TORONTO
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ANDY
veröffentlicht am
06. Juli 2022
Allgemeine Infos zur Reise
- 13.07.2022 - 15.07.2022
- 3 Tage
- Städtereise
TORONTO
Toronto ist mit rund 2,9 Millionen Einwohnern in der eigentlichen Stadt und über 6 Millionen Menschen im Großraum (Greater Toronto Area) die größte Metropole Kanadas und gleichzeitig die Hauptstadt der Provinz Ontario. Sie liegt im südöstlichen Teil des Landes am nordwestlichen Ufer des Ontariosees. Obwohl oft fälschlicherweise angenommen, ist Toronto nicht die Bundeshauptstadt Kanadas – das ist das rund 400 Kilometer nordöstlich gelegene Ottawa.
Die Stadt blickt auf eine verhältnismäßig junge Geschichte zurück: Sie wurde im Jahr 1793 unter dem Namen „York“ von den Briten als militärischer Stützpunkt gegründet und 1834 in Toronto umbenannt, was sich aus einer indigenen Sprache ableitet und so viel wie „Wo Bäume im Wasser stehen“ bedeutet. Heute gilt Toronto dank historischer Einwanderungswellen als eine der multikulturellsten Städte der Welt, in der mehr als 160 verschiedene Sprachen gesprochen werden und etwa die Hälfte der Bevölkerung außerhalb Kanadas geboren wurde. Der offizielle Wahlspruch der Stadt lautet passend dazu „Diversity Our Strength“ (Vielfalt ist unsere Stärke). Durch die Aufnahme einer Reihe von Vorstädten, die bereits mit Toronto verschmolzen waren (Etobicoke, Scarborough, York, East York und North York), wurde Toronto Ende der 1990er Jahre mehrfach vergrößert. Das Zentrum mit dem Einkaufs- und Bankendistrikt befindet sich in der Nähe des Sees. Die Haupteinkaufsstraße ist die Yonge Street. Toronto ist seit ungefähr den 1970er Jahren, nachdem Montreal über Jahrzehnte hinweg diese Rolle zugefallen war, Kanadas Wirtschaftszentrum und weltweit einer der führenden Finanzplätze.
Geografisch und wirtschaftlich ist die Metropole eingebettet in das sogenannte „Golden Horseshoe“ (Goldenes Hufeisen), einer dicht besiedelten Region am westlichen Ende des Ontariosees. Das Klima vor Ort ist durch die Nähe zum See vergleichsweise moderat, zeichnet sich jedoch durch vier ausgeprägte Jahreszeiten mit warmen Sommern (oft um 25 °C) und kalten, schneeereichen Wintern aus.
Wir haben Toronto im Rahmen unserer Weltreise besucht, da unser Flug nach Chile über Toronto ging. Da wir das nicht ungenutzt lassen wollten, haben wir den Weiterflug erst zwei Tage später gebucht, damit wir uns die Stadt und die nahegelegenen Niagarafälle anschauen konnten. Im Folgenden ein paar der Highlights der Stadt:
CN Tower (Canadian National Tower)
Der CN Tower (Canadian National Tower) prägt seit den 1970er-Jahren das Stadtbild von Toronto und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Kanadas. Mit einer Gesamthöhe von 553,33 Metern war der 1976 fertiggestellte Fernseh- und Aussichtsturm mehr als drei Jahrzehnte lang das höchste freistehende Bauwerk der Welt. Ursprünglich von der Eisenbahngesellschaft Canadian National erbaut, um die Telekommunikation in der Region zu verbessern, zieht das Bauwerk heute jährlich rund zwei Millionen Besucher an.
