Capitol Reef
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ANDY
veröffentlicht am
06. Juli 2022
Allgemeine Infos zur Reise
- 16.05.2022 - 06.06.2022
- 22 Tage
- Mietwagen-Rundreise
CAPITOL REEF NATIONALPARK
Der Capitol Reef National Park liegt im Süden Utahs im Red Rock Countryund ist berühmt für seine spektakuläre, raue Wüstenlandschaft voller bunter Klippen, versteckter Schluchten und historischer Stätten.. Der Park ist ca. 100 km lang, mit einer Breite von etwa 10 km jedoch relativ schmal. 1937 wurde das Gebiet zum National Monument ernannt und im Jahr 1971 zum Nationalpark erklärt. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von knapp 978 km². Kernstück des Nationalparks ist die Waterpocket Fold, eine über 160 km lange geologische Formation, die sich in Nord-Süd-Richtung erstreckt. Der Capitol Reef National Park ist einer der faszinierendsten und oft etwas unterschätzten Nationalparks in Utah. Capitol Reef ist im Vergleich zu den bekannteren Nachbarn wie dem Zion- oder dem Bryce-Canyon-Nationalpark oft etwas ruhiger und entspannter, bietet aber eine atemberaubende, unberührte Natur.
Die Geologie: Die Waterpocket Fold
Das Herzstück des Parks ist die Waterpocket Fold – eine gigantische Falte in der Erdkruste, die sich über knapp 160 Kilometer erstreckt. Sie ist eine sogenannte Monokline (eine Erdschicht-Verbiegung), die vor Millionen von Jahren entstanden ist. Durch Erosion wurden hier über die Zeit atemberaubende Felsformationen, tiefe Canyons und Kuppeln freigelegt.
Namensgebung und Geschichte
Capitol Reef: Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: „Capitol“, weil viele der weißen Sandsteinkuppeln (Navajo Sandstone) an die Kuppel des Kapitols in Washington D.C. erinnern, und „Reef“, weil diese gewaltige Felsfalte für historische Pioniere und Fuhrwerke ein unüberwindbares Riff darstellte (genau wie ein Korallenriff im Ozean).
Fremont Culture und Pioniere: Vor Jahrhunderten lebten hier die Ureinwohner der Fremont-Kultur, die bis heute gut erhaltene Felszeichnungen (Petroglyphen) hinterlassen haben. Später, im 19. Jahrhundert, gründeten mormonische Pioniere das historische Dorf Fruita.
Das historische Fruita & die Obstgärten
Eines der absoluten Wahrzeichen des Parks ist das grüne Oasen-Tal von Fruita entlang des Flusses Sittig Creek. Die Pioniere pflanzten hier Tausende von Obstbäumen (Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Birnen). Bis heute werden diese Obstgärten vom National Park Service gepflegt. Das Tolle: Wenn du zur Erntezeit dort bist, darfst du oft direkt in den Gärten Obst pflücken und vor Ort naschen oder gegen eine kleine Spende mitnehmen. Auch das historische Fruita Schoolhouse (eine alte Dorfschule) und die berühmte Gifford Homestead (wo man traditionellen Kuchen und selbstgemachten Piek probieren kann) liegen hier.
Der Capitol Reef National Park kann im Grunde sehr gut als Verbindungsstück zwischen Bryce Canyon und Arches bzw. den Canyonlands in eine Route eingebunden werden. Auf dem Weg nach Moab bietet es sich zudem an den Goblin Valley State Park zusätzlich noch mitzunehmen.
Die Sehenswürdigkeiten im Capitol Reef bringen den Vorteil mit sich, dass man viele der Highlights entlang Highway 24 sowie eines einzigen Scenic Drives findet – viel herumfahren muss man also nicht, um den größten Teil der Wanderwege und Aussichtspunkte anzusteuern.
Scenic Drive
Schwierigkeit
einfach
Routentyp
Scenic Drive
Distanz
16 Kilometer
Höhenmeter
128 Meter
Der Scenic Drive ist eine ca. 16 km lange Straße, die von Highway 24 nach Süden abzweigt und durch eine der schönsten Regionen des Capitol Reefs führt. Wer nicht viel Zeit mitbringt, aber dennoch einen guten Eindruck von der Umgebung sammeln möchte, ist hier genau richtig. Der asphaltierte Teil des Scenic Drive ist rund 12,7 Kilometer (7,9 Meilen) lang und führt vom Besucherzentrum des Parks in südlicher Richtung tief in das Herz des Waterpocket Folds.
