Reiseimpfungen

ANDY
aktualisiert am
26.06.2024
DIE WICHTIGSTEN REISEIMPFUNGEN
Bevor wir in neue Ländern starten, gehört für uns ein Thema unweigerlich mit zur Vorbereitung: Reiseimpfungen. Impfungen im Allgemeinen und speziell Reiseimpfungen sind denke ich ein kontrovers diskutiertes Thema, bei dem es verschiedene Meinung und kein eindeutiges „richtig“ und „falsch“ gibt. Ganz unabhängig von der persönlichen Einstellung zu Impfungen sollte man sich aber vor jeder Reise über die gesundheitlichen Risiken Gedanken machen und für sich selbst entscheiden in welcher Form man damit umgehen möchte.
Im Folgenden möchten wir deswegen einen kurzen Überblick über die wesentlichen Reisekrankheiten und Impfungen geben. Im Zuge unserer eigenen Vorbereitungen haben wir uns verschiedenste Informationen eingeholt, die wir ebenfalls verlinken möchten. So kann sich jeder selbst ein Bild machen und entscheiden.
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Infos
Wo kann ich mich für meine Reise beraten und impfen lassen?
Die ganz normalen Standardimpfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) nimmt zwar auch der Hausarzt vor, spätestens für Reiseimpfungen sollte man sich aber an einen Tropenarzt wenden.
Dort erhält man eine entsprechend spezialisierte Beratung, in welchen Ländern der Welt welche Impfungen für einen persönlich sinnvoll sein können und wie diese generell ablaufen. Eine reisemedizinische Beratung kostet meist so um die 20-25€ und wird in der Regel nicht von der Krankenkasse erstattet.
Aus unserer Sicht ist das aber kein Thema, da man dafür auch eine umfassende Vorbereitung für die Reise erhält und sich gesundheitlich entsprechend absichern kann. Für die Beratung ist es hilfreich, wenn man bereits (zumindest grob) weiß wo es hingehen soll.
Wann sollte ich mir Gedanken um Impfungen machen?
Sobald feststeht, wohin die Reise geht, kann es nicht schaden sich mit dem Thema zu beschäftigen (ca. ein halbes Jahr im Voraus sollte angepeilt werden). Bei einigen Impfungen braucht es Zeit bis der Impfschutz aufgebaut ist bzw. sind bei einigen Impfungen mehrere Injektionen mit fest vorgegebenen Abständen einzuhalten. Von daher, je früher desto besser!
Zahlt die Krankenkasse die Reiseimpfungen?
Eine allgemeingültige Antwort ist schwierig, da die Kostenübernahme für Reiseimpfungen von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich sein kann. Normalerweise zahlen aber die meisten Krankenkassen von der STIKO empfohlene Impfungen für Reisen komplett oder anteilig. Beim Zentrum für Reisemedizin kann man für einen ersten groben Überblick checken, welche Leistungen die eigene Krankenkasse übernimmt:
relevante reisekrankheiten
Abseits der üblichen Bekannten, die uns die Standardimpfungen gegen Tetanus, Mumps, Masern, Röteln usw. eingebrockt haben, gibt es noch weitere Krankheiten, die insbesondere für Reisende eine Rolle spielen.
Im Folgenden möchten wir einen kurzen Überblick darüber geben, welche Krankheiten in welchen Regionen auftreten, was die Folgen sein können und wie sich diese übertragen:
Gebiete | Folgen | Übertragung | |
Hepatitis A/B | Weltweit bei schlechten hygienischen Verhältnissen v.a. Asien, Mittel- & Südamerika, Afrika | Fieber, Unwohlsein, Brechreiz bis hin zu Gelbsucht und Leberschäden | Meist über "verseuchtes" Trankwasser oder Nahrungsmittel |
Gelbfieber | Mittel- & Südamerika / Afrika | Fieber, schwere Grippesymptome bis hin zu Organschäden | Stechmücken |
Typhus | Weltweit bei schlechten hygienischen Verhältnissen v.a. Asien, Mittel- & Südamerika, Afrika | Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Appetit- und Schlaflosigkeit, Durchfall | Infektion über verunreinigtes Wasser oder Nahrung |
Cholera | Weltweit bei schlechten hygienischen Verhältnissen v.a. Asien, Mittel- & Südamerika, Afrika | meist leichter Durchfall und Bauchkrämpfe; in seltenen Fällen schwerer Wasser- und Elektrolytverlust bis hin zu Kreislaufversagen | Meist über "verseuchtes" Trinkwasser oder Nahrungsmittel |
Tollwut | weltweit, erhöhtes Risiko in Asien, Mittel- & Südamerika, Afrika | tödlich; davor Angstzustände, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Krämpfe, Paralysen | Speichelkontakt, Biss- und Kratzverletzungen durch (Wild-)Tiere |
Japanische Enzephalitis | Asien, nördliches Australien | meist ohne Symptome, schwere Fälle mit neurologischen Erkrankungen, 50% der schweren Fälle tödlich | Stechmücken |
Meningokokken | weltweit, große Menschenansammlungen | Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Photophobie | direkter Kontakt zu Infizierten, Luft- und Tröpfcheninfektion |
Impfungen und sonstige Vorsorge
Auf der Internetseite des Robert Koch Instituts (RKI) findet man zahlreiche Informationen und allgemeine Impfempfehlungen der STIKO, die in der Regel einmal jährlich im so genannten „Epidemiologischen Bulletin des RKI“ veröffentlicht werden. Seit 2004 werden dort ausführliche Begründungen der Empfehlungen aufgeführt. Weitere Details der STIKO zu einzelnen Impfungen sind dort ebenfalls zu finden. Auf den Impfseiten des RKI gibt es zudem eine Reihe von FAQ zu allgemeinen Themen zum Impfen und zu einzelnen Impfungen.