Neben seiner Funktion als Sendemast bietet der Turm mehrere Aussichtsplattformen und Publikumsattraktionen. Auf etwa 346 Metern Höhe befindet sich das Hauptdeck mit dem berühmten gläsernen Boden (Glass Floor), während der noch höher gelegene SkyPod auf 446,5 Metern zu den höchsten Aussichtspunkten der Welt gehört und an klaren Tagen den Blick bis zu den Niagara-Fällen ermöglicht. Kulinarische Highlights bietet ein drehendes Panorama-Restaurant auf 351 Metern Höhe. Für Nervenkitzel sorgt zudem der sogenannte EdgeWalk, ein gesicherter, freihändiger Spaziergang auf einem Sims im Außenbereich der Hauptplattform. Auch architektonisch bleibt das Bauwerk eindrucksvoll: Aufgrund seiner Höhe wird der Turm schätzungsweise 75-mal pro Jahr von Blitzen getroffen und gilt bis heute als höchste freistehende Struktur in der westlichen Hemisphäre.
Old City Hall
Die Old City Hall in Toronto ist eines der beeindruckendsten historischen Gebäude der Stadt und ein herausragendes Beispiel für die Architektur der Richardsonian Romanesque (Neuromanik). Sie wurde von dem Architekten E.J. Lennox entworfen, über einen Zeitraum von zehn Jahren erbaut und 1899 eröffnet. Damals war sie das größte städtische Gebäude in ganz Nordamerika. Markenzeichen des massiven Sandsteinbaus mit seiner detailreichen Steinmetzkunst sind der 104 Meter hohe, versetzte Uhrturm und die kunstvollen Glasfenster im Inneren. Nachdem das Gebäude bis 1965 als Rathaus gedient hatte und später als Provinzgericht genutzt wurde, gilt es heute als geschützte nationale historische Stätte und bildet einen faszinierenden architektonischen Kontrast zum modernen, direkt gegenüberliegenden neuen Rathaus am Nathan Phillips Square.
New City Hall
Die New City Hall von Toronto, die offiziell 1965 eröffnet wurde, steht in starkem architektonischen Kontrast zur historischen Old City Hall und gilt als eines der unverkennbaren Wahrzeichen der Stadt. Das futuristische Gebäude wurde von dem finnischen Architekten Viljo Revell im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs entworfen und ist ein herausragendes Beispiel der modernen Neo-Expressionismus-Architektur. Es besteht aus zwei unterschiedlich hohen, geschwungenen Hochhaustürmen (einem mit 27 und einem mit 20 Stockwerken), die sich wie schützende Arme um den zentralen, muschelförmigen Ratssaal legen. Direkt vor dem Komplex liegt der lebendige Nathan Phillips Square, ein großer öffentlicher Platz mit einem großen Reflexionsbecken, das im Winter als beliebte Eislaufbahn dient.
Church and Wellesley Neighbourhood
Das Viertel Church and Wellesley (oft auch einfach als Toronto’s Gay Village bezeichnet) ist einer der lebendigsten, geschichtsträchtigsten und inklusivsten Stadtteile im Herzen der Downtown von Toronto. Es erstreckt sich grob zwischen Yonge Street im Westen, Jarvis Street im Osten, Charles Street im Norden und Gerrard Street im Süden.
Historisch gewachsen im späten 19. Jahrhundert, zeichnet sich die Nachbarschaft durch eine charmante Mischung aus gut erhaltenen viktorianischen Häusern, gemütlichen Straßen und modernen Wohn- sowie Hochhauskomplexen aus. Seit den 1970er- und 1980er-Jahren hat sich das Gebiet zum unbestrittenen Epizentrum der kanadischen LGBTQ+-Community und zu einem weltweiten Symbol für Akzeptanz, Vielfalt und Bürgerrechtsaktivismus entwickelt.
Die Hauptschlagader des Viertels ist die Church Street, gesäumt von zahlreichen bunten Restaurants, Cafés, Geschäften, LGBTQ+-Bars und Nachtclubs wie dem ikonischen Woody’s. Das Viertel beherbergt zudem wichtige soziale und kulturelle Einrichtungen wie das 519 Community Centre sowie den AIDS Memorial in der Barbara Hall Park, der an Opfer der Epidemie erinnert. Jedes Jahr im Juni verwandelt sich Church and Wellesley in das pulsierende Hauptzentrum der weltbekannten Pride Toronto-Paraden, die Hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt anlocken.
Wir sind dort eher zufällig gelandet und haben uns im Nachgang ein wenig über das Viertel informiert. Allerdings war es nicht wirklich schwer zu erraten worum es geht, nachdem wir über einen Regenbogen-Fußgängerüberweg gegangen sind 😉
Harbourfront
Das ruhige Viertel Harbourfront liegt direkt am Ufer des Ontariosees und bietet einige Parks sowie Galerien, Theater und literarische Veranstaltungen im Harbourfront Centre. Beliebt ist auch die Fährfahrt zu den Toronto Islands, wo es einige Strände gibt. Uns hat es sehr gut gefallen einfach an der Uferpromenade entlang zu laufen und die Gegend zu erkunden. In den Parks konnte man ganz gut Pausen einlegen und sich ein wenig ins Gras legen.



HTO Park
Der HTO Park ist ein einzigartiger, 2007 eröffneter Stadtpark direkt am Ufer des Ontariosees in Toronto und gilt als Paradebeispiel für moderne urbane Landschaftsarchitektur. Der Name ist ein cleveres Wortspiel aus der chemischen Formel für Wasser (H2O) und dem Städtekürzel TO (Toronto). Das Areal liegt im Inner Harbour an der Queens Quay West und wurde auf ehemaligen Industrieflächen angelegt, um den früheren Industriehafen in einen einladenden öffentlichen Erholungsraum zu verwandeln.
Besonders bekannt und ein echtes Markenzeichen des Parks ist die Kombination aus einer Sandstrand-Ästhetik mitten in der Stadt, sanften Grün- und Rasenhügeln sowie markanten, leuchtend gelben Sonnenschirmen und klassischen kanadischen Holzstühlen (Muskoka chairs). Während man dort nicht im See baden kann, bietet der HTO Park Einheimischen wie Besuchern eine entspannte Strandatmosphäre direkt vor der beeindruckenden Kulisse der Skyline von Toronto.



Toronto Music Garden
Der Toronto Music Garden ist ein absolut einzigartiger und kreativer Stadtpark direkt an der Uferpromenade von Toronto, der Landschaftsarchitektur und klassische Musik auf faszinierende Weise miteinander verbindet. Er wurde 1999 eröffnet und basierte auf einer Idee des weltberühmten Cellisten Yo-Yo Ma, der zusammen mit der Landschaftsdesignerin Julie Moir Messervy an einem Projekt arbeitete, um Musik in die Natur zu übertragen.
Das gesamte, rund drei Hektar große Areal ist visuell und räumlich von Johann Sebastian Bachs 1. Suite für Cello solo (BWV 1007) inspiriert. Der Park ist in sechs verschiedene Bereiche unterteilt, die jeweils einem Satz beziehungsweise den traditionellen Tanzformen der Suite nachempfunden sind:
Prelude: Ein wellenförmiger, flussähnlicher Landschaftsabschnitt mit Granitfelsen und Baumreihen, der das Fließen von Wasser darstellt.
Allemande: Ein ruhiger Birkenwald mit geschwungenen Wanderwegen.
Courante: Eine farbenfrohe Blumenwiese mit spiralförmigen Wegen, die Schmetterlinge anlockt.
Sarabande: Ein von Nadelbäumen umrahmter, friedlicher Kreis, der als „Dichterwinkel“ dient.
Menuett: Ein formeller, symmetrischer Blumengarten mit einem handgefertigten Pavillon aus Stahl, der als Bühne für musikalische Ensembles dient.
Gigue: Ein Bereich mit riesigen Rasenstufen, die an ein amphitheaterartiges Gelände erinnern und einen tollen Blick auf den Hafen bieten.
Im Sommer ist der Toronto Music Garden ein beliebter Veranstaltungsort für die Reihe Summer Music in the Garden, bei der im Freien kostenlose Konzerte und Tanzaufführungen stattfinden. Er bietet Einheimischen und Touristen eine grüne, kreative Oase der Ruhe mitten am Ontariosee.



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