Arches
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ANDY
veröffentlicht am
06. Juli 2022
Allgemeine Infos zur Reise
- 09.09.2017 - 27.09.2017
- 21 Tage
- Camper-Rundreise
- 16.05.2022 - 06.06.2022
- 22 Tage
- Mietwagen-Rundreise
ARCHES NATIONALPARK
Im Osten des US-Bundesstaates Utah liegt der Arches Nationalpark, direkt eingebettet in die spektakuläre Landschaft des Colorado-Plateaus. Nur wenige Meilen nördlich der lebendigen Outdoor-Stadt Moab erstreckt sich das geschützte Gebiet über eine Fläche von rund 310 Quadratkilometern. Die Erreichbarkeit ist über den Highway 191 ausgesprochen unkompliziert, was das Schutzgebiet zu einem der beliebtesten Reiseziele im Südwesten der Vereinigten Staaten macht.
Der Park verdankt seinen weltweiten Ruhm der weltweit höchsten Konzentration an natürlichen Sandsteinbögen. Über 2.000 katalogisierte Felsbögen prägen das Landschaftsbild, angefangen bei filminspirierten, zarten Strukturen bis hin zu massiven Giganten. Zu den absoluten Highlights zählt der ikonische Delicate Arch, der einsam auf einem Felsplateau thronend als das unverkennbare Wahrzeichen des Bundesstaates Utah gilt. Neben den Bögen fasziniert das Gebiet durch bizarre Monolithen, tiefe Schluchten und versteinerte Sanddünen, die jede Wanderung zu einem visuellen Erlebnis machen.
Geographie und Klima
Geographisch handelt es sich um eine Hochwüste, deren Höhenlagen zwischen rund 1.250 und 1.700 Metern über dem Meeresspiegel variieren. Das Klima ist extrem und stark von der Wüstenlage geprägt. Die Sommermonate Juli und August bringen oft glühende Hitze mit Tagestemperaturen jenseits der 40-Grad-Marke mit sich, während die Wintermonate kalt ausfallen und gelegentlich sogar Schnee über die roten Felsen bringen. Als ideale Reisezeiten gelten daher das Frühjahr und der Herbst, wenn mildere Temperaturen angenehme Erkundungen ermöglichen.
Geologie und Ökosysteme
Die Entstehungsgeschichte dieser außergewöhnlichen Geologie reicht Millionen Jahre zurück, als unterirdische Salzschichten durch darüberliegende Gesteinsmassen verschoben wurden und Risse bildeten. Frost, Wind und Regen taten über Jahrtausende hinweg den Rest, indem sie den weichen Sandstein abtrugen und die markanten Bögen herausschnitten. Trotz der extremen Trockenheit hat sich im Park ein überraschend arides Ökosystem entwickelt. Unter anderem überleben widerstandsfähige Pflanzen wie Wacholder und Kakteen sowie spezialisierte Wüstentiere wie Eidechsen, Schlangen und nachtaktive Säugetiere in diesem rauen Lebensraum.
TIMED ENTRY SYSTEM
Um dem stark wachsenden Besucherandrang gerecht zu werden und die empfindliche Natur zu schützen, haben viele beliebte US-Nationalparks das sogenannte Timed-Entry-System (zeitgesteuerte Eintrittssysteme) eingeführt.
Wie funktioniert das System?
Vorherige Reservierung: Neben dem normalen Parkeintritt (oder dem America the Beautiful-Jahrespass) müssen Besucher für bestimmte Zeitfenster im Voraus eine Eintrittskarte (Permit) online – meist über die Plattform Recreation.gov – erwerben.
Feste Zeitfenster: Die Tickets gelten für ein bestimmtes Zeitfenster (z. B. von 8:00 bis 10:00 Uhr). Innerhalb dieser Zeit muss man am Parkeingang sein. Oft kann man nach Ablauf des Fensters den Park den ganzen Tag über nutzen.
Sinn und Zweck: Das System entzerrt die Besucherströme, reduziert kilometerlange Staus an den Einfahrten und verhindert, dass beliebte Wanderwege und Aussichtspunkte komplett überlaufen sind. Das schützt sowohl die Tier- und Pflanzenwelt als auch das Urlaubserlebnis der Reisenden.
Wichtige Tipps für die Planung
Frühzeitig buchen: Die begehrten Zeitfenster sind oft Monate im Voraus oder über kurzfristige Freigaben (Last-Minute-Kontingente am Vortag) erhältlich.
Park-Websites prüfen: Nicht jeder Park nutzt das System das ganze Jahr über – meist gilt es nur in der Hauptsaison (Sommermonate) und oft auch nur für besonders stark frequentierte Straßen oder Abschnitte (Korridore).
