Joshua Tree

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Andy 2025

ANDY

veröffentlicht am
06. Juli 2022

Allgemeine Infos zur Reise

JoSHUA TREE NATIONALPARK

Der Joshua Tree Nationalpark im US-Bundesstaat Kalifornien ist einer der faszinierendsten und einzigartigsten Nationalparks der Vereinigten Staaten. Er liegt dort, wo zwei sehr unterschiedliche Wüsten aufeinandertreffen: die höhere und kühlere Mojave-Wüste und die tiefere, heißere Colorado-Wüste. Der Nationalpark hat eine reiche Geschichte, die von Ureinwohnern wie den Cahuilla, Serrano und Chemehuevi geprägt wurde, welche die Wüstenregion jahrtausendelang besiedelten. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert folgten Bergleute, die nach Gold suchten, Viehzüchter und Pioniere wie Bill Keys. Dank des leidenschaftlichen Einsatzes der Naturschützerin Minerva Hamilton Hoyt stellte US-Präsident Franklin D. Roosevelt das Gebiet im August 1936 schließlich als Joshua Tree National Monument unter Schutz. Im Jahr 1994 wurde das Areal durch den California Desert Protection Act offiziell zum Nationalpark erhoben und erweitert. Was den Park so besonders macht:

  • Der Joshua Tree
    Namensgeber und absolutes Wahrzeichen des Parks ist der Joshua Tree (Yucca brevifolia). Diese skurril wachsenden Bäume sehen mit ihren verdrehten Ästen und stacheligen Blättern aus wie direkt aus einem Märchen oder Science-Fiction-Film
  • Faszinierende Felsformationen
    Neben den Bäumen prägen riesige, glatt geschliffene Granitfelsen und bizarre Felsbrocken das Landschaftsbild. Sie sind ein weltweites Paradies zum Klettern und Bouldern.

  • Magische Stille
    Der Park bietet eine unglaubliche Weite und eine tiefe Stille, die ihn zu einem perfekten Ort zum Abschalten und Entspannen machen.

  • Sternenbeobachtung
    Da der Park weitab von großen Städten liegt, ist die Lichtverschmutzung extrem gering. Joshua Tree ist offiziell als International Dark Sky Park anerkannt. Nach Einbruch der Dunkelheit bietet sich hier ein atemberaubender Blick auf den sternenklaren Nachthimmel und die Milchstraße.

Jumbo rocks (Campground)

Schwierigkeit

nach Belieben

Routentyp

Erkundung

Distanz

nach Belieben

Höhenmeter

je nach Kletterei

Der Jumbo Rocks Campground und die gleichnamige Felsenlandschaft gehören mit zu den beeindruckendsten und beliebtesten Gegenden im Joshua-Tree-Nationalpark. Sie zeichnen sich durch riesige, aufeinandergestapelte Granitblöcke aus, die wie gigantische, von Menschenhand geschaffene Skulpturen wirken. Die Entstehung dieser faszinierenden Felsen ist das Ergebnis eines Jahrmillionen alten, geologischen Prozesses, der in mehreren Schritten ablief:

1. Magma aus der Tiefe (Vor über 100 Millionen Jahren)
Vor rund 100 bis 200 Millionen Jahren drang glühend heißes Magma tief unter der Erdoberfläche nach oben. Dieses Magma kühlte extrem langsam ab, noch bevor es die Erdoberfläche erreichen konnte. Dabei erstarrte es zu einer grobkörnigen Gesteinsart namens Monzogranit (eine Granitart).

2. Rissbildung im Gestein (Jointing)
Während das Gestein in kilometerweiter Tiefe abkühlte und durch tektonische Bewegungen der Erdkruste unter Druck geriet, entstanden Risse und Fugen (sogenannte Joints) im Monzogranit. Diese bildeten ein regelrechtes Gitter aus vertikalen und horizontalen Linien, wodurch das Gestein im Untergrund bereits in große, blockartige rechteckige Stücke zerteilt wurde.