STANDARDIMPFUNGEN
Eine Übersicht über die empfohlenen Standardimpfungen gibt es ebenfalls auf der Internetseite des Robert Koch Instituts (RKI) im „Epidemiologischen Bulletin“ – Seite 6
REISEIMPFUNGEN
Neben den Standardimpfempfehlungen spricht die STIKO Impfempfehlungen für Menschen mit besonderen Indikationen aus – beispielsweise Reiseimpfungen zum individuellen Schutz gegenüber Erkrankungen bei Exposition in bestimmten Ländern. Eine allgemeine Übersicht zu Reiseimpfungen und weiterführenden Informationen findet sich hier:
Darüber hinaus ein paar Infos zu den Impfungen, die wir im Laufe unserer eigenen Recherchen zusammengetragen haben:
Impfschema | Impfschutz | Kosten (insgesamt) | |
Hepatitis A/B | 2 Injektionen
3 Injektionen 0 - 7 - 21 Tage | 14 Tage nach Erstimpfung für ca. 10 Jahre | ca. 120€ |
Gelbfieber | 1 Injektion mind. 10 Tage vor Einreise | lebenslanger Schutz | ca. 60€ |
Typhus | 1 Injektion | 3 Jahre | ca. 35€ |
Cholera | 2 Schluckimpfungen im Abstand von 1-6 Wochen | 85% Schutz für bis zu 2 Jahre | ca. 120€ |
Tollwut | 3 Injektionen 0 - 7 - 21-28 Tage | 2-5 Jahre danach Auffrischung mit einer Injektion | ca. 210€ |
Japanische Enzephalitis | 2 Injektionen im Abstand von 28 Tagen | nach 2 Jahren Auffrischung | ca. 195€ |
Meningokokken (A, C, W, Y) | 1 Injektion | 90% der Geimpften haben Schutz für mind. 3 Jahre | ca. 50€ |
Meningokokken (B) | 2 Injektionen im Abstand von 28 Tagen | bis zu 3 Jahre mit individuell abnehmender Wirksamkeit | ca. 215€ |
Malaria-Prophylaxe
An sich keine Reiseimpfung aber dennoch für viele Reisende ein relevantes Thema: Malaria.
Das Malariarisiko ist dabei abhängig vom grundsätzlichen Risiko des jeweiligen Gebietes, der Aufenthaltsdauer und der Jahreszeit.
Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen zum Schutz vor Malaria zählen folgende Punkte:
Vermeidung von Insektenstichen (Expositionsprophylaxe)
Egal ob weitere Schutzmaßnahmen wie die Einnahme von Medikamenten hinzukommen. Der wichtigste Schutz vor Malaria ist zunächst die Vermeidung von Insektenstichen. Denn kein Stich – keine Übertragung. Effektive Maßnahmen zum Schutz können sein:
• Tragen langer, heller, hautbedeckender Kleidung
• Insektenabwehrmittel / Repellents (Autan, Anti-Brumm, sonstige Mittel mit dem Wirkstoff DEET)
• Verwendung von Moskitonetzen und Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Mückengitter)
• Vermeidung von Zeiten zu denen Mücken besonders sktiv sind (Dämmerung)
Notfallmäßige Selbstbehandlung (Stand-By-Medikamente)
Bei Reisen in Gebiete mit geringem Malariarisiko wird meistens keine Einnahme von Medikamenten zur Chemoprophylaxe empfohlen. Es können jedoch so genannte Stand-By-Medikamente verordnet werden, die zur Selbstbehandlung im Notfall zum Einsatz kommen.
Das ist insbesondere dann relevant, wenn die nächste medizinische Einrichtung nicht innerhalb von 48 Stunden erreicht werden kann. Die Medikamente helfen dann, diesen Zeitraum zu überbrücken, eine Behandlung ist dennoch notwendig. Zudem ist es oft schwierig die Symptome und einen notwendigen Einsatz der Medikamente richtig einzuschätzen.
Medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe)
In Hochrisikogebieten wird hingegen in der Regel empfohlen zum Schutz vor Malaria Medikamente wie z.B. Atovaquon, Chloroquin, Mefloquin etc. einzunehmen. Diese unterscheiden sich oft in der Dosierung und dem zeitlichen Ablauf der Einnahme.
Hier sollte auf jeden Fall eine umfassende reisemedizinische Beratung durch einen Tropenarzt erfolgen, da Malariamedikamente sehr oft zu Unverträglichkeiten führen und nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben können.
Wir selbst haben Malaria-Tabletten in Südafrika (Norden) und in Kenia / Tansania genommen und hatten glücklicherweise keine merkbaren Nebenwirkungen.
Weiterführende Informationen
zum Thema Malaria findet man auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG). Sehr hilfreich sind auch die detaillierten Karten mit ausgewiesenen Risiko- und Hochrisikogebieten: