Verona
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ANDY
veröffentlicht am
31. November 2021
Allgemeine Infos zur Reise
- 16.07.2016
- 1 Tag
- Rundreise
VERONA
Verona gilt weltweit als eine der romantischsten Städte Italiens und als Juwel der venezianischen Baukunst. Die Stadt in der norditalienischen Region Venetien verbindet antikes römisches Erbe, mittelalterliche Festungsarchitektur und weltberühmte Kultur auf einzigartige Weise.
Allgemeine Daten
Verona erstreckt sich über eine Fläche von rund 198 km² und zählt etwa 255.000 Einwohner. Damit ist sie nach Venedig die zweitgrößte Stadt der Region Venetien. Politisch ist die Stadt in verschiedene Stadtteile (Circoscrizioni) gegliedert, wobei das historische Zentrum (Centro Storico) den Kern bildet. Ein praktisches Detail für die Orientierung: Das Zentrum liegt in einer engen Mäanderschleife des Flusses Etsch (Adige) und lässt sich aufgrund seiner überschaubaren Größe hervorragend zu Fuß erkunden.
Geographie und Klima
Geografisch liegt Verona im Nordosten Italiens am Fuße der Lessinischen Berge und am Übergang zur Po-Ebene. Nur etwa 30 Kilometer westlich befindet sich der Gardasee, der das lokale Mikroklima spürbar beeinflusst. Das Klima ist humid-subtropisch mit kontinentalen Einflüssen:
Sommer: Die Monate Juni bis August sind warm bis heiß mit Durchschnittstemperaturen von 28 °C bis 32 °C, wobei die Nähe zur Po-Ebene manchmal für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgt.
Winter: Die Winter sind kühl und meist trocken bei Tagestemperaturen um 5 °C bis 10 °C; gelegentlich kommt es zu Nebel oder leichtem Frost.
Geschichtliche Entwicklung
Die Anfänge Veronas reichen bis in die Antike zurück. Unter den Römern stieg die Stadt ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. wegen ihrer strategischen Lage an wichtigen Handelsstraßen (wie der Via Claudia Augusta) zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum auf. Der historische Verlauf prägte das Stadtbild nachhaltig. In der Römerzeit entstanden prachtvolle Bauwerke, darunter das weltberühmte Amphitheater (Arena von Verona). Im Mittelalter erlebte die Stadt unter der Herrschaft der Scaliger-Dynastie im 13. und 14. Jahrhundert eine kulturelle und architektonische Blütezeit.
Später geriet Verona unter die Kontrolle der Republik Venedig und im 19. Jahrhundert unter österreichische Herrschaft, wo sie als Teil des berühmten Festungsvierecks (Quadrilatero) militärisch stark ausgebaut wurde. Seit dem Jahr 2000 gehört die gesamte Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wirtschaftliche und kulturelle Aspekte
Wirtschaftlich ist Verona ein wichtiger Knotenpunkt für Logistik, Handel und Weinbau – die umliegende Region ist weltberühmt für Weine wie Valpolicella und Amarone. Zudem spielt die jährliche Weinmesse Vinitaly eine internationale Rolle. Kulturell steht die Stadt im Zeichen der Oper und der Literatur: Die sommerlichen Opernfestspiele in der Arena ziehen jährlich hunderte Millionen Musikbegeisterte an. Weltweite Bekanntheit erlangte die Stadt zudem als Schauplatz von William Shakespeares Tragödie Romeo und Julia.
Wichtige Informationen für Touristen
Für die Planung eines Aufenthalts bieten sich folgende Eckdaten an:
Beste Reisezeit:
Das Frühjahr (April bis Juni) sowie der Frühherbst (September und Oktober) bieten angenehme Temperaturen für Sightseeing. Wer die Opernfestspiele besuchen möchte, sollte für Juli und August buchen.Infrastruktur:
Der Flughafen Verona (Aeroporto di Verona-Villafranca) liegt nur etwa 10 Kilometer südwestlich des Zentrums und ist per Shuttlebus gut an den Hauptbahnhof Verona Porta Nuova angebunden.Kosten:
Im Vergleich zu Venedig oder Mailand ist Verona moderater bepreist, liegt jedoch bei Gastronomie und Unterkünften im gehobenen norditalienischen Durchschnitt.
Sonstige interessante Fakten
- Die Casa di Giulietta mit dem berühmten Balkon zieht jährlich Millionen Besucher an – obwohl Shakespeares Figuren rein fiktiv waren und das Gebäude erst im 20. Jahrhundert romantisiert wurde.
- Die Arena von Verona wurde im Jahr 30 n. Chr. erbaut und ist damit älter als das Kolosseum in Rom.
- Der Piazza delle Erbe, der zentrale Marktplatz der Stadt, liegt genau an der Stelle des ehemaligen römischen Forum Romanum.
Arena von Verona
Das gut erhaltene Amphitheater wurde wahrscheinlich unter Kaiser Tiberius um 30 nach Christus erbaut. Es entstand ein halbes Jahrhundert vor dem Kolosseum in Rom (80 n. Chr.) und ist somit eines der frühesten Beispiele für ein von den Römern angelegtes Amphitheater. Das Bauwerk ist 138 m lang, 109 m breit und ist das zweitgrößte Amphitheater neben dem Kolosseum in Rom. Das Innere der Arena besteht aus 45 Sitzreihen mit heute etwa 22.000 Plätzen. Im Sommer finden in der Arena die berühmten Opernfestspiele statt. Umgeben ist die Arena von der Piazza Bra. Der breite Bürgersteig mit vielen Restaurants verläuft vor den Fassaden der Palazzi auf der Westseite des Platzes.
Casa di Giulietta
Das Casa di Giulietta in der Innenstadt von Verona ist einer der berühmtesten Romantik-Hotspots der Welt und eng verwoben mit William Shakespeares Tragödie Romeo und Julia. Das mittelalterliche Gotik-Anwesen aus dem 13. Jahrhundert gehörte einst der Familie Capello, deren Name stark an die verfeindeten Capulets der Dichtung erinnert. Der weltberühmte Balkon im Innenhof wurde zwar erst im 20. Jahrhundert nachträglich angebaut, zieht aber dennoch täglich unzählige Touristen an. Im romantischen Pflasterhof steht zudem eine bronzene Statuette der Julia, deren Berührung der rechten Brust der Sage nach Glück in der Liebe bringen soll. Die Torbögen und Wände des Hofes sind mit unzähligen Liebesbotschaften und Schlössern bedeckt, während das Haus selbst heute als Museum besichtigt werden kann.
Piazza delle Erbe
Die Piazza delle Erbe ist das historische Herz von Verona und gilt als einer der malerischsten Plätze Italiens. An der Stelle des einstigen römischen Forums gelegen, schlägt hier seit Jahrhunderten das wirtschaftliche und soziale Zentrum der Stadt. Eingerahmt von prächtigen Renaissance-Palazzi, farbenfrohen Wandfresken und mittelalterlichen Bauten dominieren das Bild der mächtige Torre dei Lamberti – ein 84 Meter hoher Glockenturm mit Panoramablick – sowie die barocke Palazzo Maffei. In der Mitte des Platzes thront die Madonna Verona, ein Brunnen aus dem 14. Jahrhundert mit einer antik-römischen Statue. Heute verzaubert die Piazza mit ihren geschäftigen Marktständen, gemütlichen Straßencafés und Bars, die besonders beim traditionellen Aperitivo zum Verweilen einladen.
Castelvecchio
Das Castelvecchio (italienisch für „Altes Schloss“) am Ufer des Etsch-Flusses ist die eindrucksvollste Festungsanlage Veronas und ein herausragendes Beispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur. Errichtet zwischen 1354 und 1356 unter Cangrande II. della Scala, diente die mächtige Backsteinburg der Herrscherfamilie Scaliger sowohl als Schutz vor äußeren Feinden als auch als Zufluchtsort bei Volksaufständen. Die Anlage besticht durch ihre markanten Zinnen, wehrhaften Türme und die direkt angebundene Ponte Scaligero (Castelvecchio-Brücke) – eine imposante Ziegelbrücke, die einst als kühner Fluchtweg über den Fluss entworfen wurde.
Heute beherbergt die Festung das Museo di Castelvecchio, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Venetiens. Bei der Restaurierung in den 1950er- und 60er-Jahren meisterte der berühmte italienische Architekt Carlo Scarpa eine weltbekannte Symbiose aus historischer Bausubstanz und moderner Ausstellungsarchitektur. Die Sammlung umfasst wertvolle Meisterwerke der veronesischen Malerei, romanische Skulpturen, historische Waffen sowie die berühmte Reiterstatue Cangrandes I.



Ponte Scaligero
Die Ponte Scaligero (auch Ponte di Castelvecchio) ist eine der eindrucksvollsten historischen Brücken Italiens und verbindet die Festung Castelvecchio direkt mit dem gegenüberliegenden Ufer des Etsch-Flusses. Erbaut zwischen 1354 und 1356 unter der Herrschaft von Cangrande II. della Scala, diente die mächtige Ziegel- und Marmorbrücke den Scaligern ursprünglich als privater und gesicherter Fluchtweg aus der Stadt, falls ein Volksaufstand ausbrechen sollte. Mit ihrer ungewöhnlich weiten Hauptspannweite von über 48 Metern galt die Befestigungsbrücke zur Bauzeit im 14. Jahrhundert als kühnes Meisterwerk der Ingenieurskunst.
Ihre charakteristische Optik prägen die rot leuchtenden Backsteine und die Schwalbenschwanz-Zinnen (Ghibellinen-Zinnen), die ihr das typisch wehrhafte, mittelalterliche Erscheinungsbild verleihen. Nachdem das Bauwerk im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht beim Rückzug 1945 gesprengt wurde, konnte die Brücke in den späten 1940er-Jahren aus den im Flussbett geborgenen Originalsteinen und Trümmern vollkommen vorbildgetreu wiederaufgebaut werden. Heute ist die reine Fußgängerbrücke ein beliebter Aussichtspunkt, der einen fantastischen Blick auf Castelvecchio und die Etsch bietet.
Piazza dei Signori
Die Piazza dei Signori– oft auch als Piazza Dante bekannt – ist einer der elegantesten und geschichtsträchtigsten Plätze Veronas. Im Mittelalter bildete der Platz das politische und administrative Machtzentrum der Stadt unter der Herrschaft der Scaliger. Die harmonische Architektur wird von prunkvollen Bauten eingerahmt, darunter der Palazzo del Podestà, die Loggia del Consiglio sowie der Palazzo del Capitano. In der Mitte des Platzes thront seit 1865 das imposante Marmordenkmal für Dante Alighieri, der nach seiner Vertreibung aus Florenz bei den Scaligern in Verona Zuflucht fand. Direkt mit der benachbarten Piazza delle Erbe durch kleine Bogenwege verbunden, besticht die Piazza dei Signori durch eine etwas ruhigere, edlere Atmosphäre und lädt dazu ein, die reiche Geschichte der Stadt auf sich wirken zu lassen.
Santa Maria Antica
Die Santa Maria Antica ist eine romanische Kirche direkt im historischen Zentrum Veronas, nahe der Piazza dei Signori. Der im 12. Jahrhundert nach einem Erdbeben auf den Fundamenten eines älteren Sakralbaus neu errichtete Backsteinbau diente einst als Hauskirche der mächtigen Herrscherfamilie Scaliger. Das Äußere besticht durch seine schlichte, zweifarbige Fassade aus Ziegeln und Tuffstein sowie einen kleinen Glockenturm mit mit Ziegeln gedeckter Turmspitze. Im dreischiffigen, stimmungsvoll abgedunkelten Inneren offenbart sich eine bemerkenswerte romanische Architektur mit antiken Säulen.
Weltweit bekannt ist die Kirche jedoch vor allem durch den direkt angrenzenden eingezäunten Bereich: Die Arche Scaligere (Scaliger-Gräber). Diese prachtvollen, im gotischen Stil gestalteten Monumentalgräber der Familie Scaliger befinden sich direkt auf dem Kirchhof. Besonders herausragend ist das Grabmal für Cangrande I. della Scala, das direkt über dem Portal der Santa Maria Antica angebracht ist und von einer berühmten Reiterstatue gekrönt wird.