3. Chemische Verwitterung im Untergrund
Bevor die Felsen an die Oberfläche kamen, sickerte über Jahrtausende hinweg Regen- und Grundwasser durch die Risse in den tiefen Fels. Dieses Wasser reagierte mit den Mineralien des Granits und wandelte die Ränder der harten Blöcke in weichen Ton um. Ähnlich wie ein Eiswürfel, der unter fließendem Wasser zuerst an den Kanten und Ecken schmilzt und rund wird, wurden auch die harten Granitblöcke unter der Erde an ihren Ecken und Kanten durch das Wasser abgerundet (sogenannte spheroidal weathering oder Wollsackverwitterung).

4. Freilegung durch Erosion
Durch tektonische Hebung der Erdkruste und das gleichzeitige Abtragen der oberen Gesteinsschichten (des weicheren Deckgebirges) durch Wind und Wasser im Laufe der Zeit gerieten die abgerundeten Granitblöcke schließlich an die Erdoberfläche.

5. Das heutige Bild
Als das umliegende, weichere Material und der entstandene Verwitterungs-Ton durch Regenfälle und Wind weggeschwemmt wurden, blieben die harten, runden Granitkugeln zurück. Sie rutschten übereinander und türmten sich zu den spektakulären Felsformationen und -stapeln auf, die man heute bei den Jumbo Rocks bewundern kann.

Die Felsformationen machen den Joshua Tree auch zu einem tollen Ausgangspunkt für Wanderungen und Kletter-Einlagen. Uns hatte es einfach unglaublich viel Spaß gemacht das Gebiet auf eigene Faust zu erkunden und uns ohne festen Wanderweg auf Erkundungstour zu machen. Je nach Fitness, Ausdauer und zeitlichem Rahmen kann man sich dort nach eigenen Wünschen austoben. Gegen Abend hatten wir uns es uns auf einem großen erhöhten Felsen gemütlich gemacht und uns den Sonnenuntergang angeschaut. Der Fels war durch die Sonne stark aufgewärmt, was wirklich angenehm war, als es dann langsam kühler wurde.

Skull rock & Face Rock

Schwierigkeit

einfach

Routentyp

Rundweg

Distanz

2,4 Kilometer

Höhenmeter

49 Meter

Der Skull Rock und der Face Rock liegen im Gebiet der Jumbo Rocks direkt am Park Blvd. Vom Jumbo Rocks Campground aus erreicht man diese Felsen in Form eines Totenkopfs und eines Gesichts in ca. 15 Minuten. Da es aber auch direkt gegenüber einen Parkplatz an der Parkstraße gibt, kann man die beiden Felsformationen auch leicht „im Vorbeifahren“ mitnehmen.

Cholla cactus Garden

Schwierigkeit

einfach

Routentyp

Rundweg

Distanz

0,5 Kilometer

Höhenmeter

3 Meter

Der Cholla Cactus Garden ist eine der faszinierendsten und gleichzeitig berüchtigtsten Sehenswürdigkeiten im Joshua-Tree-Nationalpark. Es handelt sich um ein flaches Tal, in dem auf einer Fläche von rund zehn Hektar Tausende von Chollas (Cylindropuntia bigelovii) extrem dicht beieinander wachsen. Der Cholla Cactus Garden befindet sich direkt an der Pinto Basin Road, die den Park von Nordwesten nach Süden durchzieht. Bei einem kleinen Parkplatz direkt an der Straße beginnt ein rund 500 m langer Rundweg mit zahlreichen Erklärungstafeln, der durch einen Teil des dichten Kakteenfelds führt.

Dass sich gerade hier so viele Kakteen angesiedelt haben, liegt an der besonderen Bodenbeschaffenheit des Pinto Basin. Ursprünglich mit einem flachen See bedeckt, ist es in einer wärmeren Klimaperiode vollständig ausgetrocknet. Durch Erosion der umliegenden Gebirgszüge kam es zur Versandung des Basins. Lockerer und wasserdurchlässiger Kies und Sand bildet heute den idealen Nährboden für die Kakteen. Die Cholla Kakteen besitzen ein dichtes, gelbliches Stachelkleid, das ihre Äste komplett bedeckt. Die 2-3 cm langen Stacheln sind mit vielen mikroskopisch kleinen Widerhaken versehen und manche Unterarten der Cholla Kakteen können bei der kleinsten Berührung ganze Stachelbüschel absprengen. Man sollte also dem Drang widerstehen die Kakteen berühren zu wollen, da es sonst schmerzhaft enden könnte.

Die Besonderheit der „Jumping Chollas“
Die Chollas haben einen cleveren, aber für Besucher schmerzhaften Überlebensmechanismus:

  • Leicht abbrechende Segmente:
    Die Äste und Stacheln brechen extrem leicht ab, schon bei der leichten Berührung durch Tiere oder Menschen.

  • Widerhaken:
    Die Stacheln sind von winzigen Widerhaken umgeben. Sie dringen sofort in Haut oder Kleidung ein und bleiben dort hängen.

  • Der „Sprung“-Effekt:
    Da die Glieder so leicht abfallen und sich sofort in Vorbeikommenden verhaken, hat sich der umgangssprachliche Name „Jumping Cholla“ (Springender Kaktus) eingebürgert – auch wenn die Kakteen natürlich nicht von alleine springen.

Die Rolle im Wüstenökosystem

  • Vegetative Vermehrung:
    Die abgebrochenen Segmente, die zu Boden fallen, wurzeln oft an Ort und Stelle weiter und bilden neue Pflanzen. Deshalb wachsen die Chollas hier so dicht und klumpenartig.

  • Tierwelt:
    Trotz der Stacheln nutzen Wüstenvögel (wie der Kaktuszaunkönig) die dichten Büsche gerne als sicheren Nistplatz, geschützt vor Fressfeinden.

Tipps für den Besuch

  • Der Rundweg:
    Es gibt einen flachen, gut ausgeschilderten Holzbohlenweg (Boardwalk), der mitten durch den Kaktusgarten führt.

  • Sicherheit: Bleibe unbedingt auf dem markierten Weg und halte ausreichend Abstand zu den Pflanzen. 

  • Beste Tageszeit:
    Besonders spektakulär ist der Cholla Cactus Garden während des Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergangs. Wenn das Licht der tiefstehenden Sonne von hinten durch die goldenen Stacheln scheint, leuchtet das ganze Feld fast magisch auf.

Keys View

Schwierigkeit

einfach

Routentyp

Hin und zurück

Distanz

0,5 Kilometer

Höhenmeter

3 Meter

Der Keys View ist einer der spektakulärsten Aussichtspunkte im Joshua-Tree-Nationalpark und bietet ein absolut unvergessliches Panorama. Er liegt am Ende der Keys View Road im nördlichen Teil des Parks auf einer Höhe von rund 1.581 Metern (5.185 Fuß) in den Little San Bernardino Mountains.

Was gibt es zu sehen?
Von dieser erhöhten Plattform aus hast du an klaren Tagen einen der weitläufigsten Blicke im gesamten Südwesten der USA:

  • Das Coachella Valley:
    Man blickt direkt hinab auf das Tal, in dem Städte wie Palm Springs, Palm Desert und Indio liegen.

  • Die San-Andreas-Verlängerung:
    Direkt unter dem Aussichtspunkt verläuft die berühmte San-Andreas-Spalte (San Andreas Fault), die tektonische Plattengrenze zwischen der Pazifischen und der Nordamerikanischen Platte.

  • Imposante Gipfel:
    In der Ferne ragen gigantische Berge auf, darunter der Mount San Jacinto und der Mount San Gorgonio (der mit über 3.500 Metern höchste Berg Südkaliforniens), deren Spitzen im Winter oft schneebedeckt sind.