Fahrtdauer:
Für die reine Hin- und Rückfahrt solltest du etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen. Mit Fotostopps und Abstechern vergeht allerdings schnell ein halber Tag.Fahrzeug:
Die Straße ist durchgehend asphaltiert und problemlos mit normalen PKWs befahrbar. An das Ende schiessen zwei kurze Schotterstraßen an.Eintritt:
Da der Scenic Drive zu den gebührenpflichtigen Bereichen des Nationalparks gehört, wird am Eingang ein Ticket benötigt (z. B. der America the Beautiful Pass).Beste Reisezeit:
Die Frühlings- (April bis Juni) und Herbstmonate (September bis November) bieten die angenehmsten Temperaturen für Outdoor-Aktivitäten. Im Sommer kann es extrem heiß werden.Wetter-Check:
Bei starkem Regen oder Gewitter können Schotterpisten und Schluchten vorübergehend gesperrt werden. Ein kurzer Blick ins Besucherzentrum lohnt sich vorab immer.
Die Straße schlängelt sich direkt an den gigantischen Klippen vorbei. An den verschiedenen Stopps sieht man eindrucksvoll, wie sich Millionen Jahre alte Gesteinsschichten (wie die Moenkopi- und die Chinle-Formation) in bunten Bändern übereinanderlegen – von tiefem Rot und Ocker bis hin zu sanften Grau- und Grüntönen.
Die Highlights entlang der Strecke
Entlang des Weges gibt es elf offizielle Stopps und spannende Abzweigungen, die den Ausflug lohnenswert machen. Wir haben mit dem Grand Wash und der Hickman Bridge, die zwei kürzesten dieser Stopps gemacht, auf die wir im Folgenden auch noch etwas detaillierter eingehen werden.




GRAND WASH TRAIL
Schwierigkeit
einfach
Routentyp
Hin und zurück
Distanz
8,0 Kilometer
Höhenmeter
104 Meter
Der Grand Wash ist eine trockene Schlucht (ein sogenannter Wash) im Herzen des Capitol Reef. Er ist eines der markantesten Naturwunder des Parks und zeigt eindrucksvoll, wie Wasser und Zeit eine Landschaft formen können.
Wie der Grand Wash entstanden ist
Vor Millionen von Jahren begannen Flüsse, sich tief in die gewaltigen Sandsteinschichten des Waterpocket Folds einzugraben. Obwohl der Grand Wash heute meistens komplett trocken ist, fließt bei seltenen, heftigen Regenfällen oder Schneeschmelzen gewaltiges Wasser durch die Schlucht. Diese Naturgewalt hat im Laufe der Zeit den canyonartigen Weg geschaffen, den wir heute bestaunen können.
Charakteristik der Schlucht
Je tiefer man in den Canyon vordringt, desto näher rücken die steilen, rötlichen Wände aus Navajo-Sandstein zusammen und ragen hunderte von Metern in die Höhe. An manchen Stellen ist die Schlucht erstaunlich schmal. Die Erosion hat die Felsen glatt geschliffen und faszinierende Muster, Höhlen (Alcoves) und Überhänge in das Gstein gezeichnet. Im Gegensatz zu Wanderungen, die auf Bergen oder Hügeln nach oben führen, wandert man hier unten auf dem Grund der Schlucht und blickt ehrfürchtig nach oben.
Geografie und Zugang
Der Grand Wash verläuft quer durch die Gesteinsfalte des Nationalparks und verbindet die Region des Scenic Drive im Osten mit dem Highway 24 im Norden. Man kann den Grand Wash sowohl von einer Stichstraße des Scenic Drive (am südlichen Ende) als auch direkt von einem Parkplatz am Highway 24 aus erreichen, was auch die beiden möglichen Ausgangspunkte für den Trail sind.
