumsnahen Stadtbezirk Camden. Der geschichtsträchtige Kopfbahnhof wurde im Jahr 1852 von der Great Northern Railway eröffnet und diente fortan als südlicher Endpunkt der wichtigen East Coast Main Line, die London mit dem Nordosten Englands und Schottland verbindet. Die markante, von Lewis Cubitt entworfene Backsteinfassade mit ihren zwei großen Fensterbögen und dem zentralen Uhrturm galt zur Entstehungszeit als Meisterwerk funktionaler, schnörkelloser Industriearchitektur.
Direkt nebenan befindet sich der 1868 eröffnete Bahnhof St Pancras, mit dem King’s Cross einen gemeinsamen, riesigen Umsteigekomplex bildet. Unterhalb der Bahnhöfe kreuzen sich sechs Linien der London Underground, was die Station King’s Cross St. Pancras zum meistfrequentierten Knotenpunkt des gesamten Londoner U-Bahn-Netzes macht. Im Zuge einer umfassenden Modernisierung im Vorfeld der Olympischen Spiele 2012 erhielt der Bahnhof eine spektakuläre, neue westliche Abfahrtshalle, deren wellenförmiges Stahldach zu den modernsten Architekturbeispielen der Stadt zählt.
Weltweite Bekanntheit erlangte der Bahnhof durch die Romane und Verfilmungen der Harry-Potter-Reihe von J.K. Rowling. In der Geschichte startet hier vom fiktiven Gleis 9 ¾ (Platform 9 ¾) der Hogwarts-Express. Um dem realen Fantourismus gerecht zu werden, hat die Bahnhofsleitung in der Haupthalle ein dauerhaftes Fotomotiv eingerichtet: Ein in der Wand „verschwindender“ Gepäckwagen unter einem entsprechenden Schild zieht täglich Hunderte Besucher an und wird von einem offiziellen Fan-Shop flankiert. Zudem diente die prachtvolle, neugotische Außenfassade des benachbarten St Pancras Renaissance Hotels in den Filmen als Kulisse für den Bahnhof.




