  • Die Salton Sea:
    Bei besonders klarer Sicht kann man in der Ferne sogar den riesigen Binnensee Salton Sea erkennen, der tief unter dem Meeresspiegel liegt.

  • Blick nach Mexiko:
    An extrem klaren Tagen reicht die Sicht angeblich sogar bis zu den Bergen der Sierra de Juárez im benachbarten Mexiko.

Die Geschichte hinter dem Namen
Benannt ist der Aussichtspunkt nach William „Bill“ Keys, jenem legendären Pionier und Goldgräber, der im frühen 20. Jahrzehnt die nahegelegene Keys Ranch im Park aufbaute und dort jahrzehntelang als Einsiedler und Überlebenskünstler lebte. Keys war maßgeblich daran beteiligt, die Straße zu diesem Aussichtspunkt anzulegen, um die grandiose Aussicht für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Tipps für den Besuch

  • Sonnenuntergänge:
    Keys View ist einer der absolut beliebtesten Orte im Park, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Wenn die Sonne hinter den Bergen im Coachella Valley versinkt, taucht sie den Himmel in spektakuläre Pink-, Orange- und Violetttöne.

  • Sternenbeobachtung:
    Da der Aussichtspunkt hoch liegt und nach Süden ausgerichtet ist, eignet er sich nachts auch hervorragend für den Blick in den klaren Wüstenhimmel (Astrophotographie).

  • Wind und Temperatur:
    Da man sich auf einem exponierten Bergrücken befindet, kann es hier oben – besonders am späten Nachmittag oder Abend – extrem windig und überraschend frisch werden. Eine winddichte Jacke oder ein Pullover sind fast immer ratsam.

Barker Dam

Schwierigkeit

einfach

Routentyp

Rundweg

Distanz

2,1 Kilometer

Höhenmeter

19 Meter

Der Barker Dam und seine Geschichte
Der Damm wurde im Jahr 1900 von frühen Rinderzüchtern (darunter C.O. Barker) errichtet, um Regenwasser und Schmelzwasser aufzufangen. Sie schufen damit ein künstliches Wasserreservoir (Cistern), das als lebenswichtige Tränke für ihre Viehherden und für den lokalen Bergbau diente. Später wurde die Staumauer in den 1920er Jahren von dem legendären Pionier William „Bill“ Keys noch einmal erhöht, um das Wasservolumen zu vergrößern.Je nach Jahreszeit und vorherigem Regen führt der Stausee oft beachtliche Mengen Wasser. Er zieht zahlreiche Wüstentiere an, darunter Zugvögel, Dickhornschafe und verschiedene Insektenarten, was den Damm zu einem der besten Beobachtungspunkte für die Tierwelt im Park macht.

Der Barker Dam Trail 
Der Trail bietet eine wunderschöne Mischung aus allem, was den Park ausmacht: Man wandert durch sandige Täler, vorbei an riesigen Granitfelsen, massiven Yucca-Palmen (Joshua Trees) und dichten Kakteenfeldern. Je nach Jahreszeit und Wetter findet man auf dem Weg kleine Seen, die im trockenen Joshua Tree Nationalpark ein seltsamer aber wirklich schöner Anblick sind. Das Gebiet um den Barker Dam war dementsprechend auch etwas grüner und hatte für uns einen gewissen „Oasen-Flair“.

Seltsamerweise wird der Joshua Tree im Vergleich zu anderen Nationalparks oftmals etwas stiefmütterlich behandelt, was diesem wirklich schönen und besonderen Park aus unserer Sicht nicht gerecht wird. Falls es uns die nächsten Jahre einmal wieder an die Westküste der USA verschlagen sollte, wäre der Joshua Tree Nationalpark auf alle Fälle wieder einen Zwischenstopp wert. 

Vlog

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USA VLOG #12

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