Alternativen: Wer kein Ticket ergattert hat, kann den Park oft in den frühen Morgenstunden (vor Beginn der Kontrollzeiten, meist vor 6:00 Uhr) oder am späten Nachmittag ohne Reservierung besuchen.
Balanced Rock Loop
Schwierigkeit
einfach
Routentyp
Rundweg
Distanz
0,5 Kilometer
Höhenmeter
14 Meter
Mitten im Herzen des Arches Nationalparks, unweit der Abzweigung zur berühmten Windows Section, ragt eine der markantesten Formationen des Parks empor: der Balanced Rock. Es ist ein Anblick, der fast schon unwirklich erscheint – ein gigantischer Felsblock, der sich scheinbar jeder physikalischen Gesetzmäßigkeit widersetzt. Dieser Koloss, der unter Geologen auch den Namen „Ham Rock“ trägt, bringt stolze 3.577 Tonnen auf die Waage und ragt 16,7 Meter in die Höhe. Er thront auf einem insgesamt 22,4 Meter hohen Felssockel, der aus zwei unterschiedlichen Gesteinsschichten besteht: der Basis aus festem Navajo-Sandstein und der darüber liegenden Dewey-Bridge-Schicht.
Dass der Balanced Rock so zerbrechlich und „wackelig“ wirkt, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines faszinierenden Erosionsprozesses. Während der obere Block (der Ham Rock) aus hartem, widerstandsfähigem Slickrock-Sandstein besteht, ist die darunter liegende Dewey-Bridge-Schicht deutlich weicher. Dabei handelt es sich um eine Art verfestigten Schlamm, sogenannten Siltstein. Dieser verwittert wesentlich schneller als der harte Stein darüber. Im Laufe der Jahrtausende wurde der Sockel somit viel stärker abgetragen, wodurch die charakteristische „Eierbecher-Form“ entstand, auf der der riesige Felsbrocken heute fast schon prekär balanciert.
Doch der Schein trügt nicht: Die Formation ist tatsächlich so vergänglich, wie sie aussieht. Ein mahnendes Beispiel dafür findet sich direkt daneben. Die vom Parkplatz aus gesehen rechte Felsgruppe namens „Chip Off the Old Block“ ist der traurige Überrest eines ehemaligen zweiten Balanced Rock. Dieser musste sich im Winter 1975/76 den Naturgesetzen beugen und stürzte in sich zusammen. Heute zeugt nur noch ein unscheinbarer Steinhaufen von seiner einstigen Pracht. Interessanterweise bildeten die beiden Formationen früher zusammen sogar einen Arch, der jedoch längst der Zeit zum Opfer gefallen ist. Irgendwann wird auch den heutigen Balanced Rock das gleiche Schicksal ereilen – ein Prozess, der uns daran erinnert, dass die Landschaften im Arches Nationalpark einem stetigen und unaufhaltsamen Wandel unterliegen.
Windows Loop & Turret Arch
Schwierigkeit
einfach
Routentyp
Rundweg
Distanz
1,9 Kilometer
Höhenmeter
52 Meter
Nur ein kurzes Stück vom Balanced Rock entfernt, taucht ihr in die Windows Section ein. Dieses Gebiet gilt für viele Besucher als das Herzstück des Parks, da sich hier einige der größten und beeindruckendsten Felsfenster auf engstem Raum konzentrieren. Das Besondere: Die Formationen sind hier so gewaltig, dass man ihre Dimensionen erst richtig begreift, wenn man direkt unter den massiven Steinbögen steht.
Einer der markantesten Punkte in diesem Bereich ist der Turret Arch. Seinen Namen verdankt er dem markanten Felsturm, der direkt neben dem Bogen in den Himmel ragt. Für Abenteurer bietet der Turret Arch hervorragende Klettermöglichkeiten – wer die Felsen ein wenig erklimmt, wird mit einer völlig neuen Perspektive belohnt. Durch den Bogen hindurch genießt ihr einen großartigen Ausblick auf die bizarren Felsformationen der Cove of Caves und die majestätische Parade of Elephants, deren Silhouetten tatsächlich an eine vorbeiziehende Elefantenherde erinnern.
Von diesem imposanten Sandsteinbogen aus eröffnet sich zudem ein grandioser Blick auf die beiden Hauptdarsteller der Sektion: das North und das South Window, die direkt nebeneinander in einer massiven Felswand thronen. Die beiden Fenster werden oft auch als „The Spectacles“ (die Brille) bezeichnet. Besonders das North Window ist über einen leichten Pfad gut zugänglich. Wir empfehlen euch jedoch, nicht nur die Vorderseite zu bestaunen: Ein wunderschöner Rundweg führt auf der Rückseite der beiden Felsen entlang. Durch eine einzigartige, wüstenähnliche Landschaft wandert man hier abseits der größten Besucherströme zurück zum Ausgangspunkt und kann dabei die geologischen Details des roten Sandsteins aus nächster Nähe betrachten.