Der Grand Wash Trail führt mitten durch die Schlucht, deren steile Felswände hunderte von Metern in den Himmel ragen. Der Weg verläuft im Grunde auf dem trockenen Boden eines Canyon-Wassersystems (Wash). Die Wände links und rechts von dir bestehen aus gewaltigem, rotbraunem Navajo-Sandstein. Wenn du nach oben blickst, wirken die Felsen oft wie gigantische, in den Himmel gebaute Mauern.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
Länge: ca. 7,4 Kilometer (Hin- und Rückweg, wenn man den Trail komplett bis zum Highway 24 läuft)
Dauer: ca. 2 bis 3 Stunden
Schwierigkeitsgrad: Leicht (sehr flach, keine nennenswerten Höhenmeter)
Startpunkt: Entweder vom Grand Wash Trailhead (von der Schotterstraße des Scenic Drive erreichbar) oder vom Parkplatz direkt am Highway 24.




Der Grand Wash ist grundsätzlich von zwei Seiten aus zu erreichen – von einem Parkplatz an der Scenic Drive Road oder von einem Parkplatz an der UT 24. Man könnte den Grand Wash im Endeffekt auch von Parkplatz zu Parkplatz durchlaufen, was aber insgesamt doch 8 km Weg wären. Allerdings muss man nicht den ganzen Grand Wash laufen, um einen guten Eindruck von der Schlucht zu bekommen.
Hickman Bridge
Schwierigkeit
einfach
Routentyp
Hin und zurück
Distanz
2,7 Kilometer
Höhenmeter
127 Meter
Hickman Bridge Trail
Der Trail ist einer der bekanntesten und lohnenswertesten Wanderwege im Capitol Reef Nationalpark in Utah.
Länge: ca. 2,9 Kilometer (Hin- und Rückweg als Schleife)
Dauer: ca. 1 bis 1,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer (Moderate)
Höhenunterschied: ca. 120 Meter
Startpunkt: Der Parkplatz liegt direkt am Highway 24, nur wenige Kilometer östlich des Besucherzentrums.
Der Weg beginnt direkt am Parkplatz und führt zu Beginn über einige Steinstufen und Serpentinen berghaft nach oben. Dieser erste Abschnitt ist der anstrengendste Teil des Trails, belohnt aber schnell mit wunderschönen Blicken auf das Tal des Fremont-Flusses und die markanten Felsformationen wie die Pectol’s Pyramid.
Etwa auf halber Strecke wandert man an kulturellen Zeugnissen vorbei. Dazu gehören die Überreste einer alten Grube (Pithouse) und ein gut versteckter Getreidespeicher (Granary) der prähistorischen Fremont-Kultur, die vor Jahrhunderten in diesem Gebiet lebte. Mit etwas Glück kann man in der Nähe sogar schwache Felszeichnungen (Pictographs) entdecken.
Nachdem sich der Weg durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus rotem Sandstein und vulkanischen Felsbrocken geschlängelt hat, erreicht man schließlich die beeindruckende Hickman Bridge. Der natürliche Sandsteinbogen spannt sich gewaltig über das Tal – man kann direkt unter dem 38 Meter hohen Bogen hindurchgehen und die schiere Größe der Felsformation auf sich wirken lassen.
Die Hickman Bridge
Die Hickman Bridge ist eine der beeindruckendsten natürlichen Felsbrücken im Capitol Reef Nationalpark in Utah und eines der absoluten Highlights der Region. Mit einer Spannweite von rund 40 Metern und einer Höhe von etwa 38 Metern gehört sie zu den größten Gesteinsbögen des Parks. Entstanden ist dieses imposante Naturwunder vor Millionen von Jahren durch Erosion und fließendes Wasser, das sich durch die rötlichen Sandsteinschichten der sogenannten Kayenta-Formation grub, bis schließlich ein freistehender Bogen entstand. Benannt wurde die Formation nach Joseph Hickman, einem frühen lokalen Schuldirektor und Naturschützer, der sich stark für den Schutz der archäologischen und natürlichen Schätze im Capitol Reef einsetzte. Neben ihrer geologischen Bedeutung ist die Umgebung der Felsbrücke auch historisch interessant, da entlang des dazugehörigen Wanderwegs Spuren der prähistorischen Fremont-Kultur zu finden sind, die vor Jahrhunderten in diesem Gebiet lebte.
Vlog
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