Rhodos
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ANDY
veröffentlicht am
31. März 2021
Allgemeine Infos zur Reise
- 16.06.2011 - 24.06.2011
- 9 Tage
- Pauschalreise
RHODOS
Rhodos ist die viertgrößte Insel Griechenlands und die Hauptinsel der Dodekanes-Inselgruppe im südöstlichen Ägäischen Meer. Geografisch liegt sie nur etwa 18 Kilometer südwestlich der türkischen Küste. Mit einer Fläche von rund 1.400 Quadratkilometern und einer maximalen Länge von etwa 78 Kilometern vereint die Insel eine abwechslungsreiche Landschaft, die von langen Sand- und Kieselstränden über fruchtbare Täler bis hin zu gebirgigen Regionen im Landesinneren reicht. Die höchste Erhebung ist der Berg Attavyros mit 1.215 Metern.
Klima und beste Reisezeit
Das Klima auf Rhodos ist mediterran geprägt und zeichnet sich durch heiße, trockene Sommer sowie milde, regenreiche Winter aus. Mit über 3.000 Sonnenstunden pro Jahr macht die Insel ihrem Ruf als „Sonneninsel“ alle Ehre. Die Hauptreisezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, wobei die Sommermonate Juli und August die höchsten Temperaturen – oft über 35°C – und die wärmsten Wassertemperaturen bieten. Für Aktivurlauber und Kulturinteressierte eignen sich besonders die Frühlings- und Herbstmonate, da das Klima dann für Wanderungen und Besichtigungen angenehmer ist.
Geschichte und UNESCO-Welterbe
Rhodos blickt auf eine jahrtausendealte, bewegte Geschichte zurück, die von verschiedenen Hochkulturen geprägt wurde. In der Antike war die Insel ein bedeutendes Handelszentrum und weltberühmt für den Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder der Antike. Im Mittelalter hinterließ der Johanniterorden tiefe Spuren: Die mächtige Festungsanlage und die historische Altstadt von Rhodos-Stadt stammen aus dieser Epoche. Sie wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas. Später stand die Insel unter osmanischer und italienischer Herrschaft, bevor sie 1948 offiziell an Griechenland übergeben wurde.
Wirtschaft und Infrastruktur
Der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig der Insel ist der Tourismus, gefolgt von der Landwirtschaft. Auf Rhodos werden vor allem Wein, Oliven, Zitrusfrüchte und Gemüse angebaut. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut: Der internationale Flughafen „Diagoras“ verbindet die Insel direkt mit vielen europäischen Städten, und der Hafen von Rhodos-Stadt ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Fährverkehr in der Ägäis sowie für Kreuzfahrtschiffe. Das Straßennetz ermöglicht es Reisenden, die Insel problemlos mit dem Mietwagen oder dem öffentlichen Busnetz (KTEL) zu erkunden.
Unsere erste gemeinsame Reise
Hinter all den geografischen und historischen Fakten verbirgt sich eine Insel, die man am besten durch eigene Erlebnisse entdeckt. Genau das war der Grund, warum unsere allererste gemeinsame Reise Tanja und mich nach Rhodos führte. Wir hatten uns damals für eine Pauschalreise in das Kallithea Mare Palace entschieden – ein wirklich tolles 4,5-Sterne-Hotel direkt am Meer. Der Weg dorthin war übrigens noch echte Handarbeit: Wir sind damals tatsächlich ins Reisebüro spaziert und haben uns durch gedruckte Kataloge geblättert. Heute fühlt sich diese Vorstellung total verrückt an und man kommt sich fast schon ein bisschen alt vor.
Die Wahl des Hotels erwies sich jedoch als Volltreffer. Es liegt an der Nordostküste der Insel auf einer felsigen Anhöhe, keine zehn Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt. Durch diese erhöhte Lage war der Weg hinunter zum Strand für uns zwar immer eine kleine sportliche Einlage, aber die Aussicht entschädigte für jeden Schritt.
Der Zugang zum Meer war sehr felsig mit nur wenig Sand, wodurch das Wasser wirklich kristallklar war. Die Hotelanlage war wunderschön gestaltet und auch sehr weitläufig, weswegen wir nicht nur den direkten Weg zum Pool oder Meer gingen, sondern die Anlage ausgiebig erkundeten.





Schon damals war uns das aber nicht genug und wir wollten natürlich mehr von Rhodos und der näheren Umgebung sehen. Wir hatten ziemlich Glück, dass das Hotel nur knapp 15 Gehminuten von den Thermen von Kallithea entfernt war. So konnten wir dorthin einen schönen Spaziergang einlegen. Darüber hinaus hatten wir direkt am Hotel eine Bushaltestelle, wodurch wir absolut bequem nach Rhodos Stadt fahren konnten.