Tipps für einen Besuch in der Windows Section:
• Fototipp: Das North Window ist ein klassisches Motiv, um den Turret Arch durch das „Fenster“ hindurch zu fotografieren. Ein Muss für jeden Hobbyfotografen!
• Der Primitive Loop: Der Weg um die Rückseite der Windows ist weniger überlaufen und bietet eine viel intensivere Ruhe als der direkte Zugang.
• Zeitaufwand: Für die gesamte Windows Section inklusive Turret Arch solltet ihr etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen, wenn ihr gemütlich wandern und fotografieren wollt
Double Arch Trail
Schwierigkeit
einfach
Routentyp
hin und zurück
Distanz
0,8 Kilometer
Höhenmeter
10 Meter
Direkt gegenüber der Windows Section wartet ein weiteres absolutes Highlight des Parks auf euch: der Double Arch. Während die meisten Bögen im Park durch Erosion von den Seiten entstanden sind, bildete sich dieses Wunderwerk durch Wasser, das von oben herabsickerte. Das Ergebnis sind zwei gewaltige Steinbögen, die an einem gemeinsamen Pfeiler miteinander verbunden sind und eine kathedralenartige Kuppel bilden.
Der Double Arch Trail ist mit einer Länge von nur 800 Metern (Hin- und Rückweg) ein recht kurzer und leicht begehbarer Wanderweg. Da er zu den bekanntesten Fotomotiven Utahs gehört, ist er meist stark begangen – doch die schiere Größe der Formation sorgt dafür, dass man sich unter den Bögen dennoch klein und ehrfürchtig fühlt.
Die Ausmaße sind wahrlich spektakulär:
• Der größere der beiden Bögen überspannt eine Breite von 45 Metern.
• Mit einer Höhe von über 30 Metern ist er zudem der höchste Bogen im gesamten Nationalpark
Was den Double Arch so besonders macht, ist die Interaktion mit dem Fels. Im Inneren der Bögen gibt es einige großartige Klettermöglichkeiten. Der Sandstein ist hier oft terrassenförmig aufgebaut, sodass man ein Stück weit in die Höhe steigen kann. Die Mühe wird belohnt: Von oben habt ihr eine wunderschöne Aussicht auf die dahinterliegenden Ebenen und die weite Wüstenlandschaft des Parks.
Zudem bietet der Double Arch an heißen Tagen einen der wenigen natürlichen Schattenplätze im Park – ein perfekter Ort, um kurz durchzuatmen und die gigantischen Formen auf sich wirken zu lassen
Wissenswertes:
• Filmreife Kulisse: Kinofans aufgepasst – der Double Arch diente als Drehort für die Eröffnungsszene von Indiana Jones und der letzte Kreuzzug.
• Barrierefreiheit: Der Weg ist sehr flach und breit, was ihn auch für Familien mit kleineren Kindern ideal macht. Nur das letzte Stück direkt unter die Bögen führt über lockeren Sand.
• Beste Zeit: Da der Bogen nach Süden hin offen ist, habt ihr hier fast den ganzen Tag über tolles Licht für Fotos
Delicate Arch Trail
Schwierigkeit
moderat
Routentyp
hin und zurück
Distanz
5,0 Kilometer
Höhenmeter
187 Meter
Der Delicate Arch ist weit mehr als nur ein Steinbogen – er ist das Symbol des gesamten Bundesstaates Utah und gilt als der wohl berühmteste und meistfotografierte Natursteinbogen der USA. Er steht völlig frei am Rand eines gewaltigen, natürlichen Amphitheaters aus rotem Sandstein und wirkt dabei so filigran, dass sein Name „Delicate“ (zerbrechlich) Programm ist.
Der Weg dorthin beginnt am Delicate Arch Trailhead in der Nähe der historischen Wolfe Ranch und lässt sich in drei markante Abschnitte unterteilen:
1. Der lockere Start:
Zunächst überquert ihr eine Holzbrücke über einen kleinen Tümpel. Das erste Teilstück ist noch flach und recht einfach zu gehen.
2. Die Slickrock-Etappe:
Sobald ihr den sogenannten Slickrock (glatten Sandstein) erreicht, ändert sich der Charakter der Wanderung. Von hier an geht es stetig bergauf. Auf der weiten Plateauebene wandert ihr zwischen faszinierenden Felsspalten und knorrigen Wacholderbäumen sowie vertrockneten Sträuchern, die der kargen Landschaft einen ganz eigenen Charme verleihen.
3. Das Finale:
Das letzte Stück des Weges ist zweifellos das spektakulärste. Der Pfad verengt sich zu einer schmalen Kante, die direkt in den Fels geschlagen wurde. Hier umrundet ihr einen massiven Felskegel, während es auf der einen Seite steil bergab geht.
Das Besondere an dieser Wanderung ist die Spannung: Man kann den Delicate Arch während des gesamten Aufstiegs nicht sehen. Erst nach einer letzten, engen Rechtskurve am Ende des Felspfades taucht er völlig unerwartet in seiner vollen Pracht vor euch auf. Dieser „Reveal-Moment“ gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die man im Südwesten der USA haben kann.
Wissenswertes:
• Distanz & Höhenmeter: Die Wanderung ist ca. 4,8 km (Hin- und Rückweg) lang und überwindet etwa 146 Höhenmeter. Plant insgesamt etwa 2 bis 3 Stunden ein.
• Kein Schatten: Da der gesamte Weg über offenes Gelände führt, seid ihr der Sonne gnadenlos ausgeliefert. Ein Sonnenhut und ausreichend Wasser sind hier absolute Pflicht!
• Die beste Zeit: Zum Sonnenuntergang glüht der Bogen förmlich in einem intensiven Orange-Rot. Aber Achtung: Zu dieser Zeit seid ihr garantiert nicht allein. Wenn ihr es ruhiger mögt, solltet ihr den Aufstieg sehr früh am Morgen vor Sonnenaufgang wagen.
• Ute-Indianer Petroglyphen: Kurz nach dem Start bei der Wolfe Ranch führt ein kleiner Pfad zu einer Felswand mit gut erhaltenen Petroglyphen der Ute-Indianer – ein toller Zwischenstopp für Kulturinteressierte.
Devil's Garden Loop
Schwierigkeit
schwer
Routentyp
Rundweg
Distanz
12,1 Kilometer
Höhenmeter
326 Meter
Der Devils Garden Trail im Arches National Park gilt zu Recht als eine der schönsten Routen im Südwesten der USA. Auf diesem Weg passierst man insgesamt sieben spektakuläre Steinbögen und erhält den wohl tiefsten Einblick in die geologische Einzigartigkeit dieses Parks.
Der entspannte Start – Der Main Trail
Die Tour beginnt am großen Parkplatz am Ende der Parkstraße. Der erste Abschnitt des Main Trails ist gut ausgebaut und für fast jeden machbar. Schon nach kurzer Zeit zweigt ein kleiner Pfad nach rechts ab. Diese kurzen Abstecher zum Tunnel Arch und Pine Tree Arch sollte man unbedingt mitnehmen, bevor man dem Hauptweg weiter zum berühmten Landscape Arch folgt. Mit einer Spannweite von etwa 88 Metern ist er einer der längsten natürlichen Steinbögen der Welt. Er wirkt so zerbrechlich, dass man das Gefühl hat, er könne jeden Moment in sich zusammenbrechen – tatsächlich sind in den 1990er Jahren große Felsstücke von ihm herabgefallen.
Das Abenteuer – Der Primitive Trail
Hinter dem Landscape Arch trennt sich die Spreu vom Weizen. Hier beginnt der Primitive Trail. Während viele Touristen umkehren, beginnt für Abenteurer hier der spannendste Teil. Der Boden wird tiefsandiger, die Pfade schmaler. Markiert ist der Weg meist nur durch Steinmännchen.
In der zweiten Hälfte des Loops wird es dann technisch. Man muss über schmale Felsrücken wandern und an einigen Stellen ein wenig klettern. Wer unter extremer Höhenangst leidet, sollte hier vorsichtig sein. Als Belohnung wartet der versteckte Private Arch. Da dieser Weg deutlich weniger begangen wird, genießt man hier eine Ruhe, die man am Landscape Arch selten findet.
Der Rückweg
Kurz nachdem man den Double O Arch – zwei übereinander liegende Bögen – erreicht hat, trifft man wieder auf den Hauptweg. Falls man noch Energie hat, kann man einen Abstecher zur Felsnadel Dark Angel machen. Auf dem Rückweg zum Parkplatz sollte man die letzten beiden Highlights nicht auslassen: Den Partition Arch und den Navajo Arch. Beide zweigen kurz vor Ende des Trails noch einmal ab und bieten großartige Fotomotive.
Unser Fazit
Der Devils Garden Loop ist einer der abwechslungsreichsten Wanderwege, die wir je erlebt haben. Die Mischung aus sanften Wegen und echter Kletterei macht ihn einzigartig. Da der Arches National Park aber extrem beliebt ist, sollte man – um die Einsamkeit im Devils Garden wirklich genießen zu können – direkt zum Sonnenaufgang am Trailhead sein.
Vlog
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USA VLOG #09




