RHODOS STADT
Rhodos-Stadt liegt an der äußersten Nordspitze der gleichnamigen griechischen Insel und bildet deren pulsierendes Herz. Die Stadt teilt sich spürbar in zwei Welten: eine moderne Neustadt mit Cafés und Geschäften und die faszinierende historische Altstadt. Letztere ist vollständig von einer imposanten, vier Kilometer langen Stadtmauer umgeben und gehört bereits seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wer durch die mittelalterlichen Gassen schlendert, begibt sich auf eine Zeitreise in die Epoche der Kreuzritter. Besonders die berühmte Ritterstraße (Odós Ippotón) und der mächtige Großmeisterpalast des Johanniterordens versprühen eine Kulisse, die in Europa ihresgleichen sucht.
Am Rande der Altstadt verfügt Rhodos über zwei Häfen, von denen der antike Mandraki-Hafen der geschichtsträchtigste ist. Genau an dessen Eingang soll der Legende nach der berühmte Koloss von Rhodos gestanden haben. Diese über 30 Meter hohe Bronzestatue des Sonnen- und Stadtgottes Helios wurde etwa 292 v. Chr. nach zwölfjähriger Bauzeit aufgestellt und zählte bereits in der Antike zu den sieben Weltwundern. Lange Zeit hielt sich der Mythos, der Koloss habe mit über die Hafeneinfahrt gespreizten Beinen gewacht, sodass Schiffe unter ihm hindurchfahren mussten – aus statischen Gründen vermuten Historiker den Standort heute jedoch eher auf dem Hügel der Altstadt oder an einer der Kaimauern.
Lange währte der monumentale Anblick allerdings nicht: Schon etwa 227/226 v. Chr., nach nur rund 66 Jahren, stürzte die Kolossalstatue infolge eines schweren Erdbebens um. Doch auch ohne den Koloss war die Altstadt von Rhodos mit dem bunten Treiben im Mandraki-Hafen, den historischen Windmühlen und den kleinen Tavernen für uns eine perfekte Abwechslung und ein absolut lohnenswerter Tagesausflug.
THERMEN VON KALLITHEA
Ein weiteres absolutes Highlight in der unmittelbaren Umgebung unseres Hotels waren die Thermen von Kallithea. Das historische Thermalbad wurde 1929 unter italienischer Regie eingeweiht und war bis zum Zweiten Weltkrieg ein glanzvoller Anziehungspunkt. Während des Krieges wurde die Anlage durch Bombardements jedoch größtenteils zerstört. Ursprünglich wurde hier an sechs schwefelhaltigen, warmen Quellen, die seither leider ausgetrocknet sind, die Heilung von Rheuma und anderen Krankheiten praktiziert. Nach einer langen Phase des Verfalls und einer anschließenden, jahrelangen und sehr aufwendigen Renovierung wurde die Thermalanlage im Sommer 2007 endlich neu eröffnet und erstrahlt seitdem in altem Glanz.
Bekannt ist die Anlage heute insbesondere für ihre architektonische Schönheit und die kunstvoll gestalteten Mosaike aus weißen und schwarzen Kieselsteinen (den sogenannten Chochlakia), die im traditionellen griechischen Stil verlegt wurden. Durch die eleganten Kuppelbauten, die Bögen, die bunten Glasfenster der Gebäude und die prächtigen Palmen, die überall auf dem Gelände zu finden sind, entsteht ein fast schon orientalisches Flair. Kein Wunder, dass dieser magische Ort in der Vergangenheit auch immer wieder als Kulisse für internationale Kinofilme wie „Die Kanonen von Navarone“ oder „Alexis Sorbas“ diente.
Heute wird in den Thermen zwar nicht mehr gekurt, aber die Anlage verfügt über eine wunderschöne, sanft abfallende Badebucht mit glasklarem Wasser, die ideal zum Schnorcheln ist, sowie ein gemütliches Café direkt am Meer. Für uns waren die Thermen von Kallithea ein wirklich traumhafter Ort, der perfekt zum Entspannen einlädt und den man bei einem Rhodos-Urlaub definitiv gesehen haben muss.










Unser Fazit
Ob faszinierende Geschichte in den Mauern von Rhodos-Stadt, entspannte Stunden in den malerischen Thermen von Kallithea oder einfach das Rundum-sorglos-Gefühl im Hotel direkt am Meer: Rhodos hat uns von der ersten Minute an verzaubert. Die Insel schafft mühelos den Spagat zwischen lebendiger Kultur und erholsamem Strandurlaub. Für uns war diese erste gemeinsame Reise der perfekte Einstieg in die griechische Inselwelt – und Rhodos bleibt ein Ort, den wir jedem Reisebegeisterten wärmstens ans Herz legen können.